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Thanhofcr, Ludwig 165 Thann. Karl
Führer folgten. Die Franzosen aber
mußten mit Ingrimm und Bewunderung
zusehen, wie ihnen die Beute, welche
ihnen bereits sicher schien, entging. Fünf-
zig Huszaren hatten das jenseitige Ufer
erreicht, dreißig theils im reißenden Flusse,
theils als sie sich durch die Feinde durch-
zuhauen versuchten, ihr (5nde gefunden.
Than hofer trug eine Wunde davon
und wurde im Berichte über dieses Ge-
feckt unter den Ausgezeichneten genannt.
Im Jahre 180!) rückte er zum Major in
seinem Regimente vor. Dasselbe kämpfte
in diesem Jahre mit rühmlichster Tapfer-
keit bei Dinzlingen (am 19. April), in
der Schlacht bei Eckmühl (22. April), bei
Aspern (2l. und 22. Mai) und in den
siebentägigen Gefechten bei Muschau und
an der Thaya (6. bis 43. Juli), in
welchen Thau hofer schwer verwundet
wurde. Schon im December dieses Jahres
starb er.
Tbürbeim (Anorcaä Graf). Die Reiter-Ncgi<
menter der k. k. österreichischen Armee ( M m
18l^. «".) Bd. I l : „Husaren", >2. 2<!l. 2<>^ .
270 und ^'^.
Noch sind erwähnenswertb: l. Franz Tb an
böser, vielleicht der Familie des Vorigen
angehörig, dienrc 1813 im 7. Hus;aren-Negi«
mcnte, damals Johann Fürst Liechtenstein.
Im August genannten Jahres befand sich
dasselbe an der böhmisch-sächsischen Grenze
zur Beobachtung des Feindes, und e!n;elne
Abtbeilungen bestanden am 24. dieses Monats
bei Jagcrndorf und Niemes siegreiche Gefechte,
in welchen sich ^berlieutenant Franz Tb an«
Hofer vorzüglich auszeichnete. ^Tbürheim
(Andreas Graf). Gedenkblätter auö der Kriegs«
gcschichtc der k. k. österreichisch < ungarischen
Armee (Wien und Teschen 1880, K. Prochaöka.
Zr. 8".) S. 191. unter dem Jahre 181 .^^> —
2. Ludwig Thanhofer (geb, .in Ungarn
im Iabre 18«) ist ein junger ungarischer
Naturforscher der Gegenwart, der, als Arzt
und b'birurg in Pesth lebend, daselbst zugle'ch
die 2tclle eines Professors der höheren Phy-
siologie, Physik und Chemie am königlichen
Thicrarznei-Institute und e'.nes Privatdorenten für Histologie an der Hochschule bekleidet. Lcino
wissenschaftlichen Arbeiten sind in ungarischer
und deutscher Sprache erschienen. Wir nennen
von denen in letzterer die „Beiträge ^ur Physio-
logie und Histologie der Hornhaut des Auges"
(Berlin I87ö); — „Die beiderseitige mechanische
Neizung des >'«i-vu8 va^u» beim Menschen"
(1873); — „Ueber den Bau der spinalen
Ganglienzellen" (Berlin 187^); seine unga- '
rischen Tchriften zählen Tz innye i Vaier
und Tobn in ibrer ,.DidIiotIi<^>. kiätoi'ills
U5l.lnrali5 ot inaUi^äoos" (Budapest!) 1878,
schm. 4".) Tp. 77!» auf. Ludwig Than-
^ bofer ist gegenwärtig auch Nlitgiied der
^ mathematisch - naturwissenschaftlichen Commis-
sion in der königlich ungarischen Akademie der
Wissenschaften und in derselben für Anatomie
und Physiologie tbätig, ferner Mitglied der
naturwissenschaftlichen Gesellschaft in Buda-
pest5 und Mitarbeiter an dem von Coloman
Kzi ly und Joseph Paszlawszky rcdi«
girten ^rgan derselben: „IVrinoü/.urtudo-
inän^'i kä^lä'n^", d. i. Naturwissenschaftliche
Zeitschrift. Noch ehe er Mitglied der unga-
rischen Akademie war. kielt er als Gast Vor-
träge in derselben, von denen jener in der
Sitzung vom 8. October 1877: „Ueber d'e
Entzündung" bier besonders erwäbnt sei, da
seine Bedeutenheit für die medizinische Wissen-
schaft schon aus dem Auszuge erkennbar ist,
den die von Paul Hunfa luy berausgegebe»
nen „Literarischen Berichte aus Ungarn" (Bu-
dapestb, gr. .^".) 1. Jabrg. (1877), S. 487
und 488 entbalten.
Thaun (nnrichtiq auch Thau), Karl
von ()latnrforscker, a.eb. zu Ü BecSe
im Blicser Comitate am 20. December
1834). Gin Sohn des Steuereinnehmers
Johann Baptist Thann aus dessen
Ehe mit Julie Schrott und ein jün-
gerer Brnder des Historienmalers Mo ri; ,
dessen Lebensskizze folgt. Die ungarische
Adelsfamilie Thann kommt bereits um
die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts
im Torontaler Comitate vor. Ihre un-
unterbrochene Stammesfolge, welche in
dem unten bezeichneten Adelswerke von
Ivan Nagy auf einer Stammtafel dar«
gestellt ist, beginnt mit Anton Thann,
der nm das Jahr 1376 als Rechnungs«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon