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Stenner 202 Stenner
„Historisch»topographischen Lexikon der
Steiermark" von Kail Schmutz nicht
zu finden, und es wird wohl die Reli«
gionsfondsherrschaft Goß, vormals ein
sehr reiches Kloster der Benedictinerinen,
gemeint sein, welches Kaiser Joseph
im Jahre 1783 in ein BiSthum um-
wandelte und für dasselbe am 57. Mai
1786 den Alexander Grafen Wag rein
zum Bischof machte, der auch daselbst
am 22. Februar 1800 als der erste und
einzige Bischof von Goß starb. Also in
Goß (Chöß) war Stenitzer's Vater
Hofrichter, und selbst ein Musikfreund,
flößte er auch seinen Kindern Liebe zur
Musik ein. So erhielt denn auch A n>
ton zugleich mit seinen beiden Brüdern
Joseph und Heinr ich den ersten
Musikunterricht im Elternhause, und bil.
deten sich alle drei, während sie im Stifte
Admont den Gymnasial» und theologi»
scken Studien oblagen, in dieser Kunst
immer mehr auS. Alle dreiBrüder blieben
im Stifte, wurden Capitulare desselben,
und Anton , der mit seinen musikali»
scden Kenntnissen hervorragte, wurde
RegenSchori im Stifte. Nebenbei aber
wurde er auch im Lehramte verwendet,
lehrte die griechische Spraä-e und wurde
im Jahre 1796 zum Gymnasialpräfecten
befördert, in welcher Stellung er bis an
seinen zn Leoben schon im 47. Jahre er-
folgten Tod, verblieb. Im Musikalchio
deS Stiftes Admont wurden und wer.
den wohl Hock viele Kirchenstücke seiner
Composition aufbewahrt.
Allgemeine Wiener Musik - Zeitu ng.
Hrrauög. von Or. August Schmidt (4".)
1843. Nr. 23: „Beiträge zur Tonkünstler«
geschichte Oesterreichs". Von Al. Fuchs.
Stenner, Mathias (Schulmann,
geb. zu Kronstadt in Siebenbürgen
26. September 1818. gest. ebenda
10. März 1867). Nachdem er im Hei. z matlande die Vorbereitungsstudien be»
! endet, ging er, wie dieß bei den Prote-
stanren in Ungarn und Siebenbürgen
Sitte, nach Deutschland, wo er wäh»
rcnd der Jahre 1841—1844 an der
Hochschule in Berlin die Vorlesungen
hörte. Nach seiner Rückkehr ins Vater»
land wendete er sich dem Lehramte zu und
wirkte in einem solchen an der höheren
Volksschule in Kronstadt. Dabei wid-
mete er sich im Anbeginn der Schrift»
stellerei im mathematischen Fache und gab
heraus: „Äntgaben zur Uebung in den nier
Rechnungsarten mit ganzen Zahlen" (Krön»
stadti830, I . Gott, 8".). — „Prak>
tischeg Rechenbuch kür Olemrntar- und höhere
Vnrgerschnlen" (ebd. 1830. I . Gott, so.);
die zweite Auflage dieses WerkeS erschien
unter dem veränderten Titel: „Praktisches
Rechenbuch tnr Stadt- und Nandschnlen. Smeite
verbesserte una durch ZOO neue Zugaben urr-
mehrte Anklage" (ebd. 1831; dritte Aufl.
ebd. 1833, 8".)' — „Huieitanzend pra>
gressiu geordnete praktische Rechenaufgaben, ent-
haltend die uirr Rechnungsarten mit nnbenann-
tcn und benannten, nicht bla5 ganzen, sandern
auch gebrochenen Zahlen n. 5. m. n. 3. m."
2 GlMe (Kronstadt 1834. I . Gott, 8".).
In der Folge aber war S. durch des
Or. Thomas Fr. Z i mp el Erklärung der
Offenbarung Iohannis sammt Bemer»
kungen über die Eigenschaften der Zah.
len und durch andere ähnliche Scdristeü
tiefsinnig geworden. I n dieser Zeit er»
schien von ihm das Werk: „VenensZtnn-
den" mit dem zweiten Titel: „Fundgrube
der Seele. Oin Ohriztgrschenk tur Dute, die
darlluü graben und Nntzen ziehen Vollen. Was
helien Fackeln, Nerze, Nril le, wenn
„nicht zu gehen" ist tler Wi l le . . . "
(Kronstadt 1863, Römer und Kamner,
8o.), wozu noch eine kleinere Folge un>
ter gleichem Titel und im nämlichen Ver»
läge im Jahre 1864 erschien. Indessen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon