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sltinschneiier, Moriz Steinschneil,«^ Moriz
. !
brachte ihn mit dem preußischen Gesand«
ten und Forscher von Bunsen in Be<
rührung, durck den er an den etymolo-
gischen Konferenzen mit dem berühmten
Sprachforscher Max Mül le r theilnahm.
Die folgenden Jahre gingen unter lite.
rarischen Arbeiten dahin, in Folge deren
ihm die Leipziger Universität im Jahre
1830 die philosophische Doctorwürde
zuerkannte. Seit dem Jahre 1839 hält
er literarhistorische und philologische
Vorlesungen an der Vettel Heine«
E p h r a i m'schen Lehranstalt in Berlin,
welche außer von jüdischen Studenten
und Gelehrten auch von christlichen be-
sucht wird, und vom Jahre 1860 ab bis
1869 fungirte er als sogenannter jüdi-
scher Gelehrter bei dem Eide mors ^u-
äai^o an öffentlichen Behörden. wobei
er es nie unterließ, die Ungerechtigkeit
und Unzweckmaßigkeit desselben an maß
gebenderStelle hervorzuheben. Auch kam
es vor, daß er zu Trauungen und Ge-
legenheitSpredigten von der Gemeinde
als Stellvertreter des Rabbiners gewählt
wurde. S. leitet gegenwärtig die „Töch»
terschule" der Berliner israelitischen Ge>
meinde und arbeitet seit 1869 an der
königlicken Bibliothek an Katalogen der
orientalischen Bücher. Im Nebligen ganz
in seiner Familie zurückgezogen lebend,
benüht er die ihm bleibende Muße zur
Durcharbeitung alteren, seit Jahren auf»
gespeicherten Materials und zu einer aus«
führlichen literarischen Korrespondenz
mit Schriftstellern verschiedener Zweige,
die nicht selten seine reichen und viel-
seitigen Kenntnisse zu Aufschlüssen in
dunklen und streitigen Fragen in An-
spruch nehmen. Anträge, die ihm von
Seite der in Berlin im Jahre 1872 ge-
stifteten Hochschule für jüdische Wissen«
schaft. sowie von der Landesrabbiner«
schule in Pesth 1877 gestellt wurden, hat er auS principiellen Bedeltten abgeleh..t,
indem er als einzige künftige Pflanzstatte
der jüdischen Literatur die Universitäten
überhaupt betrachtet. Nach dieser Rich-
tung hin ist er auck als Schriftsteller
thatig, und sucht er in der jüdischen
Literatur neben der allgemeinen Biblio»
graphie insbesondere jene Kreise zu er«
forschen, welche dem Theologen ferne
liegen, nämlich die Geschichte der söge«
nannten profanen Wissenschaft (Philo«
sophie, Mathematik, Medicin und Na«
turkunde). denn bei einen, aufmerksamen
Blick in die wissenschaftlichen Leistungen
ter Juden früherer Jahrhunderte stellt
eS si.b denn auch heraus, daß die
Schriften der Juden — die ja nichts
^ weniger als rein confessloneller Natur
! sind — auch als Qnellen für die Ge>
schichte überhaupt zu verwerthen sind.
^ Vei seinen eindringlichen Forschungen ist
eS nun nicht selten vorgekommen, daß
er gegen ungeschulte, oberflächliche/vor«
dringliche und unberufene Schriftsteller
in seiner Kritik eben nicht sehr scho«
nend auftrat und somit mehrfach in
Polemik verwickelt wurde. Auffallend er»
scheint es dem Herausgeber dieses 3eri«
kons. daß in der von Dr. Julius Fürst
herausgegebenen „IjidUotkOoaMäaioa^
welche 1863 bei Engel mann in Leip«
zig erschienen ist. auch nicht ein Werk
Steinschneider's, der doch. wie auä
der folgenden Uebersicht der Werke des»
selben erhellet, feit nahezu vier Iahl.
zehenten eine reiche literarische Thätig-
ke.it entfaltet, unter seinem Namen ver-
zeichnet zu finden ist.
Uebersicht der von M . Steinschneider heraus-
gegebenen theils selbständigen, theils in Sonder-
abdrücken, von denen viele vergriffen sind,
theils in periodischen Werken enthalten
Werke und Abhandlungen. „Verzeichn!?
hebräischer Bücher, welche in der Auctionc.
anstatt von A. Ash er und Eomp. zur Ver«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon