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Stepanek 208 Stepanek
schienen sind. Im Jahre l824 wurde
ihm in Gemeinschaft mit Polawsky
und Ka in ; die Direction des ständi«
schen Theaters übertragen, welche er bis
zum Jahre 4833 führte und die ihm
durch seinen Vorganger, den ebenso als
Theaterdirector wie Darfteller ausge-
zeichneten Johann Karl Lieb ich ^Bd.
XV, S. 99) erworbene geachtete Stel-
lung zu erhalten bemüht war. An seine
schriftstellerische Thätigkeit als dramati»
scher Poet knüpft sich auch feine redac»
tionelle, indem er an KelakowSky 's
Stelle in Gemeinschaft mitTomioek.
die Redaction der öechischen ,Präger
Zeitung" (?l228kO Aonw?) und des
Blattes „Die Biene" (Üeskä. 'Wosla)
übernahm und beide bis an seinen Tod
fortführte. Ferner besorgte er seit 1837
die oechische Uebersetzung der von der
k. k. patriotisch'ökonomischen Gesellschaft
herausgegebenen großen und kleinen Ka>
lender und des seit 1. Jänner 4838 her-
ausgegebenen «Belehrungs« und Unter»
Haltungsblattes für den Landmann und
kleinen Gewerbsmann BöhmenS. Von
S t s p a n e k rührt auch die oechische
Uebeisetzung des von dem Architekten
I . PH. Ioend l sBd. X, S. 223) ver-
faßten WerkeS „Unterricht in der Lanobau«
kunst" her, welche unter dem Titel „5la>
vsäsni o LtHvbo priv6.wi<;k ».
8t2.vsili v insstsoli, rasst^-gi
nioioli" (Prag 1839, gr. 8".) im Druck
erschien. Außer den unten angegebenen
dramatischen und poetischen Arbeiten^
Stepanek's sei noch einiger kleineren
gedacht, welche in Zeitschriften erschienen
find. so seiner „Rede bei Aufführung des
vaterländischen StückeS „Iaroslav und
Bozena",— feiner .Empfindungen bei
der Verlobung Ludmillas Fürstin Lob.
kowitz mit Kaspar Herzog von Aren-
berg" (1819); —seiner.Denkwürdigen Ereignisse Böhmens durch alle Jahr«
Hunderte" und seiner Schrift ,Leben und
Streben des hochw. Herrn Alex. Vincenz
Parzizek". dessen Biographie auch die-
seS Lexikon sBd. XXI , S< 314) ent-
halt. Bis an sein Lebensende, auch in
der Zeit seiner langen und schmerzlichen
Krankheit, blieb S t s p a n e k ununter-
brochen thätig, und richtete seine Auf.
merksamkeit auf das Gedeihen jener hu«
manistischen Vereine Prags, denen er
seit Jahren angehörte. So war er seit
1818 Mitglied des Prager Humanitats«
Vereins, seit 1819 des Directoriums des
allgemeinen Witwen« und Waisen», und
deS damit verbundenen Taubstummen-
Institutes, welches ihn auch zum Cassen-
controlor wählte; dann des Privat»
Vereins zur Unterstützung der Hangar»
men; feit 1830 Mitvorsteher des Prager
Waisenhausinstitules; seit 1833 Mit-
Vorsteher der Kinderbewahranstalt am
Hradek in Prag; seit 1841 jener zu
Rokiczan, und zuletzt Waisenvater der
k. k. Findel. und Localwaisenanstalt.
Hier wulden nur die humanistischen
Vereine angeführt und andere zur För«
derung der Kunst, Musik und gemein«
nütziger Zwecke, denen er gleichfalls als
Mitglied angehörte, Übergängen. Mit
ah. Entschließung vom 16. December
1320 wurde Stspan ek „für diese Ver«
dienste" wie eS in der Verleihung aus»
di-ücklich heißt, mit der mittleren gol«
denen Ehrenmedaille mit Oehr und Band
ausgezeichnet. Wenn man Stsp anek'S
Wirksamkeit als Mensch und Schriftstel-
ler zusammenfaßt, so tritt uns in ihm
eine durch und durch ehrenhafte, noch
nicht von den Protuberanzen eines fal«
schen Nationalgefühls entstellte Person-
lichkeit entgegen. Er war ein öeche, wir
stehen nicht an zu sagen, ein Vollblut»
öeche. aber neben seinem öechischen Pa»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon