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^ Johann Christoph 196 Stehhammer) Johann Christoph
fand in wissenschaftlichen Kreisen un
höchsten Ortes verdiente Würdigung.
Die Wiener Hochschule erwählte ihn i.m
I . <798 zum Decan der theologischen
tzacultat, spater zum Notarius und im
Jahre 4826 zum Rector. Im I . 4846
wurde er Vicedirector der theologischen
Studien und im Jahre 4826 wurde e
von dem UniversitätS.Consistorium zum
Domherrn bei St. Stephan gewählt.
Daß bei so vielseitiger und anstrengender
Beschäftigung ihm zu schriftstellerischer
Thätigkeit nur wenig Muße übrig olei-
ben konnte, bedarf wohl keines Beweises
daher sich dieselbe nur auf einige kleinere
Arbeiten beschränkt, die aber werthvolle
Beiträge zur Geschichte der naturwiffen
schaftlichen Thätigkeit im Kaiserstaate
bleiben. Als der Uhrmacher Jacob
Degen ^Bd. I I , S. 499) seine Flug
versuche unternahm, sandte Stelzham»
mer den ersten Bericht über dieselben
und die Flugmaschine in die Gilbe rt'
schen .Annalen" M . XXX, 48W
und Bd. XXXI, 1809); veröffentlichte
dann eine „Beschreibung des er5ten giassen
gelungenen Flug-Versuch« uor dem ullerhüchztln
Hote in Lnienonry" (Wien 4840). und
alS Degen auS Paris zurückgekehrt
war, gab Stelzhammer die „Venk-
zchritt üner Zarnu Ntgrn'2 Aufenthalt w Pa-
liz" (Wien 4816. Strauß. 8".) heraus.
Um dem sich immer fühlbarer gestalten«
den Holzmangel zu steuern, veranlaßte
S. den Künstler Anton Egger zur
Anfertigung von Modellen von Bohlen«
dachern. und veröffentlichte aus diesem
Anlasse eine „Nttchreianng neuer Modelle zu
Nllhlen-Nllchern, neust Zlu5me5«nng des duzn
erforderlichen Holzes und Nerechnnnn des Körper-
lichen Inhalt«" (Wien l80., Mösle). Aus
gleicher Absicht empfahl er die Spar-
Herde, ließ in mehreren größeren Hau«
sern solche machen, und gab feine ,Z>n> Vlizung lnr die Oinkührnng der
Rllchtöpte" Wien 484., 80.) heraus, ließ
auch dergleichen Töpfe für ärmere Fa»
milien auf eigene Kosten anfertigen. Als
das erste Pampfschiff die Donau befuhr,
erschien von ihm die „Genaue HeschreibnnK
tles NllmpfzchiTez nutderNllNllU, sammt einer
Abbilliung des Ganzen und der einzelnen Oheile"
M m 480., 8"). Von der plastischen
Darstellung der Stadt Wien^ welche der
Wiener Bürger Zacharjas Grund aus-
geführt hatte und zu welcher S te l z .
Hammer die Umgebungen Wiens mit
der Ohmsrs. oksourg. hatte aufnehmen
lassen, machte er zu wiederholten Malen
ausführliche Beschreibungen bekannt und
von her neuerfundenen künstlichen Näh»
maschine des Wiener Schneidermeisters
Maoersperger M . XVI, S. 246),
welche dann in der Wiedererfindung
H o w e's aus Amerika nach Europa
urückimportirt wurde, hat auch S. die
ersten, heute schon mehr als Seltenheiten
cursirenden, Beschreibungea bekannt gege.
)en. Von anderen wissenschaftlichen Ar«
beiten S.'S ist zu erwähnen seine Ge.«
chichte der theologischen Facultat der
Wiener Universität. mit welcher er sich
beschäftigte, als ihn dieselbe im Jahre
798 zu ihrem Decan gewählt. Ob diese
>on ihm vollendet worden, ist dem Her-
usgeber dieses Lexikons nicht bekannt',
ielleicht findet sich daS handschriftliche
Werk in den Acten der Facultat. Hin»
,egen betheiligte er sich auch an den
llrbeiten der Gesellschaft einiger Freunde
^er Geschichte, welche eine „Historisch-
opographische Darstellung der Pfarren.
>tifte, Klöster, milden Stiftungen und
Denkmaler im Erzherzogthume Oester»
reich" herausgaben, beforgte für diesel-
en die Abbildungen und schrieb die
Vorrede zur Darstellung von Korneu,
bürg und Stockerau, welche Alois
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon