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e, Rudolph 303 ^ Theobald
tr ic ius nach. und das in lateinischer
Spracke verfaßte Oriainal befindet sich in
den Acten des k. k. hofkrieasräthlichen Ar»
chios in Wien. ES ist ein wichtiges Acten«
. stück, welches das erste über Butt ler 's
Verhalten und Gesinnung in den letzten
Tagen Wallenstein's meh? Licht oerbrei»
tet. als andere Quellen über dielen Gegen«
stand. Das Wichtigste aus diesem inhalt.
vollen Schreiben theilt zum ersten Mal in
deutscher Uebersehung Johann Graf Maj«
läth in dem unten benannten Werke mic.
Nun gedenkt die bei Geit ler in Wien
1862 erschienene „Genealogie der Grafen
T a a f f e " S> 5 auch eines Geistlichen
Peter Taaffe. der gemeinschaftlich mit
Sir Phelim O'Neile zu Braganstown
äclo. Februar !641 ein Schreiben an Sir
John Taaffe, einen treuen Anhänger des
Köniashauses S tuar t , richtete des Inhalts:
„daß seine Lordsckaft mit dem Reste der
katholischen Verbündeten den Krieg in der
Provinz Connauaht hartnäckig verfolgen
solle, damit alle Ketzer ausgerottet würden..."
welcher Aufforderung aber Lord John nicht
mehr nachkommen konnte, da ihn mittler«
weile der Tod ereilte. Wir glauben nicht
fehl zu gehen, wenn wir in diesem Pater
Peter Taaffe und in Butt ler 's Feld»
caplan Patr ic ius eine und dieselbe Person
vermuthen. Graf Walter But t le r war selbst
ein katholischer Irländer und befehligte ein
zum größten Theile aus Irländern bestehen«
des Dragoner»Regiment in der kaiserlichen
Armee, und Pater Taaffe ist rvohl mit
Bu t t le r in dieselbe gekommen; ob aber
dieser Patr ic ius in irgend einem ver«
lvandtschaftlichen Verhältnisse zur Familie
Taaffe stehe, läßt stch um so weniger mit
Bestimmtheit angeben, als die Stammtafel
des Hauses Taaffe, welche dem Werte:
^eiuoirs o5 tks I'anill^ ot La,atls"
(Vitznuk 1836, 8».) beigegeben, wohl mehrere
Taaffee mit dem Taufnamen Patrick
enthält, deren jedem die Bezeichnung »rmissr
beigesetzt ist, aber leinen Patrick auf«
weist, der Priester gewesen wäre. M a j»
läth (Jot). Graf). Geschichte des öfter«
reichischen Kaiserstaates (Hamburg 1342.
Friedrich Perthes. 8".) S. 367—376.) —
16. Nudolph (geb. 6. Octöber l?62, gest.
7. Juni 4639). der ältere Sohn des Grafen
Johann lS. 3«2. Nr. 8) auö dessen Ehe
mit Mar ia geborenen Gräfin Ehotek,
diente in verschiedenen Cavallerie«Regimen«
v.Wurz b a ck.biogr. Verikon. XI.II. sGedr. tern der kaiserlichen Armee. Nach erreichter
Großjährigkeit aber trat er als Capitän in
die irländische Aeomanry. Das große Crbe
seiner Mutter ging nicht, wie er hoffen
mochte, auf ihn über: denn dieselbe heirateie
nach ihres ersten Gatten Johann Grafen
Taaffe (im Jahre 1763 erfolgtem) Tode
einen Grafen Malabai la Canalr .
dem sie einen Sohn und eine Tochter gebar
und ihr aanzes Vermögen vermachte. Mit
großem Elfer für die Sache der Freimaur.r
wirkend, deren Großmeister ihr zweiter Gatte
war. starb sie 18l0 in hohem Alter. Graf
Rudolph vermalte sich im Jahre 1787 mit
Varia Iosepya geborenen Gräfin Hcmgwitz
einer Tochter des k. k. Feldmarschall'Lieut?.
nants und Maria Theresien'OroenSritters
Engen Wilhelm Grafen Ha.ugwitz I^Band
VI I I , S- 66^. Sie schenkte ihrem Gatten
zwei Söhne.- Franz sS. 302, Nr. 5), Luv.
wig ^S. 308) und eine Tochter Cleme».
t ine. Graf Rudolph ist der Großvater
des gegenwärtigen Minister » Präsidenten
Eduard. Porträt. Unterschrift: „Lord Ro«
dolphus Taasse". Lithographie ohne Angabe
des Zeichners und Lithographen (Wien, 8".)
^der Graf ist in der Uniform eines Cap><
täns der irischen Veomanry abgebildet^. —
17. lDheobald (gest. 3j. December 1677),
der erstgeborene Sohn Johanns ^S. 303,
Nr. 7^ ersten Viscount von Taaffe, aus
dessen Che mit A n n a D i l l o n. Mit
Theobald tritt die Familie Taaffe zum
ersten Male in nähere Beziehungen zu
Oesterreich, welche seither nie unterbrochen,
sondern vielmehr immer gefestigt wurden.
Im Jahre 1639 im Parlamente Vertreter
der Grafschaft Sligo. wurde er während dcr
Rebellion zum General der Provinz Mü»»
stec bestellt. Als Marquis von Ormolio
1646 mit den Irländern Frieden schloß, vei-«
lor er seinen Posten und blieb längere Zeit
ohne Amt, bis er im April 1649 nach dem
Tode des Sir Thomas L uca s Ober»Felo«
zeugmeister wurde, wozu ihn seine bisher
im Felde gewonnenen Erfahrungen beson»
ders befähigten. In der Folge mit diplo.
malischen Missionen betraut, welche durch
des Königs Geldnoth veranlaßt wurden, be>
gab er sich 1651 nach Brüssel, wo er mit
dem Herzog von Lothringen Verhandlung
gen anknüpfte. die von mannigfachen
Zwischenfällen unterbrochen, ihn schließlich
in nicht geringe Gefahr brachten. Durä,
Croiuwell 'ö Parlamentsacte in Sachen
5. Jänner 1881.) 20
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Szedler-Taasse, Volume 42
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Szedler-Taasse
- Volume
- 42
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1880
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 356
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon