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StenHsch, Georg 203 Stentzsch (Genealogie)
nahm fein Tiessinn immer mehr zu, und
durch den Umstand, daß er in den letzten
Jahren feine Lebensweise änderte und
Vegetarianer wurde. wurde er auch
körperlich schwächer, so daß er. erst
49 Jahre alt, als religiöser Schwärmer
an Entkräftung starb.
Trausch (Joseph). Schriftsteller.Lexikon oder
biographii'ch'literarische Denkblätter der Sie«
benbürger Deutschen (Kronstadt l8?<, Johann
Gott. gr. ti".) Bd. I I I , S. 333.
Ein Peter Joseph Stenner (geb. in Krön.
stadt 2l. März l3l4. gest. zu Fokschan in
der Walachei im Jänner t870) erlernte den
Apothekerdienft in Mediasch, studirte dann in
Wien, übte nach seiner Rückkehr in die Hei«
mat sein Gewerbe in Mediasch aus. über«
siedelte aber in der Folge nach Fokschan in
der Walachei, wo er im Alter von 36 Jahren
starb. Er ist Verfasser des Schriftchens:
„Die Heilquellen von Bciahen" (Kronstadt
1846. Gott. 8«.) Vielleicht ist er ein älterer
Bruder des Odigen.
Stentzsch, Georg Freiherr (k. k.
Feldzeugmeister. Geburtsjahr un«
bekannt, gest. im Jahre 1761). Trat in
jungen Jahren in die kaiserliche Armee
und war im Jahre 1729 Oberst bei Ni>
kolaus Pälffy-Infanterie, heute Nr. 8.
Zu Anbeginn des Jahres 1734 Com-
mandant der Festung Tortona in Sar>
dinien, vertheidigte er diese Festung län-
gere Zeit, mußte aber am 6. Februar
d. I . sich mit Accocd ergeben. Im fol>
genden Jahre hielt er sich in dem bela«
gerten Mirandola gegen die Spanier
42 Tage lang mit großer Ausdauer und
Tapferkeit und brachte dem Feinde an»
sehnliche Verluste bei. bis derselbe Ende
August in den Besitz der Festung ge«
langte. Im September 1733 wurde
er zum General« Major ernannt. Am
19. März 1749 wurde er Feldmarfchall-
Lieutenant und im September g. I .
commandirender General in Tirol. Im
österreichisch > bayerischen Erbfolgekriege ! rückte er im Februar 1742 aus Tirol
gegen Bayern vor. griff Ende März den
bayerischen General M er tz in Reichen»
hall an und zwang denselben mit der
ganzen 1302 Mann starken Besatzung
zur Kapitulation. Nachdem Feldmar-
schall Graf Khevenhüller Md. XI,
S. 223^ München genommen, setzte er
Stentzsch zum Commandanten der
Stadt ein; dieser aber verließ am
29. April l742, nachdem er Nachricht
von dem Heranrücken der Armee des
Herzogs von Harcourt erhielt, mit sei«
ner Besatzung eiligst die Stadt, ohne sich
die Rückkehr vorzubehalten oder sonst ent-
sprechende Vorkehrungen zu treffen, und
schickte, nachdem er eine Stunde von Mün-
chen entfernt war , die Schlüssel der
Stadt zurück. Als der Feldmarschall Graf
Khevenhül ler diesen, eines Generals
unwürdigen Vorgang erfuhr, gab er so<
fort dem General Bärnklau j^Bd. 1,
S. 117^ Befehl, mit dem ganzen Corps
nach München zurückzukehren und die
Stadt von neuem zu besetzen. Wider
Stentzsch aber wurde in Wien eine
strenge Untersuchung angeordnet. Der
Feldmarschall beschränkte sich jedoch dar»
auf, den General nach Tirol zurückzu-
schicken, wo er vordem commandirt
hatte, und so nahm Stentzsch im April
1743 sein internes Commando in Tirol
wieder ein. Im Jahre l736 rückte er
zum Feldzeugmeister vor und starb auch
als solcher im Jahre 176l.
Thürheim (Andreas Graf), Feldmarschall
Otto Ferdinand Graf von Abensperg und
Traun 1677—1748. Eine militärisch'historische
Ledensskizze (Wien l8?7. Braumüller. 8°.)
Seite 264.
Die Freiherren von Stentzsch. Sie erscheinen
bald Stentzsch, bald Stentz geschrieben,
scheinen zwei verschiedene Familien, beide
auch schon erloschen zu sein. da wir Trägern
dieses Namens weder im Civil' noch im
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon