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Sturm, Adam 228 s Anton
mit besluiderem Glück aber führt er
Thierstücke aus, deren Motiven er als
leidenschaftlicher Jäger unermüdlich
nachjagt. Der von C. v. V i n c e n t i
redigirten Familien > Zeitschrift „Die
Heimat" gebührt daS Verdienst, unS
beide Künstler, Vater und Sohn, in nach
deren Zeichnungen ausgeführten Illu«
strationen vorgeführt zu haben. So
brachte sie im Jahrgang 1876. S. 433,
nach einer Originalzeichnung von Pro-
feffor Friedrich S tu rm einen „sla»
voinschen Bienenkorbflechter" in Holz
geschnitten von Biberhofer ' . — nach
Originalzeichnungen von G e o r g
S t u r m aber im Jahrgange 1876.
S. l37: ein „Iagdstück" (V ö g t l e 20.
X< A. von V.Ade in Stuttgart); —
S. 393: „Waldbeeren" (Biberho fer
X.A.)'. — im Jahrgange 1877. S. 283:
ein „Iagdbild" (T. A d e in Stutt-
gart)' im Jahrgange 1878. S. 7:
.Exotische Vogelstube" (ein allerliebstes
lebensvolles Naturbild) von HI5 in der
X. A. der „Heimat" in Holz geschnit-
ten; - S. l63: „Lampe 's letzte
Stunden", — S. 679: „Kampfende
Amselhahne" und S. 687: Meister
Grimbart in Nöthen", alle drei in der
X. A. der „Heimat", erstere zwei ohne
Angabe des Xylographen, letzteres von
A. Stad lc r in Holz geschnitten.
Außerdem sind erwähnenswerth: i . Adam
8 türm von Hranic (geb. im mährischen
Städtchen Hranic, nach sembera im
Jahre 1530, gest. 3. Qctober 1365). In Be.
zug auf oas Geburtsjahr 1530 befindet sich
^ e m b e r a offenbar im Irrthum. Denn
wenn. wie er selbst berichtet, 8 turm die
„Erklärung der Evangelien" 1540 heraus«
ssegeben hat. so mühte dieser dieselbe im
Alter von zehn Jahren geschrieben haben. So<
nach wird wohl die Angabe, daß unser Autor
gegen Ende des 13. Jahrh, oder vielleicht 1503
geboren wurde, die richtige sein. Adam'S
Eltern waren „böhmische Brüder". Er widmete sich in Praq den höheren Studien,
erlangte 1519 das Baccalaureat und nahm
4530 in Leitomischl, dem damaligen Haupt»
sitz der „böhmischen Brüder", wo er gehei»
ratet hatte, die Stelle eines Stadtschreiberö
an. trieb aber nebenbei Schriftstellern,
indem er in genannter Stadt 1540 unter
andern die oberwäbiue „Erklärung der Evan»
gelien" (V7k1».«l? na Nvan^slia.) heraus»
gab. Als nach der Schlacht von Schmal»
kalden im Jahre 154? die Brudrrhäuser in
Mähren und Böhmen geschlossen und die
Brüder selbst aus dem Lande gejagt wurden,
verließ er mlt seinen Glaubensgenossen Lei»
tomischl und lam im Ftühjahre tä4tl nach
Lesno in Großpolen, >vo aber der Bischof
die „böhmischen Brüder" auch nicht dulden
wollte. Nun zog er nach Thorn und blieb
dort mehtere Jahre, so weit er kannte, für
die Sache seines Glaubens wirkend. Nach»
dem endlich die Verfolgungen der „böhmi»
schen Brüder" nachgelassen hatten, kehrte er
mit anderen Emigranten in seine Heimat
zurück. Wegen seiner Kenntnisse und seiner
Verwendbarkeit 1534 nach Prag berufen,
wurde er zunächst zu verschiedenen Ge>
schäften verwendet, sodann aber bei der
Burghauptmannschaft angestellt. I n Aner»
kennung seiner geleisteten Dienste ward er
von Konig Ferd inand I. 1556 in den böh»
mischen Adelsstand mit dem Prädicat von
Hranic erhobrn. Familienangelegenheiten
nöthigten ihn zur Rückkehr in seine Heimat
Mähren, wo er ein geistliches Amt annahm
und in demselben viel für den Unterricht
wirkte. Mit seinen Glaudensbrüdern Johann
6erny und Johann Blahoslaw redi»
girte er das Gesangbuch der „böhmischen Brü>
der", welches mit Unterstützung des Lukaä
von G 6 rkn auf dessen Schlosse Samotul
gedruckt wurde. Dasselbe enthält von
Iturm allein an vierzig, theils von ihm
selbst gedichtete, theils umgearbeitete Ge-
sänge. ^smöeT-a <^4. ^ , DsM? 5eöi »
litsi-Htui'^ 6s3ko5iovsu5k«, d. i. Geschichte
der oechoslavlschen Sprache und Literatur
(Wien 1868. gr. 80.). Vsk novHsi, d. i.
Neuere Zeit. S. 297. — ^un^mann ^7o«.^,
Vlistoris litblatur? öesks, d. i. Geschichte
der oechischen Literatur (Prag 1849,
F. öiwnää, schm. 4o.). zweite, von W. W.
Tomek besorgte Aufl.. S. U28.) —
2. Anton S t u 1 m (geb. l?88 , qest. zu
W i e n 2l. Februar il>2?). Ueber seine
Lebenöoerhältnisse ist nur bekannt, daß er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Streeruwitz-Suszncki
- Volume
- 40
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 394
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon