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Thaler^ Anna Antome 133 Thaler^ Aurelms
1830 bis 1852, also erst in vorgerück-
terem Alter, ihre ersten Novellen und
Gedichte. Zu Anfang der Sechziger-Jahre
kehrte sie wieder nach Wien zurück und
schrieb daselbst namentlich für die von
ihrem Sohne Karl s^iehe diesen S. 438^
redigirten Blätter. I n der letzten Zeit
ihres Lebens schwer leidend, starb sie im
Alter von 61 Jahren. Sie trat anfäng»
lich unter dem Pseudonym Antoni 'e
T h a l , später unter ihrem wahren
Namen auf. Die Titel ihrer Schriften
'sind: „Novellen nun Zl n t a n i e Tha l "
(Innsbruck 1833), Inhalt: „Die Künst-
lerin", „Eine leichtsinnige Frau", „Die
Sängerinen", „Nürnbergs letzter Hans'
wurst", „Hermine"; — „(5in zeltLllmrs
Verhalwisä. Aaman", zwei Bände (Ham-
burg 1873, Richter, 8".), wird in Franz
Brümmer's „Deutschem Dichter-Lexi-
kon" unter dem falschen Titel: „Ein selt-
sames Verhängniß" angeführt; — „Der
moderne Vampyr", Novelle, abgedruckt
im Wiener Parteiblatt „Der Botschafter",
1862; — „Der Herr mit dem Buche",
Novelle, abgedruckt in der zu Gratz her-
ausgegebenen „ Oesterreich ischen Garten»
laube", 1867. In ihrem Nachlasse fanden
sich ungedruckt vor: zwei Romane: „Der
-verstoßene Sohn" und „Das englische
Fräulein", das erzählende Gedicht „Phi-
lippine Welser" und mehrere dramatische
Arbeiten, darunter das Lustspiel „Die
Gesellschafterin", denselben Stoff behan»
delnd, wie das mehrere Jahre später er-
schienene Stück Bauernfeld's „Aus
der Gesellschaft". I n einem ihr gewid-
meten Nachrufe heißt es: „Sie zählte zu
den geistig hochstehenden Frauen Wiens.
Obschon sie ihre umfassende Bildung in
echt vornehmer Weise niemals anspruchs-
voll zur Geltung brachte, so machte doch
das ganze Wesen der Frau allsogleich den
Eindruck, daß man einer ungewöhnlich begabten Persönlichkeit gegenüberstehe,
einem scharfen Verstände, der die Räthsel
des Lebens zu ergründen, einem suchen-
den Herzen, das sich in die Geheimnisse
des Daseins zu versenken strebte. Eine
Vorliebe besaß sie nicht nur für gute
Bücher und geistreiche Menschen, sondern
auch für wohlgebildete Mädchen und
Frauen. Wie alle Edlen ihres Geschlech-
tes, bewunderte sie neidlos, ja enthu«
siastisch weibliche Schönheit. Dabei war sie
eine treffliche Gattin und Hausfrau, und
um den häuslichen Geschäften keine Zeit
wegzunehmen, schrieb sie nur Nachts."
Da die in Rede Stehende auch Einiges
unter dem Namen A n t o n i e T h a l
drucken ließ, sei noch bemerkt, daß sie
nicht mit einem anderen schrifstellernden
weiblichen Pseudonym, mitLouiseThal,
unter welcher sich die Tochter Hedwig des
berühmten Romanisten Ferdinand Wol f
birgt, zu verwechseln ist.
Neue I l lus t r i r te Zeitung lWien, Za-
marski. kl. Fol.) 1873, Nr.4l>, in der „Todten-
liste". — Allgemeine Zeitung (Augs'
bürg, ssotta, 4".) l875 Nr. 3A). — Roman«
Zeitung. Herausgegeben von Otto Zanke
(Berlin. 40.) l876.. Bd. I, S 7t«. in der
„Todtenschau". — Neue Freie Presse
(Wiener polit. Blatt) 1875. Nr. 4023 u. 4024-
. Thaler, Aurelius (Augustiner-
Chorherr u. Botaniker, Ort u. Jahr
seiner Geburt unbekannt, gest. zu Brunn
1843). Im Altbrünner Stifte St. Tho-
mas trat er in den Augustinerorden, in
welchem er mit Vorliebe das Studium
der Botanik, zu dem er seit früher Jugend
sich hingezogen fühlte, nicht in dilettan-
tischer, sondern in strengwifsenscbaftlicher
Weise trieb. Als die 4809 in Brünn ge-
gründete philosophische Facultät, welche
anfänglich die Piaristen mit Lehrkräften
versahen, 4820/21 durch die Ordens-
mitglieder der Klöster in Altbrünn, Rai-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon