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Aöchenyi, Georg (I.) 231 s^schenyi, Georg (H.)
nicht bei der Verschiedenheit in der Lehre
von der Trantzsubstantiation und von den
prägnanten Zeichen, von den Sacramenten
und dem römischen Primat. Immer weiter
und weiter führten die Klagen und Ver<
wünschungen über das papistische Unwesen,
die vermeintliche Abgötterei mit den Bildern
und den sinnlosen Kalenderstreit. Die Zu,
stände nahmen, da sich jede Partei durch
Waffengewalt zu behaupten suchte, einen
immer bedenklicheren Charakter an. Bei der
anarchischen Oligarchie im Staate wie in
der Kirche gab es, wie ein Historiker
schreibt, bald fast ebensoviele Kirchen als
Köpfe. In solchen Tagen der Noth, allge«
meiner Rathlosigkeit und frevelhafter Um<
fturzsucht erscheint ein Mann wie Szs
chenyi wie ein rettender Engel, wie ein
Leuchtthurm emporragend inmitten der Sturm
fiuth politischer und religiöser Kämpfe, in
welcher das Staatsschiff, vom Untergange
bedroht, hin« und herschwantt. Da kam
Szschenyi. dieser Mann mönchischer Ent«
sagung und königlicher Großmuth, im rechten
Augenblicke mit seinen Spenden und Stif»
tungen von Collegien, Seminarien, Con<
victen, Klöstern und Schulen. Höchst einfach
in seinem AeuHern, strenge gegen sich selbst,
war er zeitlebens ein Vater der Armuth, der.
wie einer seiner Biographen treffend bemerkt,
die Eigenschaft der Szs chenyi besaß:
königlich zu geben und dadurch
immer reicher zu werden.
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(3 ? ör 8 ? N82tOl>3oiul ^«sk sto. sto.
több kalatti ti52t
18. zi»«. l695 (X»^220NdHt, 4«»., 16 Vl.).
— Ehrentempel der katholischen Geist«
lichen (Wien l845. Dirnböck. dv.) S. 93.
— (Hormayr'S) Archiv für Geschichte,
Statistik, Literatur und Kunst, fortgesetzt von
Mühl fe ld (Wien. 4<>.) l823. S. 708. —
Desterreichische Nat iona l.Ency klo>
pädie von Gräffer und Ezi kann (Wien
1837, 8".) Bd. V, S. 24?.— Ungarischer
Plutarch oder Biographien merkwürdiger
Personen des Königreiches Ungarn und der
dazu gehörigen Provinzen. Aus authenti«
schen Quellen geschöpft u. s. w. von Karl
Vincenz Kölesy und Jacob Melz er (Pestb
1816, Ios. Eggenberger, S".) Bd. I I , S. 123;
Bd. IV, S. 376, — ^«eie« Hla^tnu« Ho> l« ^«NFa^u«^, Veoenuiuin (3bor-
5bn^i (^rnaviKS 1721, 12°.). —
ia VasiUoas
1856 äis 31. ^.U8u»ti
1856, s^. Veimsi et X02722, sobiu. 4«.) p. 95
,«t 155. — 8
20 2.
1?42,
I'o^.) !»»!-« I I , x. 440. —
Oomxsuäia äati (I'^^naviaü 1758, t^x.
^.02ä. 800. ^65U, kl. 3«.) pHI-5 I I , I». 162
et 3. — V»3äi-Q»i>1 n^säs, d. i. Sonn»
tagszeitung (Pesth. 4v.) 1856. Nr. 35. —
Porträt. Unterschrift: „Zsseks»?-! O^orß?
^dazwischen das Wappens N52terFouii srsslc
63 8to!il. ^oNt. Ro^u I»65t. 1839. Litho«
graphie ohne Angabe des Zeichners und Litho«
graphen. Medaillonbild.^ — 12. Georg (II.)
(geb. im Jahre l656, Todesjahr unbekannt),
ein Sohn Lorenz Szschenyi'S au« dessen
Ehe mit Judith geborenen Gel lsn und
ein Bruder des berühmten Kirchenfürsten
Paul Szschenyi. Geora zählt zu den
berühmtesten Helden der ungarischen Be»
freiungskriege vom Türkenjoche, das nicht
nur immer drückender auf Ungarn lastete,
sondern auch, je mehr die Tataren in diesem
Lande Fuß faßten, zu um so größerer Gefahr
für die ganze Christenheit zu werden drohte.
Georg stand zeitlebens im Waffendienste,
und zwar alb Befehlshaber der festen Plätze
Egetvär. Szent György und Pölöbke, dann
bei der Belagerung und Eroberung von
Stuhlweißenburg, Kanizsa, Szigeth unb
zuletzt der Hauptstadt Ofen, welche er, dieser
Schrecken der Türken, ihnen am 2. Sep»
tember 1666 nach einem wüthenden Sturme
für immer entriß. In allen diesen Kämpfen
leuchtete er seinen Mannen, die er üderdieö
auf eigene Kosten unterhielt, durch seinen
Heldenmuth vor. In Anerkennung dieser
Verdienste verlieh ihm und seiner ehelichen
Nachkommenschaft Kaiser 3 e 0 p 0 l 0 im
Jahre 169? die Grafenwürde. Aus seiner
Ehe mit Anna — nach Iv5n Nagy Helene —
geborenen Morolz von VsKetsalva hinterlieb
Georg einen Sohn, Sign, und (I.) und
zwei Töchter, Jul iane und Judi th ,
von denen sich die Erstere mit Ladis laus
von Cbergsnyi vermalte, die Letztere aber
ledig blieb. S igmund, welcher k. k. Käm»
merer. geheimer Rath. Eap'tän von Egeroär.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon