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Szöchenyi, Stephan 274 i) Stephan
Ii-t», , usmetvö
N. ^.", d. i. Graf Stephan Szschenyi in
der Privat'Irrenanstalt zu Döbling. Ge.
schrieben von Dr. 2. Guszmann, über>
fetzt von B. I- (Pesth 1860. Heckenast
gr. 8°. 40 S.). — V»särQ2i>i u^säF,
1850. Nr. 24. S. 283: „6r<5t Z^sodon^
Igtväu vödUnsbeu«. d. i. Graf Szscheny
in Döbling. ^Daselbst auch eine Abbildung
des Lehnstuhls, in welchem sitzend der Gra!
seinem Leben ein Ende gemacht.)
IV. Denkmäler zn Mren Stephan
Standbilder, Knsten< Vbelisken, Denksteine^
Stiftungen^ Stipendien, Preise. Denkmal«
zu Ehren Szschenyi's. Wenn es ein
Land gibt, das die Aufgabe hat, einem
großen Manne Denkmäler zu errichten, und
einen Mann. der mehr als eines verdient,
so ist dieses Land Ungarn und dieser Mann
Stephan Szschenyi. Wohin man in Un
gärn das Auge wendet, begegnet man den
großen Werten dieses schaffenden Geistes,
und wenn Erinnerungszeichen von Stein
oder Erz das sicherste Mittel sind. künftigen
Geschlechtern den Segen zu verkünden, den
einer ihrer Vorfahren ihnen schuf, dann
fordern fürSzschenyi solche Erinnerungs
zeichen: Oedenburg um der Seidenzucht
willen; Debreczin. wo die ersten Unterhand
lungen der Theißregulirung stattfanden, deren
unterlassene Verwirklichung im Geiste ihres
ersten Anregers sich durch dieSzegedinerKata
strophe von 4879 entsetzlich rächte; Szegedin,
wo die Theiß» Dampfschifffahrt begann; die
Schiffswerft? auf der Alt'Ofener Insel, von wo
auS die segensreiche Donau'Dampsschifffahrt
erschlossen ward; die Kettenbrücke, der Tun«
nel, das Nationalcasino, die Pferderennbahn
u. s. w. u. s. w., mit einem Worte, jede der
zahlreichen Stellen, wo der schaffende Geist
und die opferwillige Vaterlandsliebe Szs.
ch enyi's ein lebensreiches Samenkorn legte,
als dereinstige Frucht des nationalen und
volkswirthschllftlichen Aufschwungs, von dem
man freilich heute noch weit genug ist, weil
man die Mahnungen „des großen Ungarn"
vergaß. Noch als der Graf Stephan Szs»
chenyi lebte, im August 1856, wurde zu
Füred am Plattensee die Errichtung einer
Bildsäule auS Erz zu seinem Andenken ge.
plant. Dieselbe sollte, auf einem zwei Klafter
hohen Piedeftal ruhend, die Höhe einer Klafter
erhalten. Doch schienen die politischen Ver« hiltniffe jener Zeit nicht danach angethan,
um den Plan zu verwirklichen. Denn mehr
als von einem solchen ward nichts vernom«
men. auch nicht als nach des Grafen Tode
von allen Seiten Denkmalgedanten auf»
tauchten. — Indessen erhob sich bald nach
Szschenyi's Hinscheiden, zunächst als
Spende eines Privaten, das erste Szs»
chenyi'M onument. Urheber desselben ist
der Metallgießer Ignaz Schlick in Ofen.
welcher eine überlebensgroße Büste des
Grafen von dem ungarischen Bildhauer
Szan oh 5z modelliren ließ. dieselbe sodann
selbst tresslich goß und ciselirte und ihre Auf«
stellung im Pefther Museumpart Ende April
1861 veranlaßte. — Darauf brachte der
„Pesther Lloyd" 1862, Nr. 80, im Feuilleton:
„Zum Andenken Szschenyi's" in Antrag, das
Andenken des „großen Ungarn" in dreifacher
Weise: a) durch ein Brunnendenkmal, d) durch
eine umfassende quellenmäßige Biographie,
o) durch eine unter dem Titel „82soQsn?i
L2Sll6ms" herauszugebende Anthologie aus
seinen Werken, zu ehren, — Im Jahre 1364
trug man sich in Klausenburg mit der Ab»
sicht, den Szschenyi'Plah daselbst mit einem
öffentlichen Brunnen und einer Statue S z s»
chenyi's zu schmücken. Bildhauer IzS6
der zur Besichtigung der Alabastetbrüche von
Torda auf einer Reise dahin begriffen, die
Hauptstadt Siebenbürgens berührte, erklärte
sich bereit, eine sechs Fuß hohe Statue Szs'
cheny i's aus weißem Tiroler Marmor gegen
ein Honorar von 3500 fl. zu meißeln. So«
fort wurde von dem Stadtrichter Friedrich
Waid le r , dem städtischen Ingenieur Io»
hann Tompa und dem früheren Stadt»
richter Johann Patak i zur Verwirklichung
deS Planes eine Subscription eröffnet. Ob
aber die Sache zu Stande gekommen, oder
wie weit dieselbe gediehen, ist dem Heraus«
geber dieses Lexikons nicht bekannt. —
Ebenso wurde zu Maria «Theresienpol, wo
die öffentliche Promenade wie in anderen
Städten Szschenyi's Namen erhielt, die
Aufstellung einer Statue desselben beschlos.
sen. Ob sie bewerkstelligt worden, ist mir
gleichfalls nicht bekannt. — Eine Verwirk»
lichung der Absicht, Szschenyi's Andenken
in monumentaler Weise zu ehren, fand aber
statt durch das Szscheny i»Den lma l
in Pesth. Dasselbe steht auf dem Franz
Iosephs.Platze vor der Kettenbrücke, welche
ja das älteste Denkmal ist. das er sich selbst
gesetzt hat. Den Concurs erließ Emil Graf
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Susil-Szeder, Volume 41
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Susil-Szeder
- Volume
- 41
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 340
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon