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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Volume 41
Page - 157 -
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Page - 157 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Volume 41

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i) Constantin Felicyan ^ Constantin Felicyau geschmückten Kreuze beschenkt, mit welchem er auch meist abgebildet ist. In den folgen» den Jahren spielte er in allen politischen Vorkommnissen eine einflußreiche, bald ver. mitielnde. bald die Interessen seines Königs mit allen Kräften fördernde Rolle. In An< erkennung dessen erhob ibn derselbe nach dcm Ableben des Bischofs Kasimir kubieüski auf den bischöflichen Stuhl von Krakau. Bei der Feier seines Einzuges in diese Stadt erzählte man sich folgende Thatsache. Noch als mittelloser Schüler in Krakau, kam er oft mit mehreren seiner Genossen in das Kloster der Reformaten. um daselbst sein Töpfchen mit Speisen füllen zu lassen. Und als der hübsche Junge eines Tages wieder seiner Portion harrte, erregte er die Auf« merksamkeit des Starosten Ly towst i , der eben mit dem Vorsteher des Klosters aus der Pforte trat. Der Starost erkundigte sich nach dem Benehmen des jungen Studenten, und da er nur Lobenswenhes über ihn er» fuhr. streichelte er ihm die Wange und reichte ihm ein Goldstück dar, indem er scherz» weise sagte: „Bleib nur brav, lerne fleißig, damit du einmal Bischof von Krakau wirst, und dann überlässest du mir die Herrschaft Kielce, mit welcher ich grenze, in Pacht". Dreißig Jahre waren seit diesem Vorfalle dahingegangen. Starost L ß t o w s t i , in Folge der kriegerischen Zeiten, welche sein Vaterland heimgesucht hatten, ganz verarmt, lebte von den kleinen Resten seines Ver« mögens, die er noch gerettet, kümmerlich in Krakau, als er eine Einladung zur Festtafel erhielt, welche zur Feier des bischöflichen Einzuges stattfand. <3r war nicht wenig darüber erstaunt, denn was sollte er, der Verarmte, unter den Großen und Reichen der Krone? Aber er war nun einmal ein» geladen und ging zur Tafel. Als daS Fest- mahl seinem Ende nahte, erhob sich der Bischof Szaniawöki und dem Starosten Ltztowski, der am unteren Ende der Tafel saß, zutrinkend, rief er aus: „Herr Starost, es lebe unsere alte Freundschaft". Dieser sah verwundert auf den Bischof, dessen Worte er gar nicht begriff. Der Kirchenfürst aber säumte nicht lange mit der Aufklärung und erzählte vor allen Gästen, wie er alS Student bei den Reformaten sein Essen geholt und wie ihn eineS TageS der damalige Starost Ltztowski in liebevoller Weise ermahnt und zuletzt mit einem Goldstücke beschenkt habe. Darauf winkte er seinem Marschall, und dieser setzte auf die Tafel eine mächtige silberne Vase, hob den Dcckcl ab und zog aus derselben das Töpfchen des armen Studenten hervor, das in Silber eingefaßt war. „Ich habe dieses Töpfchen in Ehren gehalten, aber meinen wackeren Sta< rosten, der mich einst reich beschenkte, auch nicht vergessen. Auch Eure Worte sind mir im Gedächtnisse geblieben, und da ich denn nun Bischof von Krakau bin. erfülle ich Euer damaliges Begehren und gebe. Euch die Herrschaft Kielce in Pacht", und nach diesen Worten zog er aus dem silbergefaßten Töpfchen den fertigen Pachtvertrag und reichte ihn dem tiefgerührten Starostei'. Dieser, welchem allmälig die Erinnerung an jenen Vorfall zurückgekehrt war, übernahm den Pacht und blieb für den Rest seines Lebens von den drückenden Sorgen seiner unverschuldeten Armut befreit. Diese Ge. schichte von dem Töpfchen des Bischofs Szan iawst i , die übrigens nicht erfunden, sondern Thatsache ist, lebt noch zur Stunde im Munde des Krakauer Voltes. Unser Bischof war ein würdiger Kirchenfürst. Das von den Schweden in Brand gesteckte und verwüstete Schloß in Krakau stellte er in verschönerter Gestalt wieder her; das Semi, nar bei dem Krakauer Bisthume dotirte er mit einer jährlichen Stiftung in Geld; der Hochschule war er ein großmüthiger Wohl» thäter, und in Lukow stiftete er eine Anstalt für arme Studenten mit einem Aufwande oon 1W.000 poln. Gulden. Der Weihbischof von Joppe, Ludwig LtztowSti, ist dem Bischof wenig wohlwollend gesinnt. Im Drucke sind von S z a n i a w S k i er- schienen: „läea vit-as saosrHotHUs »ä uZum olsri äiosos22ni« (Krakau i?2l, 4°.); — „Ks^ia ßOmiuas NaFestatis I'esn Okristi st Hlai-ias psr Oous t. V'sN ei Hnu,ui s-anianski No. Nrac. eonssol-äta et HäapsrtH" (Oallovws 17.. , I^v. ^2l>. Al2t5H32ki6nic2. I'ai.); — .Vpistola vaZta- i-aUs" (ebd. l?20. 4".); — „Väietum, eontra äi35iäsu,ts!z" (ebd. 1725. Fol.). Vierzehn Jahre hatte Szaniawski sunen Bischof« sitz eingenommen, als er im Alter von 64 Jahren vom Tode ereilt wurde, ^ f iow^ i kanouikön krakonskiek, d. i. Katalog der Krakauer Bischöfe, Prälaten und Dom« Herren (Kratau l852, UniversitätSdruckerei. 8°.) Bd. I I , S. 230. — <-^i22äkk d. i. Das SternllM von
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Volume 41
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Susil-Szeder
Volume
41
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1880
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
340
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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