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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Volume 41
Page - 127 -
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Page - 127 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Volume 41

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127 6. .Mai 1796. Todesjahr unbekannt). Von armenischen Eltern. Er besuchte das Gymnasium und die Hochschule in Lemberg und zeigte frühzeitig un» gewöhnliche geistige Begabung. Als Knabe von zwölf Iahien lieferte er poetische Arbeiten und vollendete später in der Zeit von vier Wochen eine Tra> gödie „Nie Mediieer", welche er an die königliche Gesellschaft, der Wiffenschafts« freunde in Warschau einsendete. Trotz seiner 35eblingsneigung lag er mit Eifer den rechtswiffenschaftlichen Berufsstudien ob und erlangte am 24. Juni 1824 daraus die Doctorwürde. Bei seiner Unabhängigkeitsliebe zog er dem Eintritt in ein öffentliches Amt die Advocaten» Praxis vor und zeichnete sich als Rechts» anwalt bald durch die Schärfe seines Geistes und die Gründlichkeit seiner juri» dischen Kenntnisse so überlegen aus. daß die Rechtsgelehrten und insbesondere die Professoren der Lemberger Hochschule nicht selten in streitigen Fällen seine An» ficht und seinen Rath einholten. Aber sein poetischer Geist fand mit der Zeit an der Prosa des praktischen Lebens immer weniger Behagen und flog nicht selten in höhere Sphären, den Begeisterten bald ganz dem WeiktagStreiben des täglichen Einerlei, dessen Regelmäßigkeit ihn er« müdete, zuletzt anwiderte, entführend. Der Poet wollte Poesie, nicht Wirklich- keir. Er hatte eben vom Becher der Phantasie getrunken, dessen Feuertrank den Einen belebt, wenn er den Anderen zerstört. So wurden ihm allmälig die Dinge, welche ihn täglich umgaben, schaal, ec sehnte sich, nirgends Rast und Ruhe sindend, von den Zerrbildern einer immer regelloser sich gestaltenden Phan« tasie umgaukelt, nach Abwechslung, vei« nachlässigte seinen Beruf und als er gar betreff seines Vermögens in unan- genehme Rechtsstreitigkeiten verwickelt wurde, verließ er Lemberg und ging zunächst auf Reisen. Welche anderen, vielleicht nicht minder mächtigen Momente sein Sinnen und Trachten sonst noch be» einfiußt haben mochten, ist nie ermittelt worden. Kurz. er besuchte Deutschland, dann Paris und segelte endlich über den Canal nach London. Aber der trübe Nebel AlbionS legte sich schwer auf die ohnehin vom Druck der Verhältnisse be» lastete Seele und übte auf den ruhelosen Wanderer einen nachtheiligen Einftuß. S. raffte sich auf, verließ die Themsestadt und kehrte auf das Festland zurück. Nach einigen Umwegen erreichte er Wien. wo er einige Jahre verweilt und aufs neue seinem rechtswiffenschaftlichen Be> rufe, wie auS einigen daselbst veröf» fentlichten Arbeiten zu schließen, gelebt zu haben scheint. Aber der in seinem Gleichmaß gestörte Genius fand sich nicht wieder. Schließlich gab sich Szadb ej durch Selbstmord den Tod. Heraus» geber suchte vergebens nach genauen Daten', doch möchte der Zeitpunkt dieser tragischen Katastrophe nicht vor Ende der Dreißiger«Iahre zu setzen sein, da eines seiner Werke noch im Jahre 4838 im Druck erschien. Sz. schrieb, und zwar in deutscher und polnischer Sprache gleich geläufig, theils Rechtswissenschaft- liches. theils Poetisches, doch nur in letz. terer Richtung gab er selbstständige Werke heraus. Die Titel derselben sind: os2l^'s./-. ^ackös^'a« (Wien 1833, Mechitaristen); — « ^ o s ^ " (Lemberg 1837. 8o.) eine Fortsetzung der ersten Sammlung'. — „Sllphllilisbe. Gin Tiuuer- zpiü in lünk Aufznglll" (PariS 1838, 8<i.); — „Hanliibjils Gai>. Oin Granerspill in liint Ällhügen« (ebd. 1838). Seine rechts« wissenschaftlichen Arbeiten veröffentlichte er, die Inauguraldissertation zur Erlan»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Volume 41
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Susil-Szeder
Volume
41
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1880
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
340
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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