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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Volume 41
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Page - 291 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Susil-Szeder, Volume 41

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) Dionys 291 Maria klopädie (Pefth 1858, G. Hecknast, gr. 8°.) Seite 48. Verschieden von der Familie, welcher der obige Cm erich Aug ustSzschy angehört, sind die Szschy von Rima-Ezschy und Felsö< L indwa i , deren Geschlecht zu Beginn des 18. Jahrhunderts erlosch. Aus dieser Familie sind besonders zwei Personen erwähnens» werth: der Graner Erzbischof D ionys und die Heldin Mar ia Szschy. 1. Dionys, vom Jahre 1440—l465 Erzbischof von Gran, zählt zu den hervorragendsten Kirchenfürsten dieser Erzdiözese. Er war der Sohn des Nico laus de Szschy, Palatins von Ungarn, nach Anderen dessen Neffe. Im December 1439 wurde ihm vom Papste Eugen IV. nebst sechszehn anderen tirch. lichen Würdenträgern aus aller Herren Län« dern der Cardinalspurpur verliehen. 1449 berief er nach Gran eine Synode, in der vornehmlich über die Restauration der dor» tigen Basilika berathen wurde, welche er denn auch nach ihrer Vollendung im Jahre 1453 feierlich einweihte. 1462 erlangte er für sich und seine Nachfolger die Würde des Primas und I^s»tu2 Q»tu.s für Ungarn und alle dazu gehörigen und noch dazu kommenden Provinzen. D ionys nahm auch diese Wür» den in Anspruch, doch soll König Mat th ias Corv inus mehr denn einmal gegen dessen Primitial-Machtvollkommenheit und Berufun» gen auf Rom Einsprache erhoben haben. 1433 krönte unser Kirchenfürst Ladis laus PostHumus zu Prag zum Könige von Böhmen; 1484 wohnte er zu Rom der Wahl deö Papstes Cal ixt I I I . bei. 1485 feuerte er in Gemeinschaft mit Johann Capi- stran die Ungarn zum Kampfe gegen die Türken an. Im Jahre 1465 starb er hoch- betagt, der restaurirten Graner Domkirche eine Stiftung von 80.000 Goldgulden hinter» lassend, welche aber der König zu Kriegs« zwecken verwendete. I n einem Briefe an Papst P i u s l l . aus dem Jahre 1464 schreibt Ma t th ias Corv inus: „Erzbischof Dio» nys sei ohne Zweifel ein mit allen Tugen» den ausgestatteter Mann, aber doch mehr in kirchlichen Sachen als in politischen ver. wendbar gewesen". D ionys war der acht« undoreißigste Erzbischof von Gran. 1758, t?i>- 2026. 8oo. ^ ll. 8«.) I>K« I , p. 281—264. — Nsii io Q»i« «220 1856, 31, ^.uzusti ooQsycr»t»O (I»«3twl 1656, 5. Vsiw.sl et Las. To«ui5, ksx.-so.) p. 77—80.) — 2 M a r i a Szschy. auch Szscsy geschrieben, gehört demselben Ge» schlechte an, wie der vorerwähnte Trzbischof Dionys Szschy, erster Primas von Un» gärn. Von Mar ia , einer Tochter des durch seinen Heldenmuth berühmten Georg Szschy (gest. 1625) und der Maria Dru» geto (gest. 1643) lebt folgende Geschichte im Voltsmunde: Es war die Zeit, als nach Bethlen Gabors Tode die Stände Georg Raköczy zum Fürsten von Siebenbürgen gewählt, der in Ungarn einsiel, um sich zum Fürstenhute auch die Krone dieses Landes zu holen. Die Kaiserlichen hatten die meisten festen Plätze bereits mit Gewalt genommen, nur Muräny leistete noch beharrlichen Wider- stand. Daselbst befehligte Mar ia Szschy, eine begeisterte Anhängerin Räköczy's. für den sie als eifrige Protestantin mit Entschieden» heit Partei ergriff. Sie war von ihrer Kind» heit an durch ihren männlichen Charakter bekannt. Als ihr. der kaum zur Jungfrau Emporgeblühten, die Eltern den alternden Adam Beth len zum Gatten aufdringen wollten und selbst zu Gewalt schritten, lei- stete sie den entschiedensten Widerstand. Was aber Gewalt nicht vermochte, erreichten die flehenden Pitten des Vaters, denen sie end- lich nachgab. Beim AuSbruch des Krieges war sie Witwe. An der Spitze eines starken Heerhaufens erschien Franz Wesselsnyi vor ihrer Burg, und als er erfuhr, daß eine Frau die Belagerung leite, wollte er Mu» räny um jeden Preis zu Falle bringen. Aber dieses hielt sich, und Wesselsnyi mußte sich sagen, daß er einen ebenbürtigen Gegner in der Burgfrau sich gegenüber habe. Nach» dem alle Bemühungen, die Feste einzu« nehmen, gescheitert waren, verfiel er auf einen Ausweg. Er sandte einen Boten an Mar ia mit der Bitte um sicheres Geleit für seinen Unterfeldherrn, der mit ihr per- sönlich zu verhandeln komme, währenddessen alle Feindseligkeiten eingestellt werden sollten. Als Mar ia zugesagt hatte, übernahm er selbst die Rolle deS Abgesandten, ohne sich ihr zu erkennen zu geben. Aber auch seine persönlichen Vorstellungen vermochten sie nicht zur Uebergabe zu bewegen, und als sie über sein ferneres Zureden unwillig zu werden begann, brach er alle Unterhandlungen ab. überreichte ihr ein versiegeltes Schreiben und entfernte sich. Sie erstaunte nicht wenig über 19*
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Susil-Szeder, Volume 41
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Susil-Szeder
Volume
41
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1880
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
340
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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