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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38
Page - 229 -
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Page - 229 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Volume 38

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Stepling 229 Stepling sinden. Im Umfange des Collegium Cle» mentinum wurde die noch heute beste» hende Sternwarte erbaut. Sie wurde im Jahre 4751 vollendet und im Anbe« ginn mit den unentbehrlichsten Instr» menten versehen: für diese aber hatte der Orden kein Geld, und S tep l ing wendete zum Ankaufe derselben den größten Theil seiner mütterlichen Erb« schaft an. Auch wurde ihm die Aufsicht der Sternwarte übertragen und er be« hielt dieselbe bis zur Auflösung seines Ordens. Um diese Zeit fand eine Ver« änderung im Universitätswesen und zu» nächst darin Statt, daß man an die Spitze jeder Facultät einen Mann zu stellen beschloß, welcher mit der nöthigen Kenntniß des Faches auch die gehörige Energie verband, die Leitung der Facul- tät in entsprechender Weise zu führen. So wurde mit Decret vom 2. December 1732 S t e p l i n g ziun Director der philosophischen Facultät (R^ins äirso- tor ^aouitatiL pk.i1oL0pkioÄo) ernannt. Da war Step l ing an seinem Platze. Mit den veralteten Disciplinen sofort aufräumend und an deren Stelle neue, dem Stande der Wissenschaft entspre» chende setzend, übte er sein Amt mit Um- sicht und Gifer, und bald zeigten sich die wohlthätigen Folgen des umsichtigen und kenntnißreichen Reformators. Zu gleicher Zeit drang er auch auf einen verbesserten Unterricht in der Naturlehre, gründete zu diesem Zwecke ein physikali« scheS Cabinet und bestimmte durch eine begründete Bitte die Kaiserin, daß sie für dasselbe wiederholte Geldbeitrage anwies. So wirkte S. in verdienstlichster Weife bis zu der im Jahre 1773 er» folgten Aufhebung der Gesellschaft Jesu. Die nächste Folge davon war eine Um- gestaltung der philosophischen und theo- logifchen Facultät. Das Collegium Cle- mentinum wurde theils den erzhischöf» lichen Alumnen, theils der Universität eingeräumt und an letzterer alle theolo» Zischen Lehrstellen mit Beginn des Schul» jahres 1773/74 mit Weltgeistlichen oder Priestern auS anderen Orden beseht, nur Step l ing blieb als Director der Ma- thematik und Physik bis an seinen Tod. der im Alter von 62 Jahren erfolgte. Sein Ableben erweckte allgemeine Theil, nähme, denn man hatte an ihm einen wahren Priester der Wissenschaft ver- loren. Als seine Beisetzung in die Sanct Clemenskirche erfolgte, hielt Stanislaus Wydra, der damalige Lehrer der Ma- thematik im Clementwum, auf den Ver» storbenen die Leichenrede in lateinischer Sprache, worin er die Verdienste des Verewigten in beredter Weise schilderte, und welche später auch durch den Druck veröffentlicht wurde. Die Kaiserin aber ordnete an, daß S t e p l i n g's Ver> dienste auch öffentlich geehrt wurden, durch Aufstellung eineS Denkmals in der Clementiniscken Bibliothek. Bezeichnend ist die Bemerkung eines seiner Biogra» phen, daß Stepl ing's Name im Aus. lande berühmter war, denn daheim. Wer von Prag nach Berlin, Leipzig oder Pa> ris kam, wurde von den Gelehrten be. fragt, wie sich Stepl ing befinde. Die» ses Ignoriren der vecdienten Männer im eigenen Vaterlande wuchert wie Un> kraut aus den ersten Tagen der Cultur bis in die Gegenwart herüber, und soll sich durch den Ruhm ausgleichen, der den Verblichenen nach seinem Ableben wie ein Glorienschein umgibt. Nun frei» lich wären ihm ein paar Strahlen von diesem Glorienschein bei Lebzeiten gewiß auch willkommen gewesen. Mit den groß« ten Mathematikern des Kontinents sei« ner Zeit. mit BoScow ich , D e l a C a i l l e , Leonhard Eu le r , H e l l ,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Volume 38
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Stehlik-Stietka
Volume
38
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1879
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
398
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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