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erhielt er den Titel eines erzherzoglichen
Galeriedirectors. Die Wahl zum Mit-
gliede der k. k. Centralcom'mission für Er-
haltung alter Baudenkmale (t 878) konnte
er wegen Neberhäufung mit Berufs-
pflichten nicht annehmen. Durch testa-
mentarische Verfügung des Fräuleins
Anna Fröhlich, der letzten der Freun-
dinen Gri l lparzer 's, die ihm in Folge
seines Verkehres mit dem Dichter ihr
Hertrauen geschenkt hatten, wurde er
1879 einer der fünf Curatoren der
„Schwestern Fröhlich - Stiftung". I n
demselben Jahre sah er sich auch zum
ordentlichen Universitätsprofessor und
endlich 1880 zum correspondirenden Mit-
gliede der kaiserlichen Akademie der
Wissenschaften in Wien ernannt. Thau-
sing s Schriften lassen den Umschwung
erkennen, der durch den wiederholten
Wechsel seiner äußeren Stellung in seine
wissenschaftliche Thätigkeit kam,: vom
Germanisten und Lautphysiologen ge-
langie er zum politischen und Cultur-
Historiker, von diesem zum Kunsthistoriker.
Die Neigung zum kunstgeschichtlichen
Fache hatte sich jedoch in ihm schon früh
geregt. Entscheidend dafür war ein in
seine Jugend fallender, später oft wieder-
holter Besuch Dresdens und der Kunst-
sammlungen daselbst. Hier das chrono-
logisch geordnete Verzeichniß der wich-
tigeren Schriften Thausing's: „Be»
ziehungen Böhmens und Mährens zum
Reiche der Karolinger", im dritten
Jahresberichte der Oberrealschule auf dem
Bauernmarkte in Wien (1861)' — „Die
Nibelungen in der Geschichte und Dich-
tung. Ein Beitrag zur Frage über die
Entstehungszeit des Liedes" (1861), In-
auguraldiffertation, im VI. Bande von
P fe i f f e r ' s „Germania"',— „Nibe-
lungenstudien. Beiträge zur Frage nach
dem Dichter des alten Liedes" I in der „Wiener Wochenschrift für Wissen-
> schaft, Kunst und öffentliches Leben"' —
„Nll5 natürliche Tantäyätem t>rr menschlichen
Sprache. Mit Bezug aut Nriicke'5 Phqzilllllgie
! unk FqstlMlltik der Sprüchlante dargestellt"
(Leipzig 1863) '> — „Die Neumark Oester
reich und das Privilegium Heinricianum
1043—1038", in W aitz's „Forschungen
zur deutschen Geschichte" Bd. IV (1864)'
— „Dürer's Triumphwagen und sein
Antheil am Triumphzuge Max im i -
l i a n s I.", im X l l l . Bande der „Mit-
theilungen der k. k. Centralcommission"
(1868)' — „Anmerkungen zu Dürer's
Handschrift im britischen Museum", im
I. Bande der „Leipziger Jahrbücher für
Kunstwissenschaft" (1868)' — Dürer's
Hausfrau. Ein kritischer Beitrag zur
Biographie des Künstlers", im IV. Bande
der „Leipziger Zeitschrift für bildende
Kunst" (1869)' — „Die Laurea zum
Triumphzuge Kaiser Maximi l ians I.
und zwei Gemälde von Hans von Kulm-
dach", im I I . Bande der „Jahrbücher für
Kunstwissenschaft" (1869)' — „Hans
Baldung Grien und nickt Dürer",
ebendaselbst' — „Marco Dente von
Ravenna, der Meister der Nachstiche mit
dem Tannenbäumchen", in Naum ann's
„Archiv für die zeichnenden Künste"
(1869)' — ^ 1 ^ OoN^tion .^Idertiln:
tion", in der Pariser
Vo^ux-^rw" (1870)' — „Die Trachten-
bilder Dürer's aus der Albertina",
Festpublication des k. k. österreichischen
Museums zum Dürer-Jubiläum (l8?1)'
— „Das Dürer'sche Altarwerk in Ober-
St. Veit bei Wien", im XVI. Bande der
„Mittheilungen der k. k. Centralcommis-
sion" (1871)', — „Der Heller'sche
Altar von Dürer und seine Neberreste zu
Frankfurt am Main", in der „Zeitschrift
für bildende Kunst" l l87l) ; — „Die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon