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) Karl (Vater) ) Karl (Vater)
er aber alle Unterthanen zu hören pflege,
auch sie nicht habe abweisen wollen, und
da sie denn schon einmal da seien, ihnen
seine Meinung aufrichtig sagen werde,
welche darauf hinaus laufe, daĂ er keine
Aenderung der Eidesformel gestatten
könne und es somit bei der alten zu ver
bleiben habe. I n den folgenden Jahren
lebte S z À. s z mit ganzer Vertiefung
seinem 3ehramte und war in diesem zu>
gleich schriftstellerisch thÀtig. Als aber
das Jahr 4848 herankam und auch in
SiebenbĂŒrgen die Dinge in FluĂ ge>
riethen, trat er wieder in den Vorder
grĂŒnd. Nagy'Enyed, als Hauptoct des
aufgeregtesten Comitates, bildete seit dem
Beginne der oppositionellen ThÀtigkeit
in den DreiĂiger.Iahren den Ausgangs«
Punkt der nationalen Opposition in
SiebenbĂŒrgen. Am Vorabend (23. MĂ€rz)
der Marcal-Congregation hielten die re-
forrnirten Studenten mit einem Theile
der Nagy. Enyeder BĂŒrgerschaft eine
Volksversammlung ab, in welcher sie eine
neue Wahl des stÀdtischen Oberbeamten
(Ă€uotor nokilwiQ) und der Communitat
erzwingen wollten, dann schrieb man
das Wort âNnio« an alle WĂ€nde und
steckte gleichzeitig auf ThĂŒrmen, Basteien
und Giebeln die ungarischen National«
sahnen auf. Als am folgenden Tage,
29. MĂ€rz. der Obergespan NiclaS Baron
BĂ€nf fy die Marcal-Congregation mit
einer kurzen Rede eröffnet hatte, ergriff
Dionys Baron K e m 6 ny sBd. XI ,
S. 443^ da« Wort und stellte folgende
Antrage: Der Gouverneur sei durch eine
Deputation zu ersuchen, unverzĂŒglich
einen Landtag zu halten, um zu ver.
hĂŒten, daĂ das Land von MilitĂ€r ent»
blöĂt werde, und um dafĂŒr zu sorgen,
daà die stÀdtische Bevölkerung hinlÀng-
lich zu Waffen gelange; dann sollten alle
ungarischen Gerichtsbarkeiten aufgefor- ^ dert werden, zur baldigen Eröffnung
eines Landtages gleiche Schritte zu thun.
Da brachte der kluge und stets gemĂ€Ăigte
Professor Kar l SzÀSz den Wunsch
vor: âeS möchten nicht nur die ungari-
schen Kreise, sondern auch die sÀchsische
Nation eingeladen werden, sich mit ihnen
in Verbindung zu fetzen". Nun fuhr
Dionys Baron Kemöny auf und rief
höhnisch: âWas? Wir sollen ein solches
Volk bitten, das wir in unser Vaterland
aufgenommen haben, und welches an
keinen GesetzesvorschlÀgm zur Beförde«
rung der Nationalwohlfahrt theilnehmen^
nie mit uns im Einklang handeln
wollte? Nein, nein, nein, sie sollen uns°
suchen, und sie werden es sicher auch
thun". Der wackere K a r l S z À. s z
wirkte nun diesem magyarischen Bescheide
gemÀà im Interesse seines engeren Vater^
landes, so weit es ihm die damaligen
Verhaltnisse gestatteten. Wie schon ober:
bemerkt, hatte die nationale Partei fĂŒr
die Union energisch gearbeitet. I n
Klausenburg wurde am 22. MĂ€rz 1848
beschlossen, die Union mit Ungarn mög«
lichst zu fördern. Aber weitaus nicht
Alles war fĂŒr die Union. Die Walachen
protestirten am lÀ. Mai in Blasendorf
gegen dieselbe. Unter den Sachsen trat
eine tiefe Spaltung ein, Hecmannstadt
und die Mehrzahl der sÀchsischen Gerichts-
barkeiten sprachen sich unbedingt gegen
die Union aus und lichteten schlieĂlich
eine fast 17.000 Unterschriften zÀhlende
Monstrepetition an den Kaiser, in der
sie denselben baten, den Gesetzesvor«
schlagen die BestÀtigung zu versagen.
Aus AnlaĂ der Verhandlung ĂŒber die
Union ging nach Pesth eine besondere
Deputation ab, an welcher der Ober-
gespan, der Oberkönigsrichter, der grie«
ckisch.katholische Bischof, fĂŒnf Regalifte.n,
der griechisch, nichtunirte Bischof, ein
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon