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Stwrtnik) August (I.) 249 ik^ August (I.)
artilleristischen Geist im Feldzuge des
IahreS 1799 bei der Beschießung deS
festen Platzes Tortona, welche zu den
merkwürdigsten im Gebiete des FestungS-
krieges gehört. Er theilte dabei die 3or»
beern mit dem Genie < Major 3opez
^Bd. XVj , S. 33^, der ihn als Com-
Mandanten der Belagerungs« Artillerie
am wirksamsten unterstützte. Kunst und
Natur erschwerten ungemein die Belage»
rung Tortonas. Der Raum, von welchem
aus man den an Zahl überlegenen
Festungsgeschützen beikommen und sie
endlich zum Verstummen bringen konnte,
war ein äußerst beschränkter und machte
die wirksame Einführung der Batterien
sehr schwierig. Am 12. August hatte die
Beschießung begonnen, und schon am
43. war das feindliche Geschütz an vielen
Stellen verstummt, ein Beweis dafür,
mit welcher Geschicklichkeit die von
Stwr tn i k befehligte Artillerie ihre
Geschosse in die.feindliche Festung abge»
feuert, wie nb^aus glücklich er die Auf.
stellung unserer Batterien bewerkstelligt
hatte. Dock daran hatte er nicht
genug. Er wollte die Festung zum Falle
bringen. Es gelang ihm. eine neue Stelle,
von welcher eine günstige Beschießung
sich ermöglichte, aufzufinden, und ohne
zu zögern, placirte er daselbst eine Batte»
rie vou drei zehnpfündigen Haubitzen
und vier zehnpfündigen Pöllern. Durch
diesen neuen Beschießungspunkt wurde
nun die Communication von der oberen
in die untere Festung stark beunruhigt,
und der Feind glaubte, gegen die Auf»
stellung dieser Batterie und eine weitere
Beschießung aus verschiedenen aus der
Luft gegriffenen Gründen protestiren zu
dürfen. Man ließ ihn Protestiren und
antwortete darauf noch am 47. durch
Aufstellung einer zweiten Batterie von
vier zwölfpfündigen schweren Geschützen. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich
warten, das Feuer der Festung ver-
stummte bald ganz. und nun konnten die
Unseren mit aller Sicherheit der Festung
durch Tranchäenarbeiten sich nahern und
den Minenbau ungestört fortsetzen. Schon
befand sich am 2t. auch der Bau auf
zwei Bresche-Batterien für achtzehn Ka-
nonen im vollen Gange, als der Feind
zu capituliren verlangte, worauf am
11. September die Festung von unseren
Truppen besetzt wurde. Der Fall Tor»
tonas aber war für unsere weiteren
Operationen von großer Wichtigkeit. —
In der Schlacht bei Marengo (14. Juni
1800) mußte der damalige Feld-Artille.
rie-Director Oberst Reisner in Folge
einer erhaltenen Kopfwunde sein Com-
mando niederlegen und S twr tn ik das-
selbe übernehmen, der es nun ungeachtet
zweier während des Kampfes empfan«
gener Contusionen bis zum Ende der
Schlacht mit einer Bravour ohne Gleichen
führte, so daß ihm im Capitel des Jahres
1802 das Ritterkreuz deS Maria There-
sien-Ordens zuerkannt wurde. Im Jahre
<80ä befehligte er. mittlerweile ;um
Oberstlieutenant vorgerückt, die Artillerie-
Hauptreserve in Italien, 1809 aber die
Artillerie des ersten Armee > CorpS in
Deutschland. An den Scklachttagen bei
Aspern. 21. und 22. Mai, führte er
während des Sturmes auf dasselbe seine
Batterien vor und stellte sie auf das
glücklichste auf. so daß das Feuer seiner
Geschütze den Sturm unsrer Truppen
auf daS nachdrücklichste und erfolgreichste
unterstützte. Der Generalisfumis Erz»
herzog Kar l ernannte den Oberst S..
das Verhalten desselben würdigend, auf
dem Schlachtfelde zum General«Major.
Noch wohnte dieser alS Artillerie.Briga»
dier den Schlachten bei Wagram und
Iglau bei, führte im Jahre 18l3 daS
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Streeruwitz-Suszncki, Volume 40
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Streeruwitz-Suszncki
- Volume
- 40
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 394
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon