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Thaler, Karl 139 Thaler^ Karl
dem Gedanken, Maler zu werden, denn , tische Journalistik eingeführt. Nach dem
er zeichnete geschickt mit dem Stift und ! Eingehen des „Botschafters" im Jahre
der Tuschfeder Landschaften, als er aber > 4863 wirkte er bis 1868 als erterner
zu den Farben griff, zeigte es sich, daß er Mitarbeiter bei der „Neuen Freien
damit bei weitem weniger gut umzugehen ! Presse", vom Sommer 4868 bis Ende
verstand, und so gab er sein Vorhaben 1870 als Nedacteur derselben zumeist für
auf und wendete sich dem Studium zu. l auswärtige Leitartikel, 487i schrieb er für
Nachdem er den Rechtswissenschaften ein die „Presse". Noch in letzterem Jahre
Jahr lang in Innsbruck obgelegen hatte, ! fungirte er als Mitredacteur, später, bis
ging er nach Deutschland, wo er zunächst ! Mai 4873, als Herausgeber der ,,Deud
in Heidelberg unter Holhmann, Bahr, z schen Zeitung". Seit Juni 4873 arbe:
Reichlin-Meldegg, dann in Bonn tete er wieder, und zwar auswärtige Leit-
unter Simrock, Rietschel, Diez und , artikel,beider „Neuen FreienPresse",
Springer Collegien hörte und 1839 5 an welcher er noch zur Stunde in genann-
auf erstgenannter Universität das Doctor- ^ ter Richtung thätig ist. Im Jahre 4870
eramen machte. Seine nächste Absicht ^ erschien bei I . P. Fr. Richter in Ham-
ging nun dahin, .sich an der Innsbrucker, bürg sein Buch „Zn5 alten Eugen. Gedichte".
Hochschule als Privatdocent für gerina-^ welches zwei größere Dichtungen: „Ger-
nistische Fächer zu habilitiren. Aber es mania" und „Die Fahrt nach Canoffa",
waltete eben damals in Oesterreich in! enthält und nicht das. Gepräge eines
Schul- und Unterrichtssachen die denk»! österreichischen, sondern leidenschaflich
würdige Aera, in welcher man alles Mög- deutschen Nationalgefühls an sich tragt,
liche aus dem „Reich draußen" importirte, I n diesem Sinne wirkte er auch in der
die tauglichen Talente im Vaterlande un>! „Neuen Freien Presse", als er von 4868
berücksichtigt lassend, oder, wie es dem ! bis l870 neben Etienne die auswärtige
Schreiber dieses geschah, geradezu ab» Politik derselben leitete, und vorzüglich
weisend, und so schlug auch Thaler's war es sein Werk, daß sich während des
Versuch, im Lehramte festen Fuß zu fassen, deutsch-franzö fischen Krieges, ziemlich ent-
fehl. Bald nach dem Erscheinen seiner gegen der damaligen in Wien herrschenden
Dichtungen: „ Sturmvögel. Geharnischte Sa-
nette" (Mannheim 4860) und „Michels
Versucher, eine politische AnmMe" (München
48601, begab er sich in seine Vaterstadt
Wien und wurde Journalist. Zunächst Stimmung, das Blatt mit Entschieden
heit auf Seite Deutschlands stellte. „Frei«
lich", schreibt Franz Brummer in dem
in den Quellen genannten Werke, „hatte
Thaler dieserhalb von den Herans-
wirkte er als fleißiger Mitarbeiter in den ^ gebern des Blattes mancherlei Unbill zu
„Stimmen der Zeit", welche 4838 Adolph
Kolatschek M . XII, S. 306^ in Wien erleiden und verlor.sogar seine Stellung".
InWien trat Thaler mitL. A.Frankl,
begründet hatte, und kam dann zu dem i L. Kompert, F. v. Saar und anderen
im Jahre 4862 gleichfalls durch Kö-
lnisch ek ins Leben gerufenen politischen
Journale „Der Botschafter". Nach dem
baldigen Rücktritte Kolatschek's von
diesem Blatte wurde er durch Friedrich
Uhl im Mai 1862 in die eigentliche poli^ Wiener Schriftstellern in engeren litera-
rischen Verkehr. Die Kenntniß von fünf-
zehn Sprachen, welche er gleich den Phi-
lologen sich angeeignet, nicht um sie zu
sprechen, sondern um sie zu verstehen,
kommt ihm bei seiner vublicistischen Arbeit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon