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Stephanie, Christian Gottlob 222 Stephanie, Gottlieb
Wohlthat, so wirf es inS Meer, eS
fressen's die Fische, doch weiĂź eS der
Herr". I n seinem ganzen Wesen tolerant,
verwarf er, wenn er verwerfen muĂźte, mit
Anstand, nie ohne die GrĂĽnde anzugeben,
die dann auch immer vollwichtig waren.
In seinen Pflichten als Schauspieler war
er pĂĽnctlich und gewissenhaft. Singt
doch der Dickter Freiherr von Reh er
sBd. XXV, S. 343^ in einem im Go-
chaischen Theaterkalender des Jahres
1778. an Stephanie gerichteten Ge-
dichte: , In meinem Herzen tief hat
Hochachtung fĂĽr I Den edlen'Mann. stets
fĂĽr das Wohl der > Seufzenden Mensch,
heit der Wunsch gelodert: j Ministern
wünsch' ich deine Rechtschaffenheit s Mo»
narchen. Menschenleukern dein edles Herz^
Den Priestern Deinen Geist der Du!»
düng I Deine Bescheidenheit jedem Wei«
sen." Die Titel der von Stephanie
dem alleren im Druck erschienenen theils
originalen, theils übersetzten dramati»
schen Arbeiten sind: „Vie nenexte Framn-
lichnle uder Vll5 fesselt uns Männer? Tn5t-
spiel in tiinf Znfjiigrn. Zns dim Englischen"
Wien !77U. 80.); — „Nil Mbe in Onr.
5ira vöer welch ein Inzgang? Hruwll in tünl
Zrten" (.>bd. l770, 8".); — ^Nie Vahl
«dir nicht alle Urnen Zlles. HllnorrZlltillnzztück,
in einem Zlnhngr" (ebd. 477 l , 8«.)'. —
,Ner guttler^ ige Mnrlkopt. Giue ireu Neber-
bchnnĂź in drei Inhiigen nach Goldani"
(ebd. 1773, 8".); — „Ner neue Weiber-
leinll null die schöne Jüdin. Gin r»5t5pirl in
fnnk Ächngen" (ebd. 4773, 8«.). Außer-
dem hat er verschiedene fremde StĂĽcke
sĂĽr das Wiener Theater ĂĽbertragen, so
z. B. .RomanuS Brüder". „Der Rene«
gat". «Der Hochzeitstag" u. a. Ferner
schrieb er zahlreiche poetische und pro»
saische Aufsätze, welche in Sammelschrif-
ten und periodischen Werken abgedruckt
sind. Dieser Veteran der Kunst starb im Alter von 63 Jahren, von denen er
42 Jahre der Kunst gewidmet. Sammt«
liche Co'llegen folgten dem Sarge, der
seine Ueberreste barg und auf dcm
Et. Marxer Friedhofe beigesetzt wurde.
Christ ian Got t lob ist nicht zu ver«
wechseln mir seinem jĂĽngeren Bruder
Got t l i eb, der durch sein Pasquill auf
Sonne nfels, „Der Tadler nach der
Mode", sein literarisches Andenken ge«
schändet hat. Dieses Letzteren Lebens«
skizze folgt.
Oesterreichische National» Encyklopä»
die von Gräffer und Czikann (Wien
1837. 80.) Bd. V, S. <53. — (De Luca).
Das gelehrte Oesteneich. Ein Versuch (Wien
l?7s, von Trattner. 8".) I. BdS. 2. StĂĽck
S. 193 und 386. — Stre i t (Karl Conrad
Ritter), Alphabetisches VerzeichniĂź der 1774
lebenden schlesischen Schriftsteller (Breslau
1?76, Korn) S. 160. — Friedet (Ioh.).
Briefe aus Wien an einen Freund in Berlin
(Preßburg 1783, uno öfler). — (Risbeck),
Briefe cines reisenden Franzosen. I. Band,
S. 353. — Peiba (Abraham), Gallerte von
teutschen Schauspielern und Schauspielerinnen
der älteren und der neueren Zeit (Wien
1783. I . N- von Cpheu, 60.) S. 230 ^nach
diesem wäre er schon 1724 acooren). —
Mege'rle' von MĂĽhlfeld ( I . G ). Me.
morabilien des österreichischen . Kaiserstaates
u. s. w. (Wien 1823. I. P Soliinger. 8".)
S. 3l2. — Chronologie des deutschen
Theaters (Leipzig l "4. 8") S. l80, 184,
19?. 203, 208, 285. 303, 3l5, 316 und
338. — K i n d e r f r e u n d (Karl Ios.)
Thalias und Euterpes Klagen (Wien 4850)
S. 93/
Porträt. I . E. M a n s f e l d äsl. st se. (8<>.).
Stephanie, Gottlieb (schauspie,
ler und dramatischer Dichter, geb. zu
Bres lau 19. Februar 1741, gest. zu
Wien 23. Jänner 1800). Der jüngere
Bruder Christ ian Got t lobs ^fiche
den Vorigen S.216^, daher alich gewöhn«
lich Stephanie der jüngere ge«
nannt. Er besuchte das Gymnasium
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Stehlik-Stietka, Volume 38
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Stehlik-Stietka
- Volume
- 38
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1879
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 398
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon