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SMray, Michael 268 Pongräcz
Versen das Leben de5 Bischofs Athana»
stus. welches unter dem Titel: „Hi5tulig,
äs vita. Veati ^ . tkauas i i ^.Isxauäi'ig.s
^vigeovi üäelissimi" (Dedreczin l537) im
Drucke erschien. Ein bibliographischer Funo
richtete in unserer Zeit ganz besonders die
Blicke auf den berĂĽhmten protestantischen
Prediger. Rudolvh Graf Appony i . ein
eifriger Sammler alter ungarischer BĂĽcher,
fand im Jahre l868 in seiner Bibliothek ein
TbeaterstĂĽct von Micha e l Sz taray . wel>
ches er dem Literarhistoriker Franz Toloy
mit der Bitte einsandte, es der ungarischen
Akademie vorzulegen. In der That geschah
dieS auch in der Sitzung derselben vom
27. Juli 1868. Sztäray'S Stück, das für
die ungarische Literaturqefchichte deshalb von
besonderem Werthe ist. weil aus dem sech.
zehnten Jahrhunderte nur wenige magyari<
sche TheaterstĂĽcke vorhanden sind. stammt
aus dem Jahre 1359 und hat folgenden
lateinischen und magyarischen Titel: „Oomos-
äis, lexiäiLsiws. cle vero Laosräotio: Q2 1322
pkz>523i61", d. i. Lustige Komödie vom
wahren Priesterthume. In der Kisfaludy«
Gesellschaft trug im Jahre 1878 Karl P.
Szathmäry in einer Studie über die alte»
sten ungarischen dramatischen Dichtungen
auch über Sztäray's Pfaffenspiegel Nähe«
res vor, woraus wir den Charakter dieses
Stückes kennen, lernen. Es ist nämlich gegen
die katholische Geistlichkeit jener Taar gerich»
tet und umfaĂźt rrei Acte mit je einer und
einen uierten Act mit zwei Scenen. Die
Personen des Spieles sind: Richter Anton.
Richter Barabäs, der katholische Geistliche
Böröczk, der protestantische Geistliche Tho>
mas, Frater Lucas, ein Vicarius, ein Bischof,
der Papst. I n der ersten Scene fassen die
Nichter den Beschluß, die Geistlichen nach«
einander zur Verantwortung vorzuladen.
In der zweicen Scene treten der Richter
Amon und der katholische Geistliche Böröczk,
in der dritten der Richter Aarabäs und der
protestantische Prediger Thomas auf. Im
uierten AuszĂĽge erscheinen nacheinander alle
im Verzeichnisse angefĂĽhrien Personen. Da
citirt der protestantische Geistliche sämmtliche
katholische Kirchrnoignitäce der Reihe nach
vor seinen Richterstuhl und schlägt sie mit
ihren eigenen Waffen, sogar auch mir dem
Brevier; sie snio — wie dies nach dem
Bekenntnisse des Autors natĂĽrlich nicht
anders zu erwarten ist — einfältig darge»
stellt und ergeben sich nach schwacher und ungeschickter Vertheidigung vollständig. Es
sollte uns wundernehmen, wenn nickt ein
Jesuit die plumpe Komödie aufgegriffen und
mnt»t.i2 Wutauäis ein Gegenstück im Sinne
der katholischen Kirche geschrieben bätte.
Michael soll auch mehrere andere Werke
veifaht daben. Bekannt sind uon ihm noch
viele Gesänge und Psalmen, welche in den
GesangbĂĽchern der Neformirten in Ungarn
Aufnahme gefunden haben. Er soll ĂĽberdies
in der Musik wohl unterrichtet gewesen sein
und viele seiner eigenen Lieder in Musik
geseht haben. sklas/ar i r6k .
s» V»nis1 ik ^62365, d. i. Ungarische
Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschrei-
bungen. Von Jacob F er en cz y und Joseph
Danie l i t (Pesth 1856. Cmich. s" ). Zwei«
ter (den ersten ergänzender) Theil, S. 323.
rarum st ?roviuoilMuiQ soripU-z säiti»
notorum (?0L02ii l?77, ^.. I^os^s, 3".)
?om. I I I , p. 376.) — 18. Michael (geb.
l?49, gest. 5798), der jĂĽngste Sohn deS
Grafen Cmerich aus dessen zweiter Ehe
mit Therese Du Bo is de la Tour»
nelle und Bruder deS Maria Tberesien»
Ordens<Commandeurs Anton, warimIahre
l?70 Gerichtstafelbeisiher im Kreise diesseits
der TheiĂź, wurde Administrator der Kaschauer
Commune, dann königlicher Raih und zuletzt
Obergespan des Szabolcser ComitateS. Seine
erste Ehe mit einer geborenen Gräfin Haller
blieb kinderlos: seine zweite Gattin Eleonora
Gräsin Eszlerhäzu. schenkte ihm einen Sohn,
den Grafen Albert (geb. I78ö. gest. 43. Fe«
bruar 5843), uno eine Tochter, Cleonora
"laeb. 8. Februar 1?8l). gest. 24. September
184!»). Gemalin Josephs Grafen Des.
s e w ffy von Czern et und T ä.rkö , dessen
Lebensstizze Band I I I , S. 261 mitgetheilt
ist. Graf Albert , der auf den Landtagen
1823. 1836 und 1840 als ausgezeichneter
Pudlieist wirkte und in dem von semem
Neffen Aurel Grafen D essew ffy gegrĂĽn.
deien Parteiblatte „Vüilg", d. i. Die Welt,
seine „N2F5.I6itiäi7i Ivvylük", d. i. Briefe
aus Nllgy.Mhüty, veröffentlichte, pflanzte
die von seinem Vater Michael ausgehende
Linie des Hauses Sztäray fort ^vergleiche
die Stammtafel). — ,9. 5pongr».cz, der im
14. Iahrbunderte lebte, ist ein Sohn Mi»
chaels uno Enkel Andreas', OberaespanS
(Grafen) des Ungher <5omitates. Ce schuf
seinen Taufnamen zum Familiennamen um
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon