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Stutterheim, Karl 242 Stutterheim, Karl
gerische Laufbahn in der sächsischen
Armee begonnen und wäre dann aus
derselben in die k. k. Armee übergetreten
nach Anderen hätte er frühzeitig sogleich
in der k. k. Armee zu dienen angefangen
nnd in dieser schon die ersten Kriege
gegen Frankreich mitgemacht. Gewiß ist
es. daß er 1793. also im Alter von erst
18 Jahren, als Oberlieutenant im öster
reichischen General. Quartiermeifterstabe
bei der Ginnahme der Lautenburger
Linien in der vierten Angriffscolonne
sich befand und am l3. December des
folgenden Jahres bei der Zerstörung der
feindlichen Arbeiten an der Munden
deimer Chaussee außer der Rheinschanze
besonders dadurch sich bemerkbar machle.
daß er die Geschütze in ihre Stellung
einfühlte und die Truppe mit großer
Oeschicklicbkeit leitete. In der Schlacht
bei Magnano ;og er durch seine umsich-
tigen Manöver mil zwei Geschützen und
einem Bataillon Wartensl<ben an der
Spitze der ersten Colonne die Aufmerk'
samkeit des Feldmalsckall»3ieutenants
Äray auf sich. von welchem er seiner
Haltung wegen öffentlich gerühmt
wurde. Auch m der Schlacht an der
Trebia zeichnete er sich so glänzend auS,
daß er zum Major im Corps aufrückte.
Im Jahre 1806 bereits Oberst, leistete
er wicbtige Dienste im preußisch, rufst,
schen Kriege gegen Napoleon und 1396
und 180? soll er bei verschiedenen An-
lässen wichtige diplomatische Sendungen
mit großem Geschick ausgeführt haben.
(Ob da nicht eine Verwechslung mit
seinem Namensvetter Friedrich s^iehe
d. S. 237^ stattfindet? Anmerkung des
Herausgebers.) Im Jahre 1809 war er
bereits Generalmajor, also im Alter von
33 Jahren, ein Fall, welcher, abgesehen
von den Mitgliedern des ah. Kaiser»
Hauses, zu den seltensten Ausnahmen gehört. Stut terheim commandirle
im genannten Jahre eine Brigade im
4. Armeecorps. Rühmlichstes leistete er
in dem Gefechte bei Eckmühl, am
22. April. Unsere Infanterie war auS
dern Walde zwischen Unter- und Ober-
Leuchling geworfen worden', in diesem
verhängnißoollen Augenblicke eilte er
mit vier Schwadronen Vincent» Che-
vaurlegers herbei, sammelte die zer»
streuten Bataillone, und sie zu neuem
Kampf entflammend, stürmte er mit
ihnen den Wald, von dem ein Theil
wieder in die Gewalt der Unseren kam.
Dadurch war für den ersten Augenblick
wenigstens Zeit gewonnen. Der nicht
mußige Feind griff aber mit Verstär«
kungen an und trieb die Unseren neuer»
dings aus dem Walde, worauf noch ein
Schwärm feindlicher Tirailleurs sich auf
die zwischen dem Walde und der Straße
liegende Ebene warf. Abermals eilt nun
Srut terhe im herbei, greift, von den
Tirailleurs mit einem heftigen Kugelregen
empfangen, diese nickts destoweniger ent«
schieden an, wirft sich mit wahrer TodeS»
Verachtung mitten in die feuernden
Haufen und drängt und treibt sie in den
Wald zurück. Unser Geschütz, welches
eben auf der Straße den Rückzug be<
gönnen hatte, wurde durch diesen An»
griff zum größten Theil gerettet. Als der
General darauf den Rückzug anordnete,
sah er sich mit einem Male von feind«
lichen Cürassiren umringt, aber die
Tapferkeit des Wachtmeisters PetitpaS.
der in die feindlichen Reiter mit aller
Bravour einhieb und sie vertrieb, rettete
ihn vor der Gefangenschaft. — Wiederum
Ausgezeichnetes leistete S tu t te rhe im
am zweiten Schlachttage von Wagram,
wo nur seinem entschlossenem Angreifen
die Behauptung des Dorfes Aderklaa
zu verdanken war. Kaum hatte die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Streeruwitz-Suszncki
- Volume
- 40
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 394
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon