Page - 232 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
Image of the Page - 232 -
Text of the Page - 232 -
Sturm, Nudolph 232 Sturm, Wenzel
braun und in Farben (4".); — ,Der Furcht,
same". Die Geliebte schrickt ihn durch eine
Maske; — „DaS Gespenst". Ein Mädchen
schreckt idren Geliebten durch eine Gespenster«
maske (dieses und daS vorige 4o.); —
„Der Liebesbrief". Mädchen an einer Säule
über den Inhalt eines Briefes sinnend, —
„Das Portrait". Jüngling an einer Säule
betrachtet das Bildnih seiner Geliebten.
Gegenstücke (beide oval»40.) ,- — „Der
Stutzer", in steifem Anzüge, — „Das schlaue
Mädchen", in niedlicher Haustracht mit dem
Körbchen. Gegenstücke (4°.); — „Der seuf«
zende Liebhaber". — „Die Spröde". Gegen-
stücke (40): . - „Der Schlittschuhläufer". —
„Mädchen im Eisschlitten". Gegenstücke (4°.).
Die letzten zehn Blätter braun gedruckt oder
in Farben ausgeführt. S tu rm führte eine
feste Nadel. Das Peste leistete er in Vunctir
manier, die damals sehr beliebt und durch
John zu doher Vollendung gebracht war.
In der Wahl seiner Stoffe huldigte er dem
„geschmacklosen Geschmacke" sViner Zeit. —
13. Michael S t u r m (geb. 1779. gest.
zu Wien 4. Februar181U), Porzellanmaler.
Wohl derselbe, dessen Nagler sVd. XVs,
S. 528) als eines Landschaftsmalers ge.
denkt, überdies oon ikm berichtend, daß er
„um 4805 in Wien gearbeitet und in der
k. k. Porzellan-Manufactur daselbst beschäf-
tigt gewesen". —, 14. Pau l S t u r m oon
Fürstenfeld, ein böhmischer Edelmann
tes 16. Jahrhunderts. Sein Andenken
hat sich durch ein Ietun erhalten, welches,
auf seine Vermälung mit Dolpra VuoimZKa
von älavkov geprägt, in Mi l rner 's „Be-
schreibung der bisher bekannten böhmischen
Prioatmünzen und Medaillen. Heraus-
gegeben von dem Vereine für Numismatik"
(Prag 1832, 4"). S. 633 geschildert und
auf der I.XV1. Tafel Nr. 3<>6 adgeoilde
ist. Er war tä72 Buckhalter der böhmischen '
Kronr und an, Bergbaue zu Ioachimsthal
betheiligt; überdies besaß er zwei Brrgzechen
zu Eule und betrieb eine eigene Goldberg'
zeche, „goldene Sonne" benannt. Im Jahre
1571 wurde er mit seinen Erben in den
böhmischen Ritterstand aufgenommen. Nach
dem Tode seiner ersten Gemalin heiratete er
zum zweiten Male, und zwar Anna perar.
kowa. Er scheint um 1386 gestorben zu sein,
denn aus diesem Jahre stammt sein Testa«
ment. worin er in Ermanglung eigener
Leibeserben seine zweite Gattin zur Erbin
seines Nachlasses bestimmt. — 15. Rudolph S t u r m (geb. 1730. gest. in Wien
4. Februar 1794) lebte in Wien, als Por-
zellanmaler in der k. k. Porzellan. Manu-
factur daselbst beschäftigt. Vielleicht war er der
Vater der beiden Porzellanmaler Dominik
(Nr. 5) und Michael ^Nr. 13) oder doch
mit ihnen verwandt. — 16. Wenzel.
S tu rm (geb. zu Bischof»Teinitz in Böhmen
im Jahre 1531, gest. zu Olmütz 27. April
1601). Frühzeitig durch Geist, Frömmigkeit
und Klugheit sich auszeichnend, lenkte er die
Aufmerksamkeit einiger Vrälaten und tatho«
lischen Edelleute auf sich, welche bei der
damals in Böhmen sich ausbreitenden Sec<
tirerei den Kaiser Ferdinand I. zu dem
Entschlüsse bestimmt hatten, zwölf böhmische
Jünglinge nach Rom in das deutsche Cot»
legium zu entsenden, wo sie in den theolo»
gischen Disciplinen unterrichtet und dann in
ihre Heimat zurückgebracht werden solllen,
um daselbst den Kampf gegen die Lutheraner,
Calviner und böhmischen Brüder mit den
Waffen der Religion zu führen. Einer von
diesen zwölf Jünglingen war Wenzel S.
Da das deutsche Collegium nicht die Mittel
dazu besaß, so viel Zöglinge heranzuziehen,
so kamen einige derselben, darunter Sturm,
lm Jahre 1353 m das römische Collegium,
an welchem der Stifter der Gesellschaft
Jesu, Ignatius Loyo la , die Ausbildung
und Erziehung der Jünglinge selbst leitete.
15ÜÜ nahm Sturm das Ordenskleid und
gegen Cnde 1558 kehrte er nach Prag zurück.
Daselbst wulde er zunächst im Prvdigtamte
verwendet, entsprach aber ganz und gar nicht
den in ihn gesetzten Erwartungen. Er hatte
im Römerlande seine Muttersprache zum
Theil vergessen und verstieß in seinen Vor»
trägen nur zu sehr gegen die Regeln der
Glammatik. Uederdies hatte er im römischen
Collegium weder die philosophischen, noch die
theologischen Studien beendet, es ließen
daher auch nach dirser Seite seine homileti«
schen Vorträge gar Manches zu wünschen
übrig. Um nun diesen Uebelständen nach
Thunlichkeit abzuhelfen, wurden die von
anderen Geistlichen für ihn in lateinischer
Sprache geschriebenen Vredigte« mehreren
Prager Domherren zur Uebersetzung ins <^e<
chlsche übergeben. Diese Elaborate lernte
S t u r m auswendig und trug sie seinen
Oroenscollegen während der Mittags« oder
Abendmahlzeit so lange vor, bis dieselben
an seinem Vortrage nichts mehr auszustellen
fanden. So in der Redekunst geschult, hielt
back to the
book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Streeruwitz-Suszncki, Volume 40"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Streeruwitz-Suszncki
- Volume
- 40
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 394
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon