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y) Johann 244 ) Johann
ABC-Büchlein (Preßburg t797); —
d. i. Kurze Geschichte des Sä.rospataker
reformirten Collegiums sSärospatak
1817);
außerdem in der „Luä0inä.n^<)8 ss^'ts-
mön^-", d. i. Wissenschaftliche Samm»
lung, eine kurze Abhandlung über die
ungarische Krone (1821. 12. Hefl) und
in der von Franz Pethe sBd. XXIII ,
S.,83) während dessen Aufenthaltes in
Holland nach der Uebersetzung von Kä.«
roly i zu Utrecht herausgegebenen Bi-
bel als Einleitung eine Abhandlung
über die heilige Schrift. Die wissenschaft-
liche Ausbeute, welche aus Szomba»
thy's durch den Druck veröffentlichten
Arbeiten resultirt. ist im Verhältniß zu
seiner übrigen geistigen Thätigkeit eine
sehr geringe. Sein bescheidenes, zurück-
haltendes Wesen ließ ihn nur schwer aus
sich heraus in die Oeffentlichkeit treten.
So blieb er denn, obgleich ein Gelehrter
von nicht minder tiefem als umfassendem
Wissen, lange ebenso unbekannt wie un«
gewürdigt. Erst als Bücher seiner einsti-
gen Bibliothek in andere Hände gelang«
ten und man in denselben seine Rand«
gloffen, seine Notizen, seine Beiner«
kungen über das Gelesene oder Studirte
kennen lernte, erst da erkannte man
seine reiche Gelehrsamkeit und gewann
sein Wissen und der tiefe Schatz seiner
Kenntnisse die rechte Bedeutung. Zu
seinen Freunden gehörte der berühmte
ungarische Poet und Schriftsteller Franz
Kazinczy sBd. XI, S. 97^j, der nicht
allein große Stücke auf ihn hielt, son>
dern in seinen Werken fich öfter auf ihn
berief und ihn als Autorität anerkannte.
Daniel ik erzahlt im zweiten Theile seiner ungarischen Schriftsteller
irok)) daß der berühmte Literarhistoriker
Franz Toldy, als derselbe im Herbst
1836 die Bibliothek des Sarospataker
Collegiums zum Zwecke seiner literar-
historischen Arbeiten besuchte, über den
daselbst aufbewahrten handschriftlichen
Nachlaß Szombathy'S im höchsten
Grade erstaunte, denn er fand dar-
unter Manuscripte, die Szombathy
bereits 33 Jahre früher vollendet hatte,
als Toldy an seine eigenen Arbeiten,
welche den gleichen Gegenstand behan«
delten. gegangen war. Von diesen
werthvollen Manuscripten seien genannt:
iiiustr.
6.U0
, eine umfangreiche über
ein halbes Tausend Blätter enthaltende
Handschrift; — ferner eine Geschichte
der Reformation, der reformirten Kirchen
und Schulen Ungarns (1799) in unga«
rischer Sprache; — eine Geographie
Asiens, Afrikas und Indiens. Außerdem
fanden sich vor: zahlreiche Handschrift«
liche Collectaneen zur Geschichte und
Literatur Ungarns, ferner ein mit großer
Treue und Sorgfalt geführtes Diarium
der Begebenheiten und Ereignisse in
Sä.rospatak, endlich mehrere Gelegen«
heits» und Leichenreden, letztere auf Tva
Szentpöteri über die Unsterblichkeit
der Seele, auf Martin Sz i l ägy i :
daS Bild des christlichen Philosophen,
auf Franz Hun y adi über die irdische
Unsterblichkeit oder ineuL wanst 6t vir-
tus, oHst6i-H naortis erunt. Im Colle»
gium zu Sä.rospatak. in welchem Szom»
bathy zu dessen und zu eigenem Ruhme
in so verdienstlicher Weise gewirkt, ist
sein Bildniß aufgestellt.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon