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Thürheim, Christoph Wilhelm 273 Chürheim, Christoph Wilhelm
imd Capitulars der Hochstifter Regensburg
und Olmütz bekleidet, als Pfarrer zu Aspach
wirkte. Die Töchter Christoph Leopolds
waren: Anna Sidonia (geb. 1638), uer<
malt mit Fel i x Grafen Preysing; Mar ia
F r a n c i s >.' a (geb. 1660), verheiratet mit
J u l i u s Grafen R o t t a l , dann mit R u-
dolph Grafen Gersdorf ; Kathar ina
E l i s a b e t h (geh. 1663). Klosterfrau der
Augustinerinen zu St. Lorenz bei Wien;
Judith Isabel la (geb. 1667. gest. 1736).
1689 verehelicht mit dem 1734 verstorbenen
kurbayrischen geheimen Nath L e o n a r d
S i m p e r t Grafen von Törring-Jetten«
bach; Mar ia Johanna Katharina (geb.
1679, gest. 1763). Priorin der Ursulinerinen
zu Landshut; Mar ia Anna Elisabeth
(geb. 1680. gest. 1763), Ursulinerin zu Linz;
Mar ia Johanna Iosepha (geb. 1687),
vermalt mit Andreas Grafen Lengheimb.
Christoph Leopold stand bei Hof in hoher
Achtung. Welch besonderes Vertrauen auf ihn
höchsten Ortes geseht wurde, beweist fol-
gender Fall. Ein iin allerhöchsten Auftrage
erlassenes Dekret der Landeähauptmcmnschaft
ääo. 10. Februar 1679 gab ihm bekannt:
„daß zu ihm das besondere Vertrauen geseht
werde, die beiden Grafen Michael Wenzel
Weißenwolf und Lobgott Kuefstein
von einem vorhabenden Zweikampfe und
Feindschaft abzuhalten und zu versöhnen",
zu welchem Ende er sich nach Linz begeben
sollte. Beiden Kavalieren war bereits durch
den Landeshauptmann nach vorausgegan-
genem scharfen Verbot der Arrest auf ihren
Zimmern anbefohlen und dir schwerste Un-
gnade und dohe Strafe angedroht. I n diesen
Verhältnissen fand sie Christoph Leopold,
als er in Lin; eintraf, und seinen Vemü'
hungen gelang es. sie vollkommen zu ver-
söhnen. Ursache des Zwistes waren Miß'
Verständnisse und Hin« und Herträgereien der
beiderseitigen Herrschaftsverwalter. ^Hohen»
egg, Bd. I I , S. 631. — Kurz, Geschichte
der Landwehr, Bd. I, S. 213. — Pritz.
Geschichte Oberösterreichs. Bd. I I , S. 454.)
— 6. Christoph Wi lhelm der Aeltere
(geb. zu Saladerg bei Haag in Niederöster.
reich am 13. März 1661, gest. am 8. Jänner
1738 im kaiserlichen Residenzschlosse zu Linz):
Der erstgeborene Sohn Chr is toph Leo«
po lds Grafen Thü rhe im aus dessen
Ehe mit Anna Judi th Gräfin von Sal-
burg, erbte er nach dem Tode seines Paters,
1689. die Herrschaft Neinberg eum aperti- nentiis. Anfangs k. k. Kämmerer, Rath und
Landrath in Oesterreich ob der Enns, zugleich
Ausschuß der Landschaft daselbst, auch Rait-
rath. wurde er im Jahre 1701 Verordneter
des öberösterreichischen Herrenstandes, welchem
Amte er während des bayrisch-französischen
Krieges mit sekr vielem Eifer zum großen
Nutzen des Landes oblag. In dieser Eigenschaft
ging er auf Wunsch der Stände dem dänischen
Feldmarschall Trompe nach St. Görgen
im Attergau entgegen, um denselben dringend
zu ersuchen, mit seinen vier Regimentern, lauter
alten versuchten Soldaten, im Lande zu
bleiben, wozu den kaiserlichen Befehl ein«
zuholen die Stände sich anheischig machten.
Diese dänischen Truppen waren nämlich auf
dem Marsche aus Italien und sollten nach
Schlesien beordert werden. Es gelang Thür-
Heim's Bemühungen, den dänischen General
zu bewegen, den kaiserlichen Befehl allzu--
warten, der auch nach einigen Tagen eiw
langte, und in Folge dessen die Dänen zur Ver-
theidigung Oberösterreichs im Lande blieben.
Christoph Wilhelm wurde von Kaiser
Joseph I. nicht nur zum Hofkammerrathe
ernannt, sondern erhielt auch von ihm sowohl
in Ansehung seiner eigenen Verdienste als
jener seiner Voreltern mit kaiserlichem Diplom
ääo. Wien 24. September 1703 „für sich und
seine männliche Descendenz" das Oberst-Erb-
land - Falkenmeisteramt im ErzHerzogthum
Oesterreich ob der Enns. „so zwar, daß sich
der Aelteste Oberst-Erbland'Falkenmeister, alle
Uebrigen aber mit Auslassung des Wörtchens
Oberst blos Erbland-Falkenmeister zu nennen
haben und sich aller, dergleichen Erbämtern
zugehörigen Prärogativen, Rechte und Ge-
rechtigkeiten, absonderlich bei vorgebenden
Erbhuldigungen zu erfreuen und zu ge-
brauchen haben sollten u. s. w." Unter Verlei-
hung der geheimen Rathswürde erbob Kaiser
Karl VI . den Grafen zum Landeshauptmann
von Oberösterreich und, ließ ihn als solchen
den Ständen dieses Landes am 13- Februar
1713 auf dem Residenzschlosse zu Linz nach
den üblichen Ceremonien vorstellen. Den um«
sichtigen Anordnungen Chr i s toph W i l -
helms war es hauptsächlich zu danken, daß
das weitere Umsichgreifen der im Juli 1713
in Oberösterreich ausgebrochencn Pestseuche,
insbesondere auf dem Lande daselbst möglichst
verhütet wurde. Die schreckliche Krankheit
dauerte bis Mitte Februar 1714, im Ganzen
also über sechs Monate, während welcher Zeit
sich Thürheim ungeachtet der großen An«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon