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30 Jahre alt gewesen. Obige Angaben
fanden nachmals in einer Stelle der
,Denkwürdigkeiten aus meinem Leben'
von Frau Karoline P i ch le r (Wien
4844) Bd. I, S. 23 eine Ergänzung.
Diese Schriftstellerin erzählt, daß ihre
Mutter, welche Kammerfrau und Vor«
leserin Mar ia Theresia's war, von
zahlreichen Verehrern umschwärmt wurde.
Sie blieb gleichgiltig gegen alle. „Nur
Einer", erzahlt Karoline Pichler weiter,
„ein geborener Ungar, dessen Portrait
sie noch nach Jahren besaß und dessen in
Rousseau'S „Oou5633ion3" als eines
sehr interessanten und liebenswürdigen
jungen Mannes gedacht wird, machte
einen tiefen Eindruck auf ihr Herz. Nicht
nur der Wille der Monarchin, sondern
auch ungünstige Verhältnisse in der Fa.
milie des jungen Ungarn zerrissen diesen
Bund. Der junge Mann starb bald
darauf (das Verhältniß mochte in der
Zeit vor 4763 bestanden haben): meine
Mutter erinnerte sich seiner immer mit
Rührung". Der Finder dieser Stelle in
den ,Denkwürdigkeiten" der Frau P i ch«
ler fügt seiner Mittheilung noch Fol»
gendeS hinzu: „Die Zuneigung der hoch-
gebildeten und charaktervollen Frau ist
kein gering zu schätzender Beweis für
den Ungarn Rousseau's, der trotz
seiner Fehltritte ein bedeutender wackerer
Mensch gewesen sein mochte. Die Sym«
pathie Rousseau's erscheint also auch
durch dieses neuere Datum gerecht»
fertigt". Herausgeber dieses Lexikons
läßt letztere Ansicht nur mit Emschran»
kung gelten, da es bekannt ist, daß die
edelsten Frauen gerade oft für anerkannte
Rouös ein Faible haben. Schließlich
stünde noch die Erklärung aus. wie der
Name Sautermeister in das ein«
fache Saut tern umgeschaffen wurde?
Sollte Szautern nur eine in der Schweiz versuchte sprachliche Abkürzung
von Sautermeister sein?
PestherLloyd vom 2. Juli 1878. im Feuille»
ton von Adolph Dux. — Liter arisch«
Berichte aus Ungarn. Herausgegeben von
Paul Hunfaloy (Budapesth. Karl Knoll,
gr. 8".) I I . Jahrg. (1878), S. 640.- „Wer
war Rousseau's Nngar?".
Szcitowsty, Johann, siehe: Sei-
tovszky de Nagy-Kbr. Johannes sBand
XXXIII, S. 499 u. f.).
Szczesianowski. Stamslaus (Gui-
tarre>Vir tuos, geb. zu Krakau im
Jahre 1814). Von frühester Kindheit
zeigte er entschiedenes Talent für die
Musik; in Folge dessen erhielt er auch
bald Unterricht auf der Violine und dem
Violoncell. Schon in seinen jungen
Jahren verlor er die Eltern durch den
Tod; sich selbst überlassen, zog er außer
Landes, um sich ganz der Musik zu
widmen. Sein Ziel war das ferne
Schottland, wo er zu Edinburg in dem
Professor des Guitarrespiels Horecki
den Meister fand, der ihn in die Be>
Handlung seines Instrumentes einweihte.
daS bis dahin wohl im traulichen Ge>
mach oder zu einem Ständchen im Gar»
ten Verwendung fand, aber noch nicht
im Concertsaal sich geltend zu machen
wagte. Ein Biograph des jungen Kunst»
lers berichtet nun, daß derselbe wahrend
eines längeren Aufenthaltes in den Ge«
birgen des Nordens eine neue und origi»
nelle Methode auf der Guitarre zu
spielen erfunden habe. Wie aber Szcze»
panowski geraden Weges nach Edin«
bürg wanderte und worin seine neue
Methode besieht, finden wir nirgends
angedeutet. Die. „Leipziger illustrirte
Zeitung", die ihn übereinstimmend mit
anderen Quellen im Jahre 1814 geboren
sein läßt, erzählt, daß er fein erstes
Concert 1820 zu Edinburg, sein zweites
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon