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S^chenni, Franz 249 S)6chenyi, Franz
sondern auch Manuscripte, Landkarten,
Abbildungen. Wappen, Siegel. Münzen
und Curiofitaten aller Art. Als diese
Sammlung auf einem gewissen Höhe-
punkte volle Eignung zu öffentlicher Be«
nützung bot. fertigte er am 23. November
4802 die feierliche Schenkungsurkunde
an das ungarische Rbich aus, welche
durch königliches Diplom vom 26. No>
vember 4802 bestätigt und auf dem
Landtage vom Jahre 1809 dem Artikel
XXVI einverleibt wurde. Nachdem nun
diese reiche, unschätzbare Fundgrube der
Wissenschaft Negnicolar.Bibliothek und
so der Grundpfeiler des Nationalmu»
seums geworden, krönte der Graf diese
herrliche Schöpfung noch durch ein
ebenso praktisches Unternehmen. Er ließ
nämlich zu allen Sammlungen Kataloge
anfertigen, und so wurden deren in sieben
Bänden zu den Büchern, in drei zu
den Handschri f ten, in vier Banden
mit trefflichen Abbildungen zu der
Münzensammlung auf seine Kosten
vollendet und mit fürstlicher Großmuth
an Gelehrte, Sammler und Vaterlands«
freunde vertheilt. Als er im Jahre 1819
durch sein verschlimmertes Augenübel
und andere damit verbundene Leiden
sich zur Entsagung mancher geistigen
Genüsse verurtheilt sah, machte er der
Reichsbibliothek und dem National»
museum wieder eine Schenkung mit
seiner Handbibliothek, welche 9203 Bände
— kostbare Kupferwerke, Prachtaus»
gaben griechischer und römischer Classikec
und andere Seltenheiten — und an
6000 Stück Landkarten umfaßte. Auch
noch in anderer Weise diente er seinem
Valerlande, und zwar zunächst durch den
Bau von Schulen und Kirchen, die er
auf seinen Gütern, wo das Bedürfniß
sich zeigte, errichten ließ und entsprechend
dotirte. Von echt christlichem Geiste durchdrungen, tief religiös, in späteren
Jahren nahezu schwärmerisch, bethätigte
er. seinen frommen Sinn auch gegen
Bekenner anderen Glaubens. So be«
stimmte er für achtzehn Prediger der
helvetischen Confession auf seinen Gü«
tern. um den Gemeinden, die ihre Seel«
sorger erhalten müssen, Erleichterung z-u
gewähren, halbe Ansässigkeit mit allen
Aeckern, Wiesen und sonstigen Bestand»
theilen und unterstützte auch die Evan»
gelischen nicht minder beim Kirchenbau.
Zur Heranbildung und Veredlung des
auf den gräflichen Gütern lebenden
Landvolkes ließ er viele Schul» und
Gebetbücher, ja selbst die Bibel in unga»
rischer Sprache drucken und unentgeltlich
unter daS Volk vertheilen. Obgleich ein
Gelehrter und Kenner der Wissenschaften,
war der Graf im eigentlichen Sinne des
Wortes nicht schriftstellerisch thatig, doch
erschienen von ihm im Drucke: „Aede an
den Mllhledlen Magistrat nnt> Ohrsllwe Bürger-
schuft der Künigl. Frer>5tllbt Geüenbnrg bei der
Feierlichkeit üeZ Aukruks. gehalten den 31. April
NS7" (Oedenbulg,4<>.): — „
A'^ l'bisg'NS
(Vuäas 4792,
1798,
40.), enthält außer Szöchenyi'S Rede
auch jene von Ios. Csäky, Ladislaus
und Christoph Gää l , Gabriel Csa>
podi und Franz I l l öS ; — ferner noch
im Jahre 13l)7 aus Anlaß amtlicher
Vorstellungen zwei ungarische Reden.
Daß das Wirken eines solchen Mäcens
der Wissenschaft w gelehrten Kreisen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon