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Thiel, Franz 218 Thiels Franz
ans w Nriihl" (60 fi.); — 1868,
Jänner: „Zt. Mcharl ll^ dir Ncinlln"
(100 fi.); — März: „NchnZitz rineZ niw.ll-
liächtn Caulllierb": — 1869, Jänner
„Partie llm VirrwlllÜ5tüttrl5?e" (!00 fi.)',
— 1871, Jänner.'. Nrr Nirchcniinzt",
nach dem Gemälde von Nigaud im
Belvedere (130 fi.)' — Februar: „Po:-
trat üe5 Ni!ühllnrr5 ^ h a r m a l d 2 c n " . nach
Amerl ing (130 f l . ) '— März: „Porträt
nach VanN i; l^ " (100 fi.)', — Mai: „Nänn-
Üches Pllvtrnt nach Nl'.brn2" (60 fi.^j; —
„ c^?<?6 /<io^o ", nach Van Dyk (1 l)l) st.).
Vorstehende Uebersicht seiner Bilder und
namentlich der Umstand, daß der Künstler
nur Aquarellen, und zwar meist Copien
malt. läßt vermuthen, daß derselbe aus-
schließlich im Dienste eines Mäcens odel
Kunstfreundes thätig ist, in Folge dessen
auch seine Arbeiten nur ausnahmsweise
in die Oeffentlichkeit gelangen und von
der Kunstkritik nickt erwähnt werden.
V cr? e i
ch
n iss e der Monarsausstellungcn des
österreichischen Kunstoereins der Jahre 184l,
Thiel, Franz (Cabinetsdirector
Seiner Majestät des Kaisers Fran;
Joseph, geb. in Wien am 20. Jänner
l797, gest. in Döbl ing am 21. Juni
l8?7). Nach dem Tode seines Vaters,
ves kaiserlicken geheimenCabinetsofficials
Ignaz Thie l , welcker sick des beson»
deren Vertrauens weiland Seiner Ma-
jestät Franz I. erfreute, auf Kosten des
Kaisers erzogen und in der damaligen
Wiener Realschule herangebildet, sah er
sich mit Schluß seiner erfolgreichen Stu-
dien im Alter von achtzehn Jahren
durch ah. Handschreiben vom 6. April
1813 zum geheimen Cabinets «Aeces-
sisten ernannt. 1817 zum geheimen Cabi-
netskanzlisten, am 4. Mai 4839 zum!
geheimen Cab'-netsregistrator befördert,! stieg er am 8. September 1843 zum ersten
wirklichen geHelmen Cabinetssecretär und
mit allerhöchstem Handschreiben vom
13. April 1830 zum wirklichen Hofrathe
und Director der geheimen Cabinets-
kanzlei auf, welch letztere Stelle er bis zu
seiner am 18. October 1863 auf eigenes
Ansuchen erfolgten Versetzung in den
bleibenden Ruhestand versah. Fünfzehn
Jahre waltete er seines Amtes auf diesem
Vertrauensposten, der durch den un-
mittelbaren Verkehr mit dem Monarchen
nicht geringe Wichtigkeit und Bedeutung
bescht. Denn in dieser Vertrauensstellung
war er eben das Mittelorgan zwischen
dem Monarchen, den Ministern und den
übrigen leitenden Kräften des Staates,
hatte aber überdies als Großalmosenier
! des Kaisers Gelegenheit zu einer be-
neidenswerthen wohlthätigen Wirksam-
keit, die er geräuschlos in bewunderungs-
würdiger Selbstlosigkeit und durch die
unerschöpfliche Gnade seines Monarchen
in ausgiebigster Weise übte. Wie viele
Thränen der Kaiser durch seines Cabinets-
directors vertraute Hand getrocknet, w!e
vieles Leid er gelindert, wie das Alles in
schlichtester Weise — daß die Reckte nickt
wußte, was die Linke gab — geschah,
wer weiß es? Der Verewigte allein
könnte es berichten. Thiel hätte seine
wichtige, einflußreiche Stellung bei den
politischen Vorgängen seiner Zeit in nicht
geringem Maße und ungefährdet aus-
nützen können, er hat es nicht gethan,
die Zeit, in welcher er eben als Cabinets»
director in unmittelbarem Verkehr mit
seinem Monarchen stand, in ihrer vollen
Bedeutung erfassend, hielt er sich von
Allem fern, was als Politiktreiben auf
eigene Rechnung hätte ausgelegt werden
können, er bewegte sich ängstlich genau
im Kreise seiner amtlichen Aufgabe und
hatte keinen anderen Ehrgeiz, als pünkt-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon