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welcher eineS Michael Longus de
Zaplonozy der ungarische Geschicht-
schreiber Graf Teleki in seinem histo-
tischen Werke: „Das Zeitalter der Hu-
nyaden" bereits im Jahre 1468 gedenkt.
Joseph wirkte 1841 als Vice-Stuhl,
richter, 1843—1849 als Stuhlrichter im
Marmaroser Comitat. AuS seiner Zu»
rückgezogenheit innerhalb der folgenden
Jahre trat er erst hervor, als er in
Marmaros'Sziget in das Abgeordneten»
haus des denkwürdigen Landtages 1861
gewählt, in demselben als Redner für
den B e s
ch
lu ß auftrat. Zum Verständniß
der politischen Sachlage verweisen wir.
um Wiederholungen zu vermeiden, auf
die Biographie Paul Ia. mbor sBd. X,
S. 60^. Szaplonczay knüpfte seine
Rede an den Auöspruch seines Vor»
redners an, der kein Geringerer war als
Julius Graf Andrässy, welcher die
bezeichnenden Worte sprach: „Daß die
Revo lu t ion in Ungarn nicht
durch die 1848er Gesetze, son«
dern durch deren Nichteinhal»
tung hervorgerufen sei". Und von
denselben ausgehend, gibt Szaplon»
czay eine chronologische Darstellung der
Thatsachen, die ihn zu dem Schlüsse
führte, daß unter solchen Ereignissen das
Volk in Ungarn nicht von Wien, dem
Herrfcher, sondern aus dem Auslande
feine Befreiung erwarten mußte. Mie
letzteres sich dabei verhielt, beweisen
die Sendungen Szalay's nach Frank«
fürt und London, Teleki's nach Paris
und des Pastors Wimmer nach Berlin,
dem Minister Graf Brandenburg den
Sendbrief uneröffnet zurückstellen und
durch den Polizeipräsidenten den Rath
geben ließ. Berlin zu verlassen^ Der Dar»
stellung jener Ereignisse läßt nun Sza-
plonczay eine weitere derjenigen fol« .
gen, welche seit dem 20. October 1860 ! statthatten, und er findet nichts weiter als
Ungesetzlichkeit: in der Eintreibung der
Steuern, im Vollzuge der GerichtSbar«
keit, kurz nur Verletzung der Verfassung '
und noch einen Blick auf die Zukunft
werfend, meint er: „sich ruhig aufsein
Gewissen berufen zu dürfen, wenn er
jetzt für den Beschluß stimme, denn er
wolle moralisch auf den Fürsten wirken,
damit auch dieser den Boden des Ge»
setzes betrete, auf dem er selbst mit seinen
Collegen stehe, und wenn jener diesen
Boden betrete, dann wolle er gern eine
Adresse an ihn richten". Die Rede
machte durch die Gelassenheit, mit welcher
sie vorgetragen wurde, und den vorherr»
schenden geschichtlichen Charakter ohne
Schwulst und Phrasen trotz ihres auf
den Beschluß ausgehenden Votums einen
guten Eindruck. Szaplonczay ist ein
Ungar alten Schlages: er steht auf dem
Boden der Verfassung und hält zum
König.
Der ungarische Reichstag 1361 (Pesth
186l. (5. Osterlamm. 8°.) Bd. I, S. 326. —
UkF^Ä.rorssäF ss 2237° vil^F, d. i.
Das Ungarlano und die große Welt (Pesther
illustr. Blatt. Fol.) 4806. S. ?09. — ^.2
01-2263 tuk.ro, d. i. Der Reichsspiegel
(Pesther illustrirtes Blatt) t862, Seite l66.
Porträte. Im vortrefflichen Holzschnitt im
obengenannten „klazMrorLsäs ss 22,37-
viläs«. — 2) In Lithographie (von Ma»
rastoni) im oderwähnten ^ 2 orssäF
Szaraniewicz. Isidor (Geschichts.
forscher, geb. zu Kozara in GaUzien
^heutiger Nohatyner Bezirk am Dniefter»
stufst am 16. Februar 1829). Sein
Vater Johann S. starb als griechisch»
katholischer Pfarrer zu Kozara im Jahre
1876. Nachdem der Sohn im August
1846 das Gymnasium zu Brzezan been»
det hatte, bezog er die Lemberger Hoch»
schule, wo er durch zwei Jahre den philo
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon