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Steizinger 170 Stella,
fernen, was er jedoch vorher melden
mußte. Er mißbrauchte diese ihm ge-
währte Freiheit nie und gewann dadurch
immer mehr Zutrauen. Man überließ
ihm unbedenklich die Schlüssel zu den
Thoren und Schränken, er verrichtete
häusliche Geschäfte und Arbeiten man«
nigfacher Art und erhielt auch den Vor«
zug. die Fremden im Schlosse umherzu-
führen. So war ihm sein LooS mit der
Zeit niä^t nur erträglich, sondern soqar
angenehm geworden. Denn als unter
der Regierung dcS letzten Erzbischofs von
Salzburg. H i e r o n y m u s aus dem
Hause C o l l o r e d o , der Befehl kam,
ihn ganz in Freiheit zu fetzen, dankte er
für diele Gnade und bat, den Rest sei«
nes Lebens auf dem Schlosse zubringen
zu dürfen. Vergebens drangen sein Weib
und seine Verwandten in ihn, das
Sckloß zu verlassen und heimzukehren.
Er erklärte entschieden. auf dem Schlöffe
bleiben und sterben zu wollen. Was ihn
dazu veranlaßte. ist Geheimniß geblie»
ben. So hatte er über 22 Jahre auf
dem S^loffe zugebracht und ist daselbst.
66 Jahre alt, gestorben. Im Protokoll
des Vicariates Werfen ist sein Tod mit
folgenden Worten aufgezeichnet: „Ois
Lftxtg. Ootodris g.nrn 1788 sspultus
<23t ki<3 Io(.'i in cosmetei-io, seä L1N6
nooturno <?(>-
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voenitsntia '^am. ultra 22 annos in
2106 hui st p6r pluros anuos 36 mu>
tum siinulavit 6t nee
est, ÄütHtiZ 66 annorurn."
Erneuerte vaterländische Blät ter für
den österreichischen Kayerstaat (Nien. 4«)
18l7. S. 236.
r, Anton tgelehrler Jesuit,
geb. zu Stainz nächst Gratz 17. März 1696, gest. zu Pas sau 12. Janner
1739). S. trat im Jahrs 1711. damals
13 Jahre alt, in den Orden der Gesell«
schalt Jesu, in welchem er die Studien
beendete und im Lehramts verwendet
wurde. Er halte die philosophische Ma>
gister< und d>e theologische Doctorwürde
erlangt.. Zu Grab hatte er Dicht«, Rede-
kunst und Ethik, zu Laibach Philosophie,
zu Kaschau Controversen vorgetragen.
Dann verwaltete er in seinem Orden ver»
schiedene Aemter, zuletzt in Pafsau, wo er
auch im Alter von 63 Jahren starb. Im
Drucke sind von ihm erschienen: „^sil'oi-
l2".), und
ii 1730), über
welch letztere Schrift Dr. Peinl ich
schreibt, „daß sie für die Familien»
geschichte der darin erwähnten Edlen
großen Werlh habe."
Peinl ich (Richard Dr.), Geschichte des
Gymnasiums in Gwtz im Jahresberichte des
k. k. ersten Staats. Gymnasiums zu Gratz
für »869, S. 76 und 95. für <87l. S, 37.
Stelik, Franz von, siehe: Ltehlik
Edler von öenkow und Treustätt l^S. 3,
in den Quellen, Nr. i^.
stellll. Guglielmo (Maler, geb.
in Venedig; Geburtsjahr unbekannt).
Seine Geburt mag in den Anbeginn der
Dreißiger-I^hre. oder ein paar Jahre
früher fallen. Ob er ein Sohn oder naher
Verwandter des Venelianer Malers Ja«
cop o S tel la ist, der sich als geschickter
Historienmaler uud glücklicher Copist
Tizian'scher Bilder bekanut gemacht,
von denen er im Jahre 1838 eine kleine
Copie der berühmten „Himmelfahrt Ma«
riä" in der k. k. Akademie zu Venedig
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon