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i) Constantin Felicyan ^ Constantin Felicyau
geschmückten Kreuze beschenkt, mit welchem
er auch meist abgebildet ist. In den folgen»
den Jahren spielte er in allen politischen
Vorkommnissen eine einflußreiche, bald ver.
mitielnde. bald die Interessen seines Königs
mit allen Kräften fördernde Rolle. In An<
erkennung dessen erhob ibn derselbe nach dcm
Ableben des Bischofs Kasimir kubieüski
auf den bischöflichen Stuhl von Krakau.
Bei der Feier seines Einzuges in diese Stadt
erzählte man sich folgende Thatsache. Noch
als mittelloser Schüler in Krakau, kam er
oft mit mehreren seiner Genossen in das
Kloster der Reformaten. um daselbst sein
Töpfchen mit Speisen füllen zu lassen. Und
als der hübsche Junge eines Tages wieder
seiner Portion harrte, erregte er die Auf«
merksamkeit des Starosten Ly towst i , der
eben mit dem Vorsteher des Klosters aus
der Pforte trat. Der Starost erkundigte sich
nach dem Benehmen des jungen Studenten,
und da er nur Lobenswenhes über ihn er»
fuhr. streichelte er ihm die Wange und
reichte ihm ein Goldstück dar, indem er scherz»
weise sagte: „Bleib nur brav, lerne fleißig,
damit du einmal Bischof von Krakau wirst,
und dann überlässest du mir die Herrschaft
Kielce, mit welcher ich grenze, in Pacht".
Dreißig Jahre waren seit diesem Vorfalle
dahingegangen. Starost L ß t o w s t i , in
Folge der kriegerischen Zeiten, welche sein
Vaterland heimgesucht hatten, ganz verarmt,
lebte von den kleinen Resten seines Ver«
mögens, die er noch gerettet, kümmerlich in
Krakau, als er eine Einladung zur Festtafel
erhielt, welche zur Feier des bischöflichen
Einzuges stattfand. <3r war nicht wenig
darüber erstaunt, denn was sollte er, der
Verarmte, unter den Großen und Reichen
der Krone? Aber er war nun einmal ein»
geladen und ging zur Tafel. Als daS Fest-
mahl seinem Ende nahte, erhob sich der
Bischof Szaniawöki und dem Starosten
Ltztowski, der am unteren Ende der Tafel
saß, zutrinkend, rief er aus: „Herr Starost,
es lebe unsere alte Freundschaft". Dieser
sah verwundert auf den Bischof, dessen
Worte er gar nicht begriff. Der Kirchenfürst
aber säumte nicht lange mit der Aufklärung
und erzählte vor allen Gästen, wie er alS
Student bei den Reformaten sein Essen
geholt und wie ihn eineS TageS der damalige
Starost Ltztowski in liebevoller Weise
ermahnt und zuletzt mit einem Goldstücke
beschenkt habe. Darauf winkte er seinem Marschall, und dieser setzte auf die Tafel
eine mächtige silberne Vase, hob den Dcckcl
ab und zog aus derselben das Töpfchen des
armen Studenten hervor, das in Silber
eingefaßt war. „Ich habe dieses Töpfchen in
Ehren gehalten, aber meinen wackeren Sta<
rosten, der mich einst reich beschenkte, auch
nicht vergessen. Auch Eure Worte sind mir
im Gedächtnisse geblieben, und da ich denn
nun Bischof von Krakau bin. erfülle ich
Euer damaliges Begehren und gebe. Euch
die Herrschaft Kielce in Pacht", und nach
diesen Worten zog er aus dem silbergefaßten
Töpfchen den fertigen Pachtvertrag und
reichte ihn dem tiefgerührten Starostei'.
Dieser, welchem allmälig die Erinnerung an
jenen Vorfall zurückgekehrt war, übernahm
den Pacht und blieb für den Rest seines
Lebens von den drückenden Sorgen seiner
unverschuldeten Armut befreit. Diese Ge.
schichte von dem Töpfchen des Bischofs
Szan iawst i , die übrigens nicht erfunden,
sondern Thatsache ist, lebt noch zur Stunde
im Munde des Krakauer Voltes. Unser
Bischof war ein würdiger Kirchenfürst. Das
von den Schweden in Brand gesteckte und
verwüstete Schloß in Krakau stellte er in
verschönerter Gestalt wieder her; das Semi,
nar bei dem Krakauer Bisthume dotirte er
mit einer jährlichen Stiftung in Geld; der
Hochschule war er ein großmüthiger Wohl»
thäter, und in Lukow stiftete er eine Anstalt
für arme Studenten mit einem Aufwande
oon 1W.000 poln. Gulden. Der Weihbischof
von Joppe, Ludwig LtztowSti, ist dem
Bischof wenig wohlwollend gesinnt. Im
Drucke sind von S z a n i a w S k i er-
schienen: „läea vit-as saosrHotHUs »ä uZum
olsri äiosos22ni« (Krakau i?2l, 4°.); —
„Ks^ia ßOmiuas NaFestatis I'esn Okristi
st Hlai-ias psr Oous t. V'sN ei Hnu,ui
s-anianski No. Nrac. eonssol-äta et
HäapsrtH" (Oallovws 17.. , I^v. ^2l>.
Al2t5H32ki6nic2. I'ai.); — .Vpistola vaZta-
i-aUs" (ebd. l?20. 4".); — „Väietum, eontra
äi35iäsu,ts!z" (ebd. 1725. Fol.). Vierzehn
Jahre hatte Szaniawski sunen Bischof«
sitz eingenommen, als er im Alter von
64 Jahren vom Tode ereilt wurde, ^ f iow^ i
kanouikön krakonskiek, d. i. Katalog
der Krakauer Bischöfe, Prälaten und Dom«
Herren (Kratau l852, UniversitätSdruckerei.
8°.) Bd. I I , S. 230. — <-^i22äkk
d. i. Das SternllM von
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon