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Adalbert 263 Andreas
nebst ausgedehnten Läudereien von König
Ludwig I . an die Rhodner (Malteser)
Ritter für die im neapolitanischen (im Ar<
tikel Sz i rmay mehrfach erwähnten) Kriege
erfolgreich geleistete Hilfe verliehen. Die
Malteser errichteten daselbst eine Valley
ihres Ordens, welcher stets ein Comthur
unter dem Namen Prior vorstand. Diese
EomthurSwüroe bekleidete eben Ad albert.
Cr diente drei Jahrzehnte dem Könige S i.
g iSmund. der in schwerbewegter Zeit
sein schwaches Scepter führte. Auf allen
Zügen, sei es ins Feld, sei es an die Höfe
fremder Fürsten, geleitete er seinen Herrscher.
So auf dem unglücklichen Kriegszuge wider
Bulgarien, wo S ig ismund gegen B a»
jazeth bei Nikopolis (1393) die schwere
Niederlage erlitt, dann auf der unter großen
Drangsalen und Gefahren von dort über
Constantinopel nach Dalmatien bewerkstel.
ligten Flucht. Glücklicher war des Königs
Feldzug in Bosnien (1408). I n der blu.
tigen Schlacht, aus welcher König Twartko
als Kriegsgefangener im Triumphe nach
Ofen gebsacht wurde, trug Ad albert
zwei Wunden davon. Auch an dem Zuge
nach Friaul und Istrien geaen die Vene«
tianer (4412) unter dem Banner des löwen.
muthigen Szt ibor nahm er mit seinem
zahlreichen Knegsgefolge ruhmvollen An»
theil. Vierthalb Jahrzehnte bereits dauerte
das Schisma zweier, zuletzt gar dreier
Päpste, und es war hohe Zeit, diesem Aer»
gerniß, daä zum SchadeG der Kirche das
Papstthum bot, ein Ende zu machen. Zu
diesem Behufe berief König S igmund eine
allgemeine Kirchenuersammlung nach Con.
stanz und zog !4l4 in eigener Person dahin.
Nahezu tausend adelige ungarische Reiter
gaben ihm zur Verherrlichung des Hof»
staates das Geleite, darunter Prior Adal<
bert mit dreißig Rittern aus seiner Ordens-
balley. Auch als S igmund in kirchlich
politischen Zwecken seinen Zug nach Spa»
nien unternahm, denselben von da nach
Paris und endlich nach London ausdehnte,
wo er von Heinrich V. mit glänzenden
Ehren empfangen wurde, befand Nch Prior
Adalber t im Gefolge seines Königs und
war bei dessen Rückkehr nach Constanz
(1417) wieder daselbst, alle diese weiten und
kostspieligen Fahrten mit ansehnlicher Ve<
gleitung aus eigenem Säckel bestreitend.
Vom Könige aber ward der treue Prior für
seine opferwilligsn Dienste belodnt zuerst durch die ihm und seinen Söhnen Georg,
Johann und Ladis laus zu Constanz
am dritten Tag nach Ostern 1418 verlie.
hene Befugnitz, sich eines Wappens in
Schlachten, Turnieren, Kämpfen und Waffen»
spielen und bei allen ritterlichen Uebungen
zu bedienen. Es ist das noch heute von der
Familie geführte Stammwappen: die auf
den Zinnen eines goldenen Thorbogens ste»
henden einen Ring im Schnabel haltenden
zwei Raben. In einer zweiten Urkunde aber
desselben Jahres, datirt zu Ravensburg am
St. Bartholomüustage (24. August) auf
der Heimreise von Constanz, bestätigt der
König dem getreuen Prior Adalbert und
dessen obengenannten Söhnen und sämmt»
lichen Vettern die Schenkung von Nagy»
Mihäly und Sztära mit der ausdrücklichen
Vemerkun^, daß, wenn Ad a lbert mit Tove
abgehe, die Besitzungen desselben nicht an
den ibm nachfolgenden Prior, sondern an
die Söhne fallen sollten. Der Umstand,
daß der Malteser«Prior Adalde rt Söhne
hatte, bedarf der Aufhellung. Den Sta>
tuten ihres Ordens gemäß waren die Mal»
teser>Ritter unverehelicht und ihr Prior, dem
der König S ig ismund in besagter Ur»
künde oen nur Geistlichen höheren Ranges
zukommenden Titel: I'IäsliZ nostsr 6i!sotU5
VvQsrab i l i s V i r zutheilt, mußte eS
wohl auch sein. Da aber von Söhnen auS»
drücklich die Rede ist, so muß er wohl ver.
malt gewesen sein, seine Gattin aber, bevor
er das Kreuz nahm. durch den Tod verloren
haben. Wer die Gattin war. ist nicht de«
kannt; ein Historiker meint: der Name ihreS
Geschlechtes mag untergegangen sein. da ja
des Gatten Namen selbst erst später, als
sein Träger als Malteser»Ritter zu Glanz
und Ruhm gelangte, allgemein bekannt
wurde — 2. Albert, siehe: Michael
(S. 263. Nr. l8 im Tene). — 3 Andreas,
ein Sohn des Iako (Jakob), lebte in der
zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Er
nahm mit seinem Bruder Iako (II.) Theil
an der Schlacht von Laa im Mcirchfelde
(l278) in welcher Ruüolph von Habebur»,
den Böhmenkönig Ottokar besiegte, wo-
durch dcr Grund zu dem heutigen Oester«
reich gelegt wurde Nach seiner Rückkehr
erhielt er mit seinem vorgenannten Bruder
von König Ladis laus IV. die Orte Pecze
und Sztära in der Zempliner Gespanschaft.
Im Jahre 1280 ist er — aber nur für kurze
Zeit — Graf des Ungher Eomitateö. Wir
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon