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Franz 265 ) Franz
milie Eödönf fy . welche sich bald nach
ihrem Stifter, bald nach seinem Großvater
Bänffy nennt, bis endlich im 16. Jahr.
hundert der Name Eödönffy vorherrschend
wurde, nachdem ihn Ladislaus Eödönf fy
als Zapolya's Oberfeldherr in Sieben»
bürgen, später als Ferdinands I. Vice»
Woiwode daselbst durch glänzende Thaten
gegen die Türken, besonders im Jahre 1552,
zu hohen Ehren gebracht hatte. Die Familie
Eödönffy zählte manchen ausgezeichneten
Namen unter den Ihrigen, bis sie mit I o»
h a n n E ö d ö n f f y 1699 erlosch. —
8. Ernö, oder wie er bei Naay heißt:
Gndre, lebte um die Mitte deö 14. Jahr.
Hunderts, Er ist ein Sohn Iakos I I I . und
ein Enkel Iakos I., der gemeiniglich als
der Stifter dec Familie Sztäray ange»
sehen wird. Er wird Banus genannt,
aber welcher Provinz er in dieser Eigen»
schafr vorstand, ist aus den vorhandenen
Quellen nicht ersichtlich. Zu jener Zeit be<
standen nämlich mehrere Banate, wie die
uon Machow, Zewrin. Zemesch. Seine Nach.
kommen nahmen aber von dieser Würde
Veranlassung, sich Banf fy . d. i. Söhne
des Banus, zu nennen und ein neues Ge'
schlecht zu gründen, welches mit diesem
Namen zugleich das Prädicat Naay»Mi»
häly führte. Diese Familie aber ist nicht
zu verwechseln mit dein aleichfalls uralten
Geschlecht der Bänf fy von Als6.Lindw a
und der Bänf fy von Losoncz, von
deren Sprossen dieses Lexiton einige im
ersten Bande S.. 143 u. f. anführt. Ernö
ist der Vater Tödöns s^iehe den Vorigen).
— 9. Franz, mit dessen Eltern An.
dreas und Susanne geborenen Na tafa»
lussy unsere Stammtafel anhebt, lebte zu
Ende des 16. und in der ersten Hälfte deS
1?. Jahrhunderts, in jc>ner ebenso politisch
als religiös sekr bewegten Zeit. Luther's
Lehre hatte namentlich in den oberungari.
schen Gegenden Eingang und durch einige
Große drs Landes, welche fie auch an-
genommen, unterstützt, starke Verbreitung
gewonnen. Von S>>ite der Regierung und
der Anhänger des alten Glaubens wurde
Widerstand erhoben, man schritt mit Ge«
setzen und Edicten ein. und als diese nicht
halfen, trat man mit Waffengewalt gegen
die Betenner der neuen Lehre auf. Die all»
gemeine Erregung aber erreichte ihren Höhe»
punkt, als der von Papst Clemens VI I I .
im Jahre 1600 gegen die Türken gesendete Graf Jacob Barbiano oo» Belaio»
g oso. der früher Kalthäuser <Abt gewesen
sein soll. im Lande erschien und statt gegen
die Türken stch zu wenden, in Oberungarn
die härtesten und ungerechtesten Beorückun»
gen sich erlaubte. Die Annahme eines zwi»
schen Kaiser Rudolph I I . und dem Papste
zur Ausrottung der Protestanten in Un»
gärn geschlossenen Bündnisses ist nach dem
gegenwärtigen Stande der Forschung nicht
nachweisbar. Barb iano wüthete nicht
blos gegen die Protestanten, sondern er«
laubte sich Eingriffe in die Verfassung des
Landes, wodurch die Erregun« der Ge»
müther aufs Höchste stieg. Es würde wohl
schon im Jahre 1602 zu gewaltthätigem
Ausbruch des Conflictes gekommen sein.
wenn nicht in Franz Sztäray, dem da.
maligen Vicegespan des Zempliner Comi,
tates. der Mann sich gefunden hätte, der in
den sehr erregten Verhandlungen der Stände«
tafel durch seine Umsicht und Klugheit wie
durch sein vermittelndes Wesen die drv'
hende Gefahr beschwörend, die Ruhe wenig»
stens einstweilen erhielt. Leider freilich nur
einstweilen: denn in oer Ständetafel nahm
schon im folgenden Jahre ein Anderer an
Franz Sztäray's Stelle die Leitung in
die Hano Belgiogoso aber, auf seine
Soldaten gestützt, stellte immer ungebühr»
licbere Forderungen. Die Stadt Kaschau
verlor im Jänner I6l)4 ihre prachtvolle seit
ungefähr 5l) Jahren von den Lutheranern
benutzte Kirche, die Prediger wurden zur
Flucht genöthigt. 28 zur Stadt gehörige
Dörfer in Beschlag genommen. Unter solchen
Verhältnissen stieg die Gähruna unter der in
ihren heiligsten Gefühlen tief verletzten Be.
völkerung so hoch. daß man keinen Anstand
nahm. mit den Waffen in der Hand sich dem
Willkürregiment zu widersetzen. Und als stch
nun gar der Siebenbüraer Fürst Stephan
Bocskai an die Spitze der Aufrührer
stellte, da nahte für das Reich der Augen«
blick der höchsten Gefahr. I n dieser Be<
drängniß gab Kaiser Rudolph I I . seinem
Bruder Mat th ias den Auftrag. Unter«
Handlungen mit B o c s k a i einzuleiten,
welche am 6. August 1606 zu dem berührn»
ten Wiener Friedensvertrag führten, durch
welchen vorderhand die protestantischen Wir«
ren in Ungarn zum Abschluß gelangten.
Franz Sztäray war mit Margarethe
Iaro5 vermälr, welche ihm den Sohn
Stephan gebar, der das Geschlecht fort»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon