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Szarvassn 482
Psrträte. i) Unterschrift: „AN«
Mws 0IKU38" in der Pariser «Illustration"
1835. Ein Clichs davon in der „Leipziger
Illustrirten Zeitung". — 2) Facsimile des
Namenszuges: ^Wilbelmine Szarvady".
Nach einer Photographie. Stich und Drult
von Neger in Leipzig, Verlag von Baum»
gartner's Buchhandlung (4".).
Szarvassy, Joseph von (k. k. Gene.
ra l<Major und Ri t ter des Maria
Theresien.Ordens. geb. im Jahre 1746,
gest. zu Wien 29. November 1810). Er
entstammt einer fiebenbürgischen Familie,
welche schon in seinem Großvater, der
gleichfalls Joseph mit Vornamen hieß,
um die Mitte des 17. Jahrhunderts
geadelt wurde. Joseph trat 1762,
16 Jahre alt. als Cadet in das Infan-
terie»Regiment Nr. 2. Von der Pike auf
dienend, brachte er eS im Jahre 1770
zum Officier und Adjutanten im 9.Husza»
ren'Regiment. Zur Zeit des bayrischen
Trbsolgekrieges (1778—1779) war er
Oberlieutenant, im Türkenkriege (1787
bis 1789) Rittmeister. AlS solcher erhielt
er Befehl, mit dem Lieutenant Baron
Mölke und 60 Huszaren den im April
1788 aus Iafsy entflohenen, durck den
Rittmeister Szor 6 ny aber wieder einge»
brachten Moldauer Fürsten Upsi lant i
über Suczawa nach C;ernow'itz zu eScor»
tiren. Schon im Gefechte bei Belwestie
(31. August) zeichnete er sich durch seine
Tapferkeit besonders aus, doch in dem
Treffen bei Negotin am 6. Jänner 5790
erkämpfte er sich durch eine Woffenthat,
die zu den ruhmreichsten der kaiserlichen
Armee zählt, das höchste militärische
Ehrenzeichen. Um der von den Kaiser«
lichen blockirten Festung Neu»Orsowa
jede Unterstützung abzuschneiden, sollte
Negotin, wo die Türken ein Lager von
siebenthalbtausend Marin aufgeschlagen
hatten, genommen werden. Drei Batail»
lone Infanterie, eilf Züge Huszaren und acht Geschütze waren unter Commandc>
des Oberstlieutenants L ip thay ^Band>
XV, S. 233) zur Ausführung dieser
Unternehmung bestimmt. Am 6. Jänner»
Morgens acht Uhr, stieß daS Commando
eine Stunde vor Negotin auf eine etwa
Tausend Spahis zahlende feindliche-
Truppe. Szarvassy führte eilf Züge
Huszaren als Vorhut. Das Terrain war
mit hochgewachsenem Gestrüpp überdeckt;
diesen Umstand benutzten die Türken, um
mit ihrer Uebermachi die Flanken der
Kaiserlichen zu umgehen; aber S z a r-
vassymi l seinen Huszaren führte einen
so kühnen und erfolgreichen Angriff auf
den Feind aus, daß dieser den Rückzug,
antreten mußte. Jedoch durch neue Ab-
theilungen Spahis und Ianitscharen
unterstützt, drang derselbe von Neuem
gegen die Unseren vor. Um die Türken
über seine Schwäche zu täuschen, bildete
Szarvassy aus seinen eilf Zügen
deren achtzehn, dann warf er sich so un>
gestüm auf den eines solchen Anfturmes
nicht gewartigen Gegner, daß er den«
selben völlig in die Flucht trieb, wobei
der Corporal Nagy eine türkische Fahne
erbeutete. Die flüchtigen Türken machten
endlich im Dorf? Bukovice Halt, sammel»
ten sick daselbst aufs neue und unter»
nahmen einen dritten Angriff. Aber auch
jetzt wurden sie wieder völlig zurück-
geworfen. Diesmal verfolgte sie Szar»
vassy mit seinen Huszaren bis an den
Timok, und auf der Flucht vor den
hinter ihnen reitenden Verfolgern hatten
sie es so eilig, daß viele von der Brücke
stürzten und vergeblich Rettung suchend,
ihren Tod im Waffer fanden. Durch sein
umsichtiges Gebaren und seine Tapferkeit
wurde das Vorhaben der Türken ver«
eitelt und den Unseren die Einnahme
Negotins ermöglicht. Am 23. Jänner
1790, kaum einen Monat vor seinem
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon