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geb. zu Waitzen in Ungarn am 29. Sep
tember 1822). Ob der in Rede Stehende
der im Jahre 4664 von Kaiser Leo»
pold I. geadelten Familie angehört, ist
mir nicht bekannt. I n seiner Vaterstadt
machte er die unteren Schulen, daS Gym»
nasium und die philosophischen Jahr«
gange durch, dann bezog er die Pesther
Hochschule, an welcher er die juridischen
Studien beendete und im Altec von erst
2l) Jahren das Advocaten« und Doctor«
diplom erlangte. Die Advocatur gab er
bald auf, um sich ausschließlich der rechts»
wissenschaftlichen Schriftstellers zu wid«
rnen, und erwarb sich durch seine in ver«
schiedenen Fachjournalen und anderen
wissenschaftlichen Blattern abgedruckten
Abhandlungen, welche den gewiegten
Kenner des ungarischen und fremden
Rechtes und den scharfen Denker ver»
riethen, in Kurzem einen bedeutenden
Namen. Er trat mit seinen Arbeiten
zuerst im „IHrLHlkoää«, d. i. Der Ge«
sellschafter, dann in der „luäorQHn^os
37Ht6iQ6n?", d. i. Wissenschaftliche
Sammlung, und im „liiäomän^tar")
d. i. Wissenschaftliches Archiv, auf' spä-
ter treffen wir seine in einem fĂĽr das
Verständniß des gebildeten PublicumS
gehaltenen Tone geschriebenen Aufsätze
in den Feuilletons der groĂźen politischen
Journale. Selbständig aber gab er her«
aus: „Ossöi'aH öiintst. iö>V^Hc>7lz/V
?naL^a?-asaia", d. i. Erklärung des
österreichischen Strafgesetzbuches (Pesth
1852); — „O^T-äü Fo^äT-i ?ö>l^ n^>
Hö'nz/v", d. i. Oesterreichische Civil.Pro«
ceß.Ordnung (ebd. 1883); —
i", d. i. Das österreichische
bĂĽrgerliche Gesetzbuch verglichen mit Ge-
setzen Frankreichs, Englands und Deutsch,
lands (ebd. 1833); — „ , d. i. Freiheit der Zünfte
und Gewerbe (ebd. 4843); — „Ziin-
is^'o^an«, d. i. Strafrechtslehre (ebd.
1843), nach dem neuesten Standpunkte
der Gesetzgebung, eS wurde an der
Pesther Hochschule als Lehrbuch ange-
nommen.' — ^<3s?av lö>6Hv<HsH", d. i.
Slavische Bestrebungen (ebd. 1830); —
„MlFAH?' Häsi iiFl/v<HH", o. i. Ungari'
scher Haus'Advocat. wovon auch bei
Geibel in Pesth 1833 eine deutsche
Ausgabe erschien; — und „AoT-aw")
d. i. Der Koran (ebd. 1834), mit stati-
stischen Uebersichten deS tĂĽrkischen Reichs.
Später, 1353, begründete er eine juri«
bische Zeitscbrift unter dem Titel:
„Lorvor^kkösLi oL2.rnok") d. i. Ge«
richtshalle.
Szokoli. siehe: Szokoly. Victor sstehe
S. 241^.
SzokoloW, Wenzel (gelehrter P ia-
r i f t , geb. zu Beczkow im Neutraer
Comitate Ungarns im Jahre 1692, gest.
im December 1768). Wohl ein SproĂź
der im Trencsiner Comitate seit Mitte
deS 17. Jahrhunderts ansässigen unga«
rischen Adelsfamilie, die noch heute da»
selbst in mehreren männlichen und Weib«
lichen Nachkommen blĂĽht. Im Jahre
1718 trat er in den Orden der frommen
Schulen ein. welcher in Ungarn in gei»
stiger Beziehung etwa die Bedeutung
hat, wie anderswo der berĂĽhmte und
so segensreiche Benedictinerorden. Als
Planst nahm er den Klosternamen Von-
2. I>uri5ioI.t1o2H 3. V.
an. Mehrere Jahre hindurch
ward er in verschiedenen Kollegien seiner
Ordensprovinz als Lehrer in den Huma-
nitätsclassen verwendet, welche zu jener
Zeit unter den speciellen Namen „Poetik
und Rhetorik" die fĂĽnfte, respective
sechste Gymnasialclasse bildeten. Hierauf
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon