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) Johann 231
der Autor der Vergessenheit entzogen zu
werden. Aber er hat seinen Versen „Anmer»
kungen" beigefügt, welche „über etliche Oerter
und Wörter" Aufklärung geben und dem
Buche geschichtlich » topographischen Werth
verleihen. Die kĂĽrzeren stehen unmittelbar
unter dem Text. die längeren am Schlüsse
des Gedichtes. Es kommen darunter Nach>
Weisungen vor, welche sonst nirgends zu
finden sind und besondere Bedeutung fĂĽr
die Ortsgeschichte der Stadt Wien haben.
So z. B. ist das, was S t u r m ĂĽber den
Umfang der Stadt, die Befestigungsarbeiten,
mehrere Inschriften an den Stadtthoren, die
Hofburg, die Buchstaben A. E. I . O. U..
die Inschriften am erzbischöflichen Palaste
und in der Kirche am Hof, die Ehrenpforten,
den Stock im Eisen, die Brunnen auf dem
Glaben und dem Neuen Maikte. ferner ĂĽber
mehrere Inschriften und Schilder cm Häusern
u. s. w- mittheilt, größtentheils neu. Son»
derbarenveise aber fand sich das Gedicht in
den ziemlich zahlreichen Bibliotheken Wiens
nicht vor. Nur der berĂĽhmte BĂĽchersammler
Franz Haydinger , dessen unser Lexikon
l.Bd. V I I I , S. 107) gedenkt, besaĂź dieses
Werkchen, aber anch seinem Exemplar fehlte
ein voller Druckbogen. Nun erhielt Dr. Th.
G. von Kara jan ^Bd. X, S. 46?) nach
längeren Umfragen endlich die Nachricht,
daß die königl. Bibliothek zu München ein
Exemplar dieser Schrift besitze, und er war
so glücklich, dasselbe zur Benützung zu er»
langen. Nachdem er den Werth der dem
Gedichte beigefĂĽgten Anmerkungen geprĂĽft
und anerkannt hatte, veranstaltete er 1866
eine Auflage von 100 Exemplaren, welche
bei C. Gerold in Wien herauskam. Nach.
träglich wuroe aus den Acten des Wiener
Stadtarchivs auch ermittelt, daĂź der Dichter
I . S turm vom Wiener Stadtrathe fĂĽr das
Posm ein Geschenk von 18 >fl., eine fĂĽr die
damaligen Zeiten gar nicht so kleine Ehren»
gäbe erhalten hat.— l i . Johann S tu rm
von Gre i f enbe rk lebte im 16. Jahr»
hundert als Bürger und Senator der Präger
Neustadt. Von Seite der Städte auf
mehrere Landtage entsendet, nahm er an
den Berathungen ĂĽber Steuersachen, ĂĽber
Ausgleichung der Stadt» uno Landrechte
und an anderen mehr oder minder wich»
tigen Verhandlungen thätigen Antheil. Für
seine in dirsem Wirtungskreise erworbenen
Verdienste wurde er vom Kaiser im Jahre
1S64 in den Adelstand mit dem Prädicate Sturms Karl
von Greifenberk erhoben. Johann ist
auch Verfasser nachstehenden Buches: »Xie-
8ta,u5k6 a xodoZns ro^imäni ua, evau-
Fsiiuin LV. ^2QH", d. i. Geistliche und er»
bauliche Auseinandersetzung des Eoange.
liums deS h. Johannes (Prag 1567). —
12. Kar l S t u r m (geb. 1774. gest. zu
Wien 22. August 1804). Kupferstecher.
Ueber seinen Bildungs» und Lebensgang
liegen weiter keine Nachrichten vor. Viel«
leicht ist seine Person identisch mit dem von
Nagler erwähnten Kupferstecher S tu rm,
der nach ihm zwischen 1790 und 1800 in
Wien gearbeitet hat. Kar l 2 tĂĽrm lieferte
eine Neihe von Blättern in Puncticmanier,
welche in den zu Anfang des neunzehnten
Jahrhunderts in Wien blühenden Kunst«
Handlungen I . Eoer uno Tranqu i l lo
Mo l lo , sowie in dem um jene Zeit errich«
teten sehr rührigen Industrie » Comptoir
herauskamen. Von seinen Arbeiten fĂĽhren
wic an: „Anleitung. Figuren zu zeichnen",
30 Blätter nach K in i nger (Kl.'Fol.). nicht
zu verwechseln mit der von dem Professor
in der Ingenieurschule An ton S t u r m
1823 bei Müller in Wien (Qu..4<>.) heraus»
geaebenm „gründlichen Schule der Zeichen»
kunlt für Anfänger"; — „Volkstrachten von
Wien" zwölf Vlätter in zwei heften nach
M a i l l a r d in Nouleltenmanier (4".); —
Eine Folge kleiner Vignetten und anderer
SujetS. nach verschiedenen Meistern; —
zwei Blätter mit weiblichen Attitüden im
modernen Eostum nach Kin inger , schwarz
und in Farben (kl. Fol.). Ferner folgende
einzelne Blätter: „Papst Pius VI." (kl. Fol.);
— „Bon aparte, erster Consul der Repu>
blit". braun gedruckt (ll. Fol.); — „Die
schmerzhafte Mutter Maria" punctirt, braun
und in Farben (kl..4".); — «1'ke QUßsUo
Obiiä« (oval'40.) — „1>5s ^.sri-onom?", die.
ses und das vorige nach Violet, Copie nach
B a r t o l o z z i (oval.4".); — „Fanny",
Mädchen auf einer Dogge reitend; —
„Henry", Knabe im Begriff auf einem Pudel
aufzusitzen. GegenstĂĽcke, beide sehr fein
punctirt, braun und in Farben (4°.); —
„Zwei kleine, auf einer Wiese nach Geld»
stücken suchende Mädchen", — „Dieselben,
von denen das eine die gefundene MĂĽnze
zeigt", GegenstĂĽcke, braun und in Farben
(4^,); — „Mädchen mit dem Vogelbauer",
— „Mädchen mit der Katze", Gegenstücke
braun und in Farben (4".); — „Menuel«
Tänzel". — „Menuet>Tänzerin", Gegenstücke,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Streeruwitz-Suszncki
- Volume
- 40
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 394
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon