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i) Böla 224 yi) Böla
1833 folgte er einem Rufe der Gemeinde
BskeS.Csaba. 1872 aber wurde er der
Nachfolger des Superintendenten S zskäcs,
also mit derselben Würde betraut/ wrlche
sein eigener Vater in den Jahren 1833
bis 1850 so würdig und verdienstlich
bekleidet hatte. Anläßlich drr fünfzigjährigen
Jubelfeier der Wiener k. t. eoangelisck-theo.
logischen Facultät ward auch Szeb er snyi
am 23. April 1871 zum Doctor der Theo»
logie konoriZ oansa ernannt.
Szechenyi. Böla Graf (Forschungg.
reisender, geb. am 3. Februar 4837).
Der ältere Sohn des unter dem Namen
der .große Ungar" verewigten Grafen
Stephan Szöchenyi » S. 251)
aus dessen Ehe mit Crescentia gebo«
renen Gräsin S e i l e r n , verwitweten
Karl Graf Z ichy. In seiner Jugend
wurde ihm die sorgfältigste Erziehung
zutheil. Auf öffentlichem Gebiete begegnen
wir dem Grafen, von welchem Blätter
im Jahre 1858 meldeten, daß er den
Stock Nelson's dem Pesther National«
Museum zum Geschenke gemacht habe,
zum ersten Male in dem denkwürdigen
ungarischen Landtage von 1861, dem
ersten seit der Katastrophe der Jahre
1848 und 1849. auf welchem er als
Deputirter von Nyäk im Oedenburger
Comitate erschien. I n der Sitzung vom
23. Mai spricht er gleich im Beginn
seiner kurzen, würdigen Rede ^vergleiche
zum Verständniß der Sachlage die Bio»
graphie des Abgeordneten Paul Iäm-
bor Bd. X, S. 60) den Wunsch aus,
daß die Antwort an den König in Form
einer Adresse erfolge, dann aber. auf
die Gleichberechtigung der verschiedenen
Religionsbekenntnisse übergehend, fordert
er geradezu dieIuoenemancipation.
„Nur der Druck erzeugt Gegendruck", ruft
er aus. „man stelle die Juden Ungarns
auf den Boden der Rechtsgleichheit, und
sie werden ungarische Juden sein und den Fortschritt Ungarns ebenso sehr am
Herzen tragen, wie die Sprossen dieses
Landes von teinem scythischen Blute".
„Beseitigen wir", meint der Graf weiter,
»Vorurtheile. Antipathie und mit unserer
christlichen Religion unvereinbare Gefm-
nungen und thun wir, was zwischen
Menschen nur recht und billig ist. Indem
ich die Aufmerksamkeit des Hauses somit
im Voraus auf die Iudenemancipation
lenke, verlange ich keine Gnade, sondern
Gerechtigkeit". Diese Rede mit jener
Wilhelm T6th's erschien bei Lauf fer
und Sto lp 1861 in Pesth im Sonder«
abdrucke. Damals aber zeichnete ein
Publicist folgende Silhouette des Land«
tagsabgeordneten Böla Grafen Szö«
chenyi: „Graf Bäla ist ein Adonis,
der jedoch weiß. daß nicht die Larve die
Schönheit des Mannes ausmacht; er ist
der Erbe eines großen Namens, der aber
für ihn nicht eine Befriedigung der Eitel-
keit ist, sondern ihm das Gefühl einer
großen Verpflichtung einstößt; jung an
Jahren, ist er alt an Verstand, denn der
Geist seines Vaters hat ihn frühzeitig
gereift; eine glänzende Phrase und er
ist der populärste Mann des Landes; er
sucht aber die — Inpopu la r i tä t .
So viel Kaltblütigkeit, so viel Selbst-
Verleugnung, wenn dies noch nicht
Größe, so ist es doch wenigstens die
Anlage dazu. Ob er wohl die riesigen
Dimensionen seineS Vaters erreichen
wird?... So kann nur die Unbilligkeit
fragen — einen Stephan Szöchenyi
bringt nicht jedes Jahrhundert zur
Welt". Die nächstfolgenden Lebens-
jähre des Grafen gingen ohne bemer»
kenSwerthere Momente vorüber, bis er
1863 eine Reise nach Amerika unter»
nahm und das Ergebniß derselben in
dem Werke: „^ .nzsT'z'Haz' tt?Hm", d. i.
Meine Reise durch Amerika (Pesth 1863,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon