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Worten, sondern durch Thaten möchten
wir gerne beweisen, daß wir ebenfalls
Frieden wünschen, und zwar in unserem
eigenen Interesse, damit wir ruhig die
bürgerlichen und politischen Rechte ge>
nießen. Ist aber die Hegemonie deS pol-
nischen Elements das Vorrecht der Ueber»
macht, das sich eine privilegirte Minorität
anmaßt, ist das etwaS. was bei uns in
Galizien den inneren Frieden herbei»
führen wird? Ob Sie, meine Herren,
von meinen Erörterungen überzeugt
wolden sind oder nicht, ist mir ganz
gleichgiltig. allein ich glaube schwerlich,
Sie eines Anderen überwiesen zu haben.
Ich wollte blos meine und meiner Partei-
g-enofsen Ansichten darlegen und theile
Ihnen schließlich mit. daß wir nicht ge»
willt sind, durch Amendements, die in
politischen Fragen zu nichts führen, eine
Modification der Adresse anzustreben, und
daß wir weder an der weiteren VerHand«
lung noch an der Abstimmung über die
Adresse theilnehmen werden". Sprach's,
und unter lautloser Stille verließ die
gesammte ruthenischePartei, Sza szkie-
wicz an der Spitze, den 3cmdtagssaal.
Da er, in dieser Zeit von dem neu er-
nannten Bischöfe Johann Ritter von
S t u p n i c k i zum General»Vicar in
ZpiritualiduL und Ofsicial deS Consi»
storiumS berufen, überdies bereits seit
1871 als Präses der Verwaltungscom-
mission an die Spitze deS Diocesanprie«
fier.Witwen. und Waisen-Institutes ge«
treten, mit Geschäften so überhäuft war,
daß er anderen Functionen nicht weiter
zu entsprechen vermochte, so candidirte
er in der Folge weder für den Bezirks»
rath, noch für den Landtag, noch auch,
als die directen Wahlen in den Reichs«
rath stattfanden, für denselben. Als im
Jahre 1874 die Allgemeine Agricultur»
Creditanstalt für Galizien und die Buko- wina ins Leben gerufen wurde, trat er
als Gründer in den Verwaltungsrath,
wurde zu dessen Präsidenten und nach der
Umgestaltung der Anstalt in Folge deS
Gesetzes vom Jahre 1873 zum Obmann
deS Verwaltungsrathes gewählt, in wel«
cher Ehrenstelle er zur Zeit no'ch thätig ist.
Helfer t (Ios. Alex. Freiherr von). Die
Thronbesteigung des Kaisers Franz Joseph I.
(oder „Die Geschichte Oesterreichs vom Aus»
gange des Wiener October-Aufstandes 1848",
Bd. I I I ) (Prag 1872. F. Temvsky. 8°.)
S. 461, Anhang, S. 120. — Neue Freie
Presse, 5. October 1871. außerordentliche
Beilage zu Nr 2333: „Die Landtage".
SMzky, Johannes (Gesckichts-
forscher , geb. zu ßolkus falva in
der Thuräczer Gespanschaft Ungarns um
das Jahr 1700, gest. im Jahre 1762).
Seine Vorfahren, Tomka geheißen,
waren im Altsohler Comitate zu Haufe;
erst sein Großvater übersiedelte von da
in die Thuröczer Gcspanschaft, wo er
den Namen der dortigen Ortschaft
Szaszka dem seiner Familie vorsetzend,
sich SzHszka.Tomka nannte. Im
Jahre 1719 befand sich unser Szäszky
behufs seiner Studien auf der Ienenser
Hochschule. Nach seiner Rückkehr in die
Heimat wurde er zunächst Rector zu
Raab, vertauschte aber diesen Posten
1732 mit jenem eines Conrectors in
Preßburg, wo er später an Stelle des
einem Rufe als Prediger folgenden Reo
tors Beer die Leitung der Schule
übernahm und zugleich mit dem be>
rühmten Bel Mand I, Seite 235)
an der historischen Erforschung Ungarns
in erfolgreichster Weise thätig war. Die
Titel der von SzHSzky veröffentlichten
Schriften lauten: „^o^mnasnza äs
i 1729, 8".); —
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon