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Thomann, Iguaz 243 Toman. Ioscphine
nach Höherem strebend, bildete sich Th o-
mann zum trefflichen Zeichner und
schaffte alle fortschrittlichen Zeichnungen,
die in sein Geschäft einschlugen, sich an.
Dabei las er alle auf seine Kunst sich
beziehenden Werke, studirte Alterthümer,
forschte in der Geschichte der Kunst seines
Vaterlandes Krain und war darin, so
beispielsweise mit den Arbeiten des Ma-
lers Quagl io und des Bildhauers
N o b b a , bald sehr vertraut. Seine
Heimat und die benachbarten Länder
bereiste er vornehmlich in seinen Ge-
schäften., Von Thomann's Arbeiten
nennen wir das Denkmal des krainischen
Dichters P re schern M . XXI I I ,
S. 267^, das demselben im Jahre 1832
-auf dem Friedhofe der Stadt Krainburg
errichtet wurde. I n der Kirche zu Laschitz
in Krain sind zwei Altäre aus Stein und
Holz zum Theil Werke seines Meißels;
die Zeichnungen beider hat er selbst ver-
fertigt, ebenso den Hochaltar, die Kanzel
und die Betstühle dieser Kirche nach
eigenen Entwürfen ausgeführt. Die
Kirchenstühle in der Pfarrkirche Sanct
Martin in Krainburg und jene in der Kirche
zu Eisnern sind nach seinen Zeichnungen
gemacht worden. Für die Kirche Maria
Verkündigung in Laibach vollendete er
zwei kleinere Altäre aus rothem kraini-
schen Marmor, sowie für die Pfarrkirche
Don Wippach und die St. Iacobskirche
in Laibach die Kanzeln. Als seine vor-
züglichste Arbeit wird der gothische Hoch-
altar zu St. Ruprecht in Unterkrain be-
zeichnet. Derselbe ist in seinen Haupt-
theilen aus Nabresinamarmor, die Ein-
lagestücke dagegen sind aus verschiedenen
Warmorgattungen, darunter aus Blöcken,
welche noch von Robba selbst her-
rühren, der um die Mitte des achtzehnten
Jahrhunderts in Krain arbeitete und das
Haus Nr. 134 am Zacobsplahe in Lai- bach eigenthümlich besaß. I n diesem
Hause fand Thomann griechische und
italienische Marmorsteine vor, die noch
seit R o b b a's Zeit daselbst lagerten,
und brachte sie käustich an sich, sie bei
den vorbenannten Arbeiten verwendend.
Ueberdies stammen viele Grabdenkmäler
in griechischem und byzantinischem Styl
auf verschiedenen Friedhöfen in Krain von
Thomann her. Er war zweimal ver-
heiratet, und ein Sohn aus erster Ehe,
jetzt 26 Jahre alt, widmet sich der Kunst
des Vaters, zu schönen Hoffnungen be-
rechtigend. Die Marienstatue auf dem
St. Iacobsplatze in Laibach, an welcher
zur Zeit, als Thoman starb, noch gear-
beitet wurde, wird nach dessen trefflichen
Entwürfen ausgeführt. Thomann war
Mitglied des Kunstvereines in München
und des historischen Vereines in Laibach.
Iaibacher Zei tung, 1870. Nr. t: „Nekro-
log". — Trigl.au (Laibacher polit. Blatt)
1870. Nr. 86: „Das Modell der Marienscwle
des St. Iacobsplahes in Zaibach".
Toman, Iosephine (slovenische Dich-
ter in, geb. zu Thurn unter Neuburg
in Oberkrain am 9. Juli 1833, gest. zu
Gratz am 1. Juli 1834). Eine geborene
Urbanöic. Acht Jahre alt, verlor sie
ihren Vater und wurde nun unter der
unmittelbaren Leitung der Mutter von
tüchtigen Lehrern gebildet. Ihrer Liebe
zu der an großartigen Schönheiten reichen
Alpennatur gesellte sich ein mächtiger
Wissensdrang hinzu, der sich nicht auf
gewöhnliche weibliche Studien beschränkte,
sondern weiter ausgriff und Geschichte,
Erdkunde, Naturwissenschaften, Mathe-
matik lind neben modernen Spracken
auch die classischen in den Bereich ihres
Bildungstriebes schloß. I n einer Mit-
theilung, die ihr nachmaliger Gatte
Lovro Toman I^ siehe den Folgenden^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon