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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
Page - 219 -
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Page - 219 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Volume 40

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, Ludwig 219 stur, Ludwig am 28. October 1813, gest.zu Modern 12. Jänner 4856). Bruder des Kar l ^siehe diesen, Seite 211). Unter deS VaterS Leitung wuchs der Knabe heran, bis er. dreizehn Jahre alt, als Schüler der Syntax in das Gymnasium zu Raab eintrat, wohin er jedoch hauptsächlich zur Erlernung der ungarischen Sprache ge. schickt worden war. Daselbst wirkte 3eo> pold Petz, ein Lehrer, dessen Andenken in den Herzen all seiner Schüler fortlebt. Zt^r mit Begeisterung für die Wissen schaft erfüllend, führte er ihn nicht nur in das Studium der classischen Literatur ein, sondern wies ihn auch auf die damals noch wenig beachteten geistigen Schätze des slovakischen Volksstammes hin, dessen Entwicklung unter der Vergewaltigung durch die herrschende Nation der Ungarn unmöglich gewesen. Er machte den jungen Slovaken auf DobrowSky und safar ik aufmerksam, und seine Worte sielen auf fruchtbaren Boden. Als 8t6r im Jahre 4838 das Lyceum in Preßburg bezog, fand er einen bereits 1828 gebildeten slavischen Verein vor, welcher ihm Bücher und Zeitschriften, überhaupt reiche Nahrung für nationale Begeisterung bot. die seine Seele alsbald so sehr erfüllte, daß er selbst in wenigen Jahren der Mittelpunkt der slavischen Jugend am Preßburger Lyceum wurde. Zu dieser Entwicklung des Jünglings trug auch nicht wenig der Umstand bei. daß er. wie in Raab anPetz, so in Preß» bürg an I . G. Schroer einen Lehrer fand, der ihn für alles Große, Schöne und Wahre begeisterte und durch den Hinweis auf die Meisterwerke der deut« schen Literatur in die ideale Welt deut» schen Geistes einfühlte. Goethe und neben diesem die Griechen waren die Ideale, aus welchen sich edel und geistig groß der Slovakc Ludwig 8 t^ r ent« wickelte. Nachdem er seine Studien am Lyceum beendet hatte, wirkte er 4837 vorerst als Supvlent für den greisen Professor der slavischen Sprachen Georg, Palkov icS sBd. XXI, S. 226). Da er hierfür nach Einigen kein, nach Ande« ren nur ein ganz geringes Gehalt oder Honorar bezog, so fristete er seinen Unter- halt durch Ertheilen von Pcivatstunden. Ueberhaupt geht durch 3 j u d e v i t I t ür's ganzes Leben ein Zug von Selbst- losigkeit, welcher uns die größte Vermin« derung abnöthigt. Bald gewann er als Lehrer die Herzen seiner Zöglinge, aber weit entfernt, dieselben durch nationalen Hokus Pokus an sich zu fesseln, forderte er von ihnen vielmehr reines wissen« schaftliches Streben, eisernen Fleiß und stoische Entsagung, in Allem mit eigenem Beispiele vorangehend. Er unterrichtete im Griechischen, trug Geschichte, Philo« sophie und die deutsche Literatur vor. die er immer hoch in Ehren hielt, vornehm« lich in Goethe den Meister und Genius der Dichtung verehrend. Zwei Jahre hatte er daS Lehramt versehen, da sehnte er sich nach Deutschland, um dort seine Studien fortzusetzen, und sein Katheder einem Freunde überlassend, pilgerte er im Jahre l839 nach der Universität Halle, wo er die Historiker Röpel l , Heinrich Leo. M. W. Dunker, die Philosophen Schalter und Erd mann und den Sprachforscher Pott hörte und auch persönlichen Umgang mit diesen Gelehrten pflog. Wahrend seines Auf« enthalteS in Halle erging an ihn der Ruk, die Professor der Philosophie am evangelischen Gymnasium in KäSmark anzutreten; er lehnte ab, indem er eS Vorzug, nach Preßburg zurückzukehren, wo er wieder in größter Dürftigkeit sein Lehramt übernahm und vom Unterricht» ertheilen lebte. Noch vor seiner Abreise
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Streeruwitz-Suszncki
Volume
40
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1880
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
394
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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