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Jahren wieder nach Debreczin zurück,
wo er als Geistlicher an der Vorstädter
sogenannten Ispolyaer Kirche angestellt
wurde. Im Jahre 1823 von den refor»
mirten Gemeinden auf den ungarischen
Landtag geschickt, fand er Gelegen»
heit, nicht nur staatswiffenfchaftliche
Kenntnisse zu erwerben, sondern auch
mit den hervorragendsten Persönlich,
ketten des öffentlichen Lebens und der
Literatur in unmittelbaren Verkehr zu
treten. Im Jahre 4827 zum Diöcesan.
Subnotar, 4832 zum Obernotar und
zugleich zum Dechanten des Eperieser
Bezirkes ernannt, ward er 1841 nach
dem Ableben des als Pädagog aner«
kannten Esaias Budai >M. I I , Seite
192^ deffen Nachfolger in der Super-
intendentur im Kreise jenseits der Theiß.
Nachdem Erzherzog Albrecht, Statt-
Halter in Ungarn, bereits durch eine
Kundmachung vom 11. Juli 1854 die
endgiltige Regelung der kirchlichen An-
gelegenheiten der Evangelischen in Un«
gärn in Ausficht gestellt hatte, berief
mit Erlaß vom 14. April 1833 daS
k. k. Cultus, und Unterrichtsministerium
in Wien auf den 17. Mai 1833 eine An.
zahl Vertrauensmänner, meist durch
Einsicht und Erfahrung ausgezeichnete
Prediger und Schulmänner, zu einer
vorläufigen Berathung über jenen Ge.
genstand nach Wien. Und unter den
Versammelten befand sich neben Karl
Kuzmäny Md. XIII, S. 437). Io-
seph P ä l f f y ^Bd. XXI, S. 201,
Nr. 1^ und Gabriel S z e r e m l e y
sS. 140 dieses Bandes), auch S z o«
bosz?ai . Nach seiner Rückkehr von
dieser Berathung Anfangs August voll»
zog er die Consecration eines halben
Hunderts junger Geistlicher, berief auch
eine Kirchensynode, aber schon nach den
ersten Konferenzen derselben, an denen er sich noch betheiligte, von der in Un-
garn herrschenden Cholera ergriffen,
wurde er, 69 Jahre alt, ein Opfer dieser
Seucke. Szoboszlai nimmt unter
den protestantischen Predigern seines Va»
terlandes eine hervorragende Stelle ein.
seine kirchliche Leitung wird von allen
Parteien gepriesen, in den Tagen der
Revolution wußte er durch Klugheit und
weise Mäßigung das kirchliche Schifflein
sicher und ungefährdet zu steuern. Als
Prediger stellte man ihn allen seinen
Collegen voran. In der ersten Zeit
seines Schaffens schien es, als reize ihn
auch eine poetische Ader. denn im Jahre
1826 ließ er in dem von Samuel
Igaz redigirten ungarischen Taschenbuch
„llsds" Theodor Körner's Gedicht:
„Gebet während der Schlacht" in Ueber«
setzung (Inaa a K2.rc2d2.71) erscheinen.
Doch sind andere Arbeiten in dieser
Richtung von ihm nicht bekannt ge«
worden. Das weitaus Beste leistete er
als Kirchenredner. Viele seiner einzelnen
Gelegenheits», Grab« und Festreden er«
schienen im Druck, und eine größere
Sammlung derselben kam unter dem
Titel „D/sitae, H)7-/HHHlsü5z'" heraus.
Aus seinem Nachlaß aber wurden von
Valentin R6v6sz sBd. XXV, Seite
389^. seinem Nachfolger im Kirchen-
amte, herausgegeben: eine vollständige
Sammlung seiner Kirchenreden unter
dem Titel „ Anns^l a?H«?M2 es kö'sö'ns.
b' ös6s^Hsi" 3 kötet, d. i. Fest.,
und allgemeine Reden,
3 Theile (Debreczin 1837, 8<>.)'. —
. 5662^62'" 3 kötst, d. i.
Leichenreden. 3 Bände (ebd. 1838), und
a s ^?- ass^äHos", d. i.
Zur Consirmation und zum Tische des
Herrn (ebd., 8".), wovon im Jahre 1861
bereits die 6. Auflage erschien. Der
Monarch würdigte im Jahre 1845 Sz o»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon