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Sturm, Eduard 227 Sturm, Georg
wolle, warum die Minderheit gegen den
Entwurf der Mehrheit sei? Abgeord-
neter Oi-. S tu rm entsprach dieser Auf»
forderung, indem er absatzweise die
Mehrheitsadrefso durchging und die Be»
denken der Minderheit bei jedem Pafsns
motivirte. Als dann in eröffneter Spe>
cialdebatte sich Niemand zum Worte
erhob und die einzelnen Absätze deS
MehrheitsentwurfeS mit allen Stimmen
der Mehrheit gegen die der Minderheit
angenommen wurden, meldete er im
Itamen der Minderheit, besiehend aus
ihm und den Abgeordneten Herbs t ,
K o p p , D e m e l . Tomaszczuk ,
Weeber, Scharschmid, Ed.SueĂź
und Rechbauer, einen Gegenentwurf
an und ersuchte den SchriftfĂĽhrer, davon
im Protokoll Erwähnung zu thun.
Thatsächlich übergab er auch den
Gegenentwurf der Minderheit nach
der Ausschußsitzung dem Präsidenten
^Grafen C o r o n i n i. Dr. S t u r m
gehört zu den meist genannten Mit»
gliedern des Abgeordnetenhauses, in
welchem er als begabter Redner, als
deutscher Parteimann und Oppositions»
Mitglied eine einfluĂźreiche Rolle spielt.
Die Stadt I g l a u , welche ihn seit
1865 zu wiederholten Malen in den Land-
tag und als die directen Wahlen statt-
fanden. 1869 in das Abgeordnetenhaus
deS ReicbsratheS wählte, zeichnete ihn
auch durch Verleihung des EhrenbĂĽrger-
diplomes aus.
W a n d e r e r (Wiener Parteiblatt) <868,
Nr. 155 im „Tagesbericht" ^diese „Tages-
berichte" — die wenig beachtet wurden —
sind in gereimten cäsurlosen Alerandrinern
verfaĂźt und behandeln nicht selten mit
schneidendem Witz und beiĂźenden Sarkasmen
die politische Tageefrage und die darin agi»
renden Personen). — Innsbrucker
T agbl a t i <869. Nr. 262: „Di>. S tu rm
und Ignaz G i o v a n e l l i". — F l o h
<Wiener Witzblatt) 20. September <873, Nr. 36:' „An Dr. S t u r m". — Bombe
(Wiener Witzblatt) 2. Februar i879.- „An
Dr. S t u r m". — Charge „Der Floh"
9. März 1873. Nr. 10: vr. Eduard
S t u r m . Gezeichnet von A. G i l l.
I . Tomassich sc.
Sturm, Georg (Ma le r , geb. in
W i e n im Jahre 4834). Sein Vater
Friedrich Sturm (etwa der in den
Quellen S.230 unter Nr. 8 AngefĂĽhrte?)
wurde in jĂĽngster Zeit als ein besonders
im decorativ - malerischen Fache mit
groĂźem Erfolge thatiger Maler und als
Professor an der Kunstgewerbeschule deS
„Oesterreichischen Museums" oft genannt.
I n letzterer Eigenschaft lehrt er die
Blumenmalerei und sind zum Unterrichte
in derselben auch Frauen zugelassen. I n
rascher und vielversprechender Weise ent«
wickelte sich G e o r g s kĂĽnstlerisches
Talent unter des Vaters unmittelbarer
Leitung. Fast noch ein Knabe, kam er
bereits in die Lage, demselben bei den
Frescomalereien im neuen Opernhause
zu Wien gute Dienste zu leisten. I m
Jahre 1868 trat er in die Specialschule
seines Vaters am „Oesterreichischen Mu-
seum" ein und errang 1873 die Preis»
Medaille fĂĽr Farbencompositionen. Nun
liefen sofort Aufträge von verschiedenen
Seiten ein, sowohl von Privaten, wie
von Johann Grafen Wald stein, als
auch von der Regierung, indem das
Handelsministerium ihn aufforderte,
30 Aquarelle zu malen, welche zu Vor»
lagen für die in den verschiedenen Pro«
vinzen CisleithaniellS vom Staate ge-
grĂĽndeten kunstgewerblichen Schulen fĂĽr
Glas» und Porzellanmalerei dienen
sollten. Diese Blätter wurden dann von
Reiffenstein auf chromolithographi«
schem Wege vervielfältigt. Ueberdies
malt G e o r g S t u r m auch Blumen
und Ornamente, sowie FigurenstĂĽcke;
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Streeruwitz-Suszncki
- Volume
- 40
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 394
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon