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Ehern, Louis u. Willi 209 Theuerk.lluf.
Md. I I I , S. 372^ erlebt haben, welche
als Flötenvirtuosen auch zugleich vor dem
Publicum sich hören ließen. Mit großem
Fleiße in ihrem Fache trefflich herangebil-
det, unternahmen sie im Jahre 1864 die
erste Kunstreise, welcher viele andere bis
auf die Gegenwart folgten, indem die
Brüder in den ersten Städten Deutsch»
lands, in Leipzig, wo sie zunächst ändert»
halb Jahre zur Fortsetzung ihrer musi»
kalischen Studien verweilten, ferner in
Weimar, Wiesbaden, Berlin, dann wieder-
holt in England, Holland und Frankreich
concertirten und überall als die „Diosku-
ren des Pianospiels" gefeiert wurden.
Publicum und Presse wetteiferten in dem
Lobe beider Künstler, welchen aber auch
große Meister der Musik, deren Urtheil!
schwer in die Wagschale fällt, wie Mo- >
scbeles, Liszt, Rossini, volle An-!
erkennung zutheil werden ließen. Im
Spätherbste 1880 kamen die Brüder
Thern, welche bereits früher zu wieder-
holten Malen mit bestem Erfolge in der
Donaustadt aufgetreten waren, wieder
dahin zurück, diesmal aber, um ihren
bleibenden Aufenthalt daselbst zu nehmen,
da sie beide als Professoren an ein Wiener
Musikinstitut berufen wurden. Was nun
ihre Leistungen auf dem Piano betrifft,
so möchte das Urtheil eines berühmten
Musikkritikers wie Karl Banck in Dres-
den zunächst maßgebend sein; dieser aber
schreibt: „Auf W i l l i und L o u i s
T h e r n läßt sich der Satz: zwei See-
len und ein Gedanke in musikalischer
Hinsicht wohl anwenden. Mit schönem
Anschlag, sicherer, sauberster Beherrschung
der Technik, mit musikalisch feinsinnigem
Verständniß, Geschmack und Tongefühl
haben sie ihr Zusammenspiel zu bewunde-
rungswerther Vollendung ausgearbeitet.
Ihr musterhaft correcter, präciser und
eleganter Vortrag, merkwürdig einheitlich
v. Wurzbach, biogr. Lerikon. XI.IV. sGedr in der Empfindung, Bewegung, in jedem
Detail der Nuancirnng, ergibt ein den
Ausführungen vorzüglicher Streichquar-
tettspieler ahnliches, fein durchgebildetes,
klares, durch mannigfaltige Klangschat-
tirungen fesselndes Ensemble und ist
dabei maßvoll, künstlerisch gediegen ge-
halten, ohne je virtuosen und äußerlichen
Effecten Raum zu geben." Glücklicher
Weise finden diese „siamesischen Brüder
des Claviers", wie man Wi l l i und
Louis Thern scherzweise in Wien
nannte, auch ein reichhaltiges Repertoire
vor, da die Musikliteratur für zwei Cla-
viere, seit Back's Tagen beginnend,
von allen großen und bedeutenden Ton«
meistern durch die gediegensten und gehalt-
vollsten Tonwerke bereichert worden ist.
Porträt. In Holz geschnittenes Doppelbild'
niß. Unterschrift: „Die Clavier-Virtuoskn Willi
und Louis Thern". Zeichnung von F. W.(e iß)
in der „Neuen Illustrirten Zeitung" (Wien.
Zamarski, kl. Fol.) IX. Jahrg., Bd. I- 54. Or-
tober 1880, Nr. 8. S. 125.
Thesingen,
siehe.- Theiß von Thesingen
j^S. 201 dieses Bandes, in den Quellen,
Nr. 4 und 2^>.
Thessedik, siehe: Tessedik, S. 29 u. f.
Theil erkauf, die Edlen von. Eine zur
Zeit in drei Zweigen blühende Familie,
in welcher der Chef eines jeden sich
durch rühmliches Verhalten vor dem
Feinde den Adel erkämpft hat. Es sind
dies die Brüder Eduard und Anton und
ein Nudolph Theuerkauf, der viel-
leicht ein naher Verwandter, wenn nicht
Bruder der zwei Vorgenannten ist.
Eduard Ritter von (geb. 48. Mai 1820)
stand im Jahre 1843 als Cadet im
12. Iäger-Bataillon und wurde Major
im 63. Infanterie-Regimente Erzherzog
Ludwig Victor, nachdem er zuvor in
gleicher Eigenschaft im 9. Gendarmerie-
80. Nov. 1881.) 14
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon