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Thiel, Veiizel 320 Thielen
Wurmser, rissen nach de^en eigenem
Ausdrucke Thiel's Thaten zur Bewun-
derung hin, und es gab nur wenige Ofsi-
ciere, die sich in jener Campagne gleich
ihm verdient machten und zu glücklichem
Ausgange wichtiger Gefeckte beitrugen.
Als am 22. Juli 1793 die Franzosen
von Landau auf der Osfenbacher Straße
bei Damheim und Bornheim vorrückten,
vertheidigte er mit fünf Geschützen durch
anderthalb Stunden seine Stellung und
deckte mit großer Umsicht den Rückzug
unserer Infanterie. Am 12. August d. I .
mackre der Feind bei Insheim An-
strengungen, drei Infanterie »Bataillone
und ein Cavallerie-Regiment der Unseren
aufzureiben. Thiel , die Absicht der an-
rückenden Franzosen durchblickend, eilte
ihnen sofort mit drei Geschützen entgegen
und ließ sich in seinem Vorhaben nicht
beirren, als sie ihm anfangs sechs, später
aber zwölf Geschütze entgegenstellten. Nun
bekam auch er nocb drei Gescbütze Verstär»
kung und hielt den doppelt starken Gegner
trotz dessen überlegenem Feuer volle drei
Stunden auf, ihn endlicd zum Rückzüge
zwingend. — Im Gefechte bei Sckweig-
hofen am 13. October d. I . dirigirte er
seine Geschütze mit großer Kaltblütigkeit
und eroberte die Sckanze, deren Besitz für
uns von großer Wichtigkeit war, nach
hartnäckigem Kampfe; wieder von der
Uebermackt verdrängt, nahm er sie noch-
mals und behauptete sie nun ganz; — bei
dem Angriffe auf Nanzenau am 26. und
27. desselben Monats gaben nur Thi el's
Geschütze den Ausschlag; — endlick im
Gefechte bei Hagenau am 10. Decembei
leistete er mit seinen Kanonen durch neun
Stunden den hartnäckigsten Widerstand,
die Absicht des Feindes, unsere Vorposten
zu verdrängen, völlig vereitelnd. Viele
Wunden waren zunächst die auszeichnen«
den Merkmale seiner bewunderungswür- digen Tapferkeit, aber dann auch das
Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens,
welches ihm das unter Feldmarschall
Lacy vereinigte Ordenscapitel in der
34. Promotion (vom 7. Juli 1794)
zuerkannte. Im Jahre 1794 wurde er
als Haufttmann zur Garnisons-Artillerie
eingetheilt, bald darauf zum Major und
1800 zum Oberstlieutenant und Com-
mandanten des Peterwardeiner Districtes
befördert. Nachdem er ein halbes Jahr-
hundert in der' activen Armee gedient
hatte, trat er im April 1808 in den
Ruhestand, in welchem er zu Gratz als
Greis von 84 Jahren starb.
H irte nfeld (I.). Der Militär-Maria Tderesien-
Orden und seine Mitglieder lWien <8>>7,
Staatsdruckerei, kl 4") Vd I, S.429, Bd. II,
T. 1757.
Thiel,
siehe aucw TM, Till und Tyl.
Thielen, Maximilian Ritter von
(k. k. Ma jo r , geb. zu Bonn am
Rhein am 8. Jänner 1781, gest. zu
Baden näckst Wien am 17. März 1863).
Um der französischen Konskription zu ent-
gehen, trat Thielen mit seinen drei
Brüdern in den Dienst der österreichischen
Armee. Jene besiegelten ihre Anhänglich- '
keit an den Kaiser und an ihr neues
Vaterland mit dem Tode. Der Letzt-
geborene blieb, achtzehn Jahre alt, als
Cadet bei Hohenzollern-Vbevauxlegers im
russischen Feldzuge 18 l 2 auf demScklackt-
felde bei Podubny, die beiden Anderen,
von denen der Jüngere sich 1809 bei
Sandomir die silberne Tapferkeitsmedaille
erwarb, starben frühzeitig an den 1803
und 1809 erhaltenen Wunden. Nachdem
Maximi l ian 1803 auf der Universität
zu Münster in Westphalen die Recdte
beendet hatte, trat er am 4. Jänner 1804
als 6x pi-opiis Cadet in das Kronprinz-
Kürassier-Regiment Nr. 4, in welcbem er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon