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Franz 302 e^ Franz
darum ersuchend, mit derselben den General
Taaffe ehren zu wollen. Im Jahre 1683
befehligte Franz an der Spitze von 400 Rsi«
tern die Arriöregarde bei Petronell. Da
griffen die Türken mit einer größeren Ab?
theilung die Avantgarde an und überfielen die
Bagagewagen. Sckon gestaltete sich die Lage
der Unseren durch die Fluckt mehrerer Regi»
menter sehr kritisch, als FranzT. mit seinen
400 Reitern sicb der 4.000 Mann zählenden
Uebermacht furchtlos entgegenstellte und so
lange im heldenmütdigen Kampfe ausharrte,
bis in einer von dem Feldherrn in Person
angefühlten größeren Abtheilung Cavallerie
Hilfe kam. Fürst Aremberg. Graf Mi l -
l in i und 80 Chargen des Regiments waren
auf dem Platze geblieben. Vei dem Vntsatze
Wiens am 12. September 1533 comman»
dirte Taaffe zugleich mit dem Fürsten
Salm und dem Grafen Mercy den linken
Flügel des dritten Treffens ^vergleiche die
Schlachtordnung der kaiserlichen und alliirten
Armeen am 17. September 1683 in Anton
v. Geusau's „Geschichte der Stadt Wien".
IV. Theil. Beilage zu S. 161). Eben waren
die Türken mit ihrer Hauptmacht gegen den
linken Flügel vorgedrungen, aber nach be»
trächtlichen Verlusten zurückgeschlagen worden.
Ein Regiment Tataren, das in den Rücken
Taaffe's gefallen, ward in Stücke gehauen.
Der General erbeutete einen großen Theil
der Effecten des Großveziers Kara Mu.
stapha. Viele der eroberten Trophäen
wurden von dem Herzoge von Lothringen
nebst anderen Geschenken an König Ja«
cob I I . von England übersendet. Im Jahre
1686 übergab derselbe seinen Sohn, den
jungen Fitz James, nachherigen Herzog
von Berwick, dem Grafen Taaffe, da«
mit der Prinz nach beendeten Studien seine
militärische Laufbahn unter dcn kaiserlichen
Fahnen im Kriege gegen die Türken beginne.
Neue Waffenthaten vollbrachte Franz 1684
in Ungarn: in der Schlacht von Waitzen,
beim Cntsahe von Ofen und in der Schlacht
bei Gran. Bei der zweiten Belagerung von
Ofen befehligte er die ganze Reiterei und
schlug die Türken. 1687 wurde er General
der Eavallerie und bekam unter sein Com<
mando die in den Dienst des Kaisers getre-
tenen irischen Söldlmge. Am 13. October
«694 wurde er in Folge seiner Tapferkeit
und seiner vielfachen Verdienste um das
Haus Oesterreich zum Feldmarschall ernannt
und ihm der Orden ees goldenen Vließes verliehen. Aber der ruhmvolle General
glänzte auch als gewandter Staatsmann, wie
er dies bei den Verhandlungen des Ryswicker
Friedens 1697 bewies, auf dem er durch seine
diplomatischen Bemühungen Herzog Leo«
pold in den Besitz von Lothringen brachte.
Dieser Fürst, der ihn nun auch zu seinem
Premier« Minister, zum Präsidenten aller
Rathversammlungen, zum Oberhofmeilter des
herzoglichen Hauses, zum Minister der Fi<
nanzen und zum Gouverneur der Stadt
Ncmcy erhob, l'ennt ihn in seinem letzten
Willen seinen besten Freund und bittet die
Königin »Witwe, der Rathschläge desselben
sich zu bedienen. Seit dem Jahre 1676 war
Taaffe mit Elisabeth llta.rimiliane, Tochter
des Feldmarschall'Lieutenants Grafen Trau»
disch und Winve zweier Grafen bchlick, Vit»
Helm Heinrich und Georg Ernst, vermalt. Sie
gebar ihm aber nur eine Tochter Anna,
die schon uor dem Vuter starb, so daß seine
Güter in Irland, Lothringen und Deutsch»
land auf seinen Neffen Theo bald sS. 306,
Nr. 18^. den Sohn seines Bruders Johann
übergingen. In seinem 1702 verfaßten Testa»
mente hatte er überdies bedeutende Legate
für verwundete Krieger und zum Bau des,
Kölner Domes gemacbt. ^ I ^ o Ooi-
rs8z>oll.<1biios ol k'rau.ois I'kkü's Nari ot
Oarliu^lorci1670—1704«, in den Al einoir»
ol tb6 I'aNil? ok ^2»5o (Vieuna, 1856,
^uer, 8°.) z>. 203—302. — Vorträte. Unter»
schritt: „Ni-anoiL Lluiu'o 3<^ Vari ot 0 « .
linstorä". Lithographie ohne Angabe des
Zeichners und Lithographen (8<>.). — 2) Un»
schrift durch das Wappen getheilt: „I)sr
2ock u: -moQi > ßsdorus Ilor: llor: j I>an.t2
Krak laaäs > vou Oürliuzzkorb, idro j Rom:
K276: Kl: nürok- I Ucksr Oamorsr, Osus»
r»1 I ^«Iclt-Uariioü»!! I^eute I uant u: ds-
stsNer Odri > st-or 211 L,o2g^ üdOl «in j ^« .
Liiusnt Oouraesisl". Kupferstich. Brustbild,
im Rahmen von Palm blättern, mit Kriegs»
emblemen. Ohne Angabe des Zeichners und
Stechers (40.). — 3. Franz (geb. 2. Mai 1789.
gest. 8. Februar 1849), oer älteste Sohn Ru»
dolphs Grafen Taaffe sS. 305, Nr. 16)
aus dessen Ehe mit M aria Iosepha Gräsin
Haugwitz. 1800 bis 1801 Zögling der t. t.
theresianischen Ritterakademie, trat er während
der französischen Feldzüge. 16 Jahre alt. in
die kaiserliche Armee. Seine erste Waffen»
that führte er bei LandShut aus, als er auf
Befehl an der Spitze von 50 Mann in diese
vom Feinde besetzte Stadt drang. Das mör«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon