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Thalmann, 149 ) Leopold
mission der ungarischen historischen Ge»
sellschaft"; in dem von Ludwig Abaf i
(Pseudonym für Aigner) herausgege-
benen ^lAveiö^, d. i. Der Beobachter,
einer Monatschrift für Literaturgeschichte,
1877, Bd. I I , 2. Heft: „Ueber Franz
Toldy's Bibliothek"; 1878, Bd. IV,
1. Heft: „Das Akrostichon des Peter
K lv incz i " . Dr. Thal loczy ist noch
«ein junger Forscher, von dem die Cultur-
und Kunstgeschichte Ungarns nock man-
chen schätzbaren Beitrag dürfte zu er-
ivarten haben.
ThallllüUU, Leopold Freih. (Staats-
mann, geb. zu Innichen im Puster-
^thale Tyrols, lebte im ltt. Jahrhundert,
Todesjahr unbekannt). Die bürgerliche
Familie, welcder Freiherr Thalmann
»entstammt, eristirt noch in mehreren
Zweigen im Markte Innicken. Staf f ler
in seinem unten angegebenen Werke weiß
über Thalmann nur zu melden: „daß
'derselbe dem 16. Jahrhunderte angehört
und sich so ausgezeichnete Verdienste um
den Staat gesammelt hat, daß er nicht
nur in den Adelstand erhoben, sondern
auch mit dem ebenso ehrenvollen als
ivicbtigen Amte eines kaiserlichen Ge»
sandten bei der ottomanifchen Pforte be-
traut wurde". I n der That befand sich
Thalmann, über dessen Jugend» und
Bildungsgang uns alle Nachrichten
fehlen, im Jahre 1703 als Secretär bei
ber kaiserlich österreichischen Botschaft in
Constantinopel zur Zeit, als Graf Oet-
t ingen als kaiserlicher Großbotschafter
daselbst fungirte, und blieb nack dem
Abgang desselben im genannten Jahre
>als Resident zurück. Zunächst erwirkte er
die Entfernung Tököly's von der Grenze
und von Constantinopel nach Nikome-
dien, wo dieser Rebell außerhalb der
Stadt in einem Maiechofe seinen Wohn- 'sitz nahm. Auch wurde unter Thal-
! mann die kaiserliche Abgrenzung zugleich
^ mit der venetianischen an der dreifachen
Grenze berichtigt. Als zu Beginn des
! Jahres 1711 die Pforte von einem
! Kriege mit Nußland bedroht wurde, bot
! Prinz Gugen in einem Schreiben an den
' Großvezir die Vermittlung des kaiser-
! ticken Hofes zur Abwendung dieses
! Krieges an, und unser Resident erhielt
! die Weisung, bei der Pforte weder für
! noch gegen den König von Sckweoen zu
, sprechen, sondern nur nebenbei zu oe-
^ merken, daß es ein gelinderes Mitte.,
! denselben in seine Staaten zurückzu
, bringen, gäbe, als mittels eines Heeres
, durch Polen, indem ilun der Weg durch
! die kaiserlicken Staaten offen stände.
! )cachdem Kaiser Joseph I. am 17. April
1711 an den Blattern gestorben, empfing
T h a l m a n n neue Beglanbigungs'
schreiben, um die Thronbesteigung, und
1712, um die Kaiserkrönung zu melden.
Viele Jahre wirkte er als Resident in
Constantinopel, bis er 1736 zum bevoll-
mächtigten Botschafter ernannt wurde
und am 18. September g. I . seine feier-
liche Antrittsaudien; beim Kaimakam er-
hielt. Als im genannten Jahre die Russen
die Belagerung.der türkischen Festung
Azow begannen, wandte sich der Groß-
vezir an die Botschafter der Seemachte
und an den österreichischen Internuntius
Thalmann, um hierüber Genugthuung
oder doch Aufklärung zu verlangen,
welche ihm dann von Rußland wurde,
das nun alle seine Beschwerden wider die
! Pforte seit zwanzig Jahren her auf^
! zählte und Fortsetzung des Krieges aw
! drohte, wenn kein gütliches Mittel ver-
fange, zuletzt aber dock sich bereit zu
! Friedensunterhandlungen erklärte. Noch
^wirkte Thalmann bei den VerHand'
! lungen über die Erneuerung des Karlo-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon