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Z^ontagh, Paul 249 ) Paul
laug SzontaghsS.250^, ist Beisitzer der
Gerichtötafel und königlicher Rath. Ein viel
seing gebildeter Mann. der. in mannigfacher
Richtung schriftstellerisch thätig, seine Arbeiten
in ungarischen und deutschen Zeitschriften, wie
«^. VM3", d. i. Die Welt, «I»s5ti Naxlö",
d. i. Pesther Journal, „Zeitschrift für Gesetz
gebung", „Preßburger Zeitung" u. a., oer^
össentlichte. Auch der Botanik widmete er
seine Mußestunden, er sammelte die Flora
des H.rvaer Comitates und der Nachbarschaft
desselben und gab über diesen Gegenstand
* das Werk »H.rvg.v2S35'S 62 ssoNLssdLäßäkak
viräu^s." (1840) heraus. — 3. Ein anderer
Daniel (II.), über dessen Abstammung wir
nichts weiter verzeichnen können, als daß
er aus Käsmark gebürtig ist. studirte zuletzt
in Jena und lebte nach seiner Heimkehr acht
Jahre als Erzieher im Hause der Szön«
tagh uon I g lö und des Franz von Reva
im Thuröczer Comitate. Am 13. Juni 180!
wurde er als Pfarrer zu Fronczfeld im Banat
ordinirt. Er ist Verfasser folgender Schriften:
„Vom Tanz. Ein Beitrag zur Berichtigung
der Urtheile über denselben mit Rücksicht auf
die von Ios. Fornet darüber herausge-
gebene Broschüre" (Tperies 1797, 8«.), erschien
anonym. Fornet hatte nämlich die Schrift
„Vom Tanz. nach dem Sinne der Lehre
Jesu Christi mit einem Anhang: Kann auch
ein treuer Diener Christi Tanzgesellschaften
beiwohnen?" (Leutschau 1796. 8°.) ver<
öffentlicht; darauf antwortete Szontagh
mit vorgenannter Gegenschrift, welche aber
Fornet nicht unerwidert ließ durch seine
„Kurze Aeußerung über die entehrenden Kunst»
griffe des Verfasser« des Beitrags zur Berich.
tigung der Urtheile über den Tanz" (Leutschau
1797); damit scheint diese Polemik über
den Tanz ihr Ende erreicht zu haben; —
„Klagen der Freundschaft. Am Sarge des in
seinem 29. Lebentjahre verstorbenen Ioh.
Zach. Wester" (Kaschau 1798), — 4. Eugen
(Ienö), Zeitgenoh. Von ihm ist folgende
Schrift im Druck eischienen: «O^kkoilkti
usinet. Q?s1vtk>.nit6. Htmntktäz nikF^kralc
L2äro.6i'2....", d. i. Praktische Grammatik
der deutschen Sprache. Leitfaden für Ungarn,
welche die deutsche Sprache in kürzester Zeit
erlernen wollen (Pesth 1863. 8«.). bereits in
vierter Auflage herausgegeben. — 3. Pau l
<geb. 11. September 1820), der von Ca ö»
par, einem Enkel Ludwigs (geb. 1369,
gest. 1661), gestifteten Linie derSz ontagh
angehörend, war im Jahre 1847 Abgeoro» neter des Säroser Comitats. Er can'oidirte
auch für den 1861er Landtag, aber ohne
Erfolg. Als dann 1863 für den ungarischen
Landtag wieder Wahlen st-ütifanden, ent<
wickelie er vor den Wählern von Balassa-
Gyarmat im Neograder Comitate. welche
ihn als ihren Candidaten aufgestellt, sein
Wahlprogramm, daß seines Inhalts wegen,
nach welchem er sich zur demokratischen
Schule des Jahres 1848 bekennt, bemerkens«
werth erscheint. Er sprach unter andern fol.
gende Ansichten aus: „Meine Losungsworte
lauten: Freiheit . Gleichheit. Brüder»
lichkeit! Freiheit ohne Gleichheit heißt Pri.
oilegiulu; Gleichheit ohne Freiheit aber ist
entweder Tyrannei eines Convents oder der
auf der Brücke der Bureaukratie einhergehende
Cäsarismus. Die Brüderlichkeit aber ist das,
was besonders in diesem Vaterlande die Bewoh <
ner verschiedener Nationalität und Confession
in Eins verschmelzen und es unmöglich machen
kann, daß je wieder, wie in der jüngsten
Vergangenheit, die Völker diejeS Vaterlandes
die brudermörderische Keule eines Kain gegen«
einander erheben.^ Viäs zur Illustration dieser
Phrase die Deutschenhetze und die Theater«
krawalle in Pesth October 1880.) Mein Lo<
sungswort ist ferner: Freie Kirche im
freien Staa te ! Und sage ja Niemand,
daß dies blos eine Phrase wäre! Eine Idee
ist es, meine Herren, und sie sagt viel mehr
als manche gelehrte Definition. Sie sagt:
daß der Staat nicht über die Kirche und
— fügen wir hinzu — auch nicht über die
Schule herrschen soll. und daß hingegen
auch die Kirche sich nicht mit dem von der
Staatsanwaltschaft entlehnten Schwerte um»
gürten darf. Eines neben dem andern, nicht
aber eines unter oder über dem andern! Auf
allen Lippen schweben die b.eiden Worte:
Gemeinsame Angelegenheiten! Die
Eriftenz derselben anerkennen die 1848er
Gesetze ebenso wie die Adressen von 1861.
Meine Absicht kann es nicht sein, hinter
diesen zurückzubleiben; aber auch nicht
darüber hinauszugehen oder mit an»
deren Worten: Personal'Union und die Be»
Handlung der gemeinsamen Angelegenheiten
von Fal l zu Fal l in einer noch ausfindig
zu machenden Weise". Wir lernen im Vor»
stehenden das Programm einer Parteischat,
tirung der äußersten Linken des ungarischen
Landtags kennen. Das Wiener Witzblatt
„Die Bombe" richtete anläßlich einer im
März l872 gehaltenen Rede Paul Szon. ,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon