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) Christoph Wilhelm 276 Thürheim, Christoph Wilhelm
stesungsgcfabr nicht von semem Posten ent«
fernie und sich in den Spitälern wie überall
von dem genauen Vollzuge seiner Sicherheits
maßregeln stets persönlich überzeugte. Bei Ge
legenheii der feierlichen Erbhuldigung Kaiser
Karls VI. zu Linz am 40. September 1732
fungirre Cbristoph Wilhelm, ein damals
7ijährigerGreis, zum ersten Male als Oberst«
Erdland-Falkenmeister von Oberösterreich und
trug den kaiserlichen Falken vor. Das kostbare,
mit reicher Goldstickerei geschmückte Falken-
meistergezeuge von grünem Sammt hatte
er von seinem Monarchen als Geschenk er-
halten. In seiner Würde als Landeschef war
der Graf schon am 29. August zum feierlichen
Empfange der kaiserlichen Majestäten an die
Landesgrenze bis Kaplih in Böhmen ent-
gegengefahren, um sowohl an der feierlichen
Audienz der bis Freistadt entgegengesandten
ständischen Deputation an deren Spitze Theil
zu nehmen, als auch dem Iandesfürstkn das
übliche Ehrengeleite bei dessen Eintritte in
die Landeshauptstadt am 23. August 1732 zu
leisten. Kaiser K a r l VI. beschenkte den
Grafen mit seinem reich mit C'delste'nen ge<
schmückten, um den Hals gehängt zu tragenden
Medaillonbildnisse. Vermöge kaiserlichen Di<
ploms ääo. Wien 1. August 1724 erhielt j
Christoph Ni lhelm auch für sich uud!
seine eheliche Descendenz beiderlei Geschlechles
das bereits von der älteren Linie seines Ohms
väterlicherseits Franz Leopold Grafen
Thürheim besessene Incolat in dem Herren«
stände des Königreichs Böhmen und der
incorporirten Länder. Ein volles Viertel
jahrhundert. von j7l3 bis zu seinem Tode
1738. leitete er als Landeshauptmann mit
rühmlichstem Eifer die Angelegenheiten des
ilnu anvertrauten Oberösterreich. Sein Por-
trät in Lebensgröße, sowie mehrere Brust-
bilder von ihm befinden sich im Schlosse
Neinberg; in dessen Nähe, in der Pfarrkirche
zu Käfermarkt ruhen seine irdischen Ueber-
reste in der Familiengruft. Christoph Wil»
Helm batre sich am 23. September 1690 mit
Maria Francisca NiäM'lci Gräfin von Vuef-
stein vermalt, welche ihm nebst einem todt'
geborenen Kinde sechzehn Kinder gebar; sie
war Sternkreuzordensdame und erbte nach
dem Tode ihres Neffen, des Grafen Gottlieb
Mar Kuefstein (gest. 1748). des letzten
Sprossen der in Oberosterreich ansässigen
Linie seines Hauses, die Herrschaften Schwert«
berg, Windeck, Ponneggen. das Hartfchlössel
und Hartheim, welche sie jedoch sogleich ihrem jüngeren Sohne Joseph Gundakar Grafen
Thürheim eigenthümlich übergab. Sie stiftete
in der St. Nolfgangskirche zu Käfermarkt über
der Familiengruft einen Altar, auf dem noch
gegenwärtig ein Marienbild mit ihrem Doppel'
Wappen sich befindet, auch gründete sie im
Schlosse Weinberg eine eigene große Haus«
avotheke. Sie starb nach dreizehnjährigem
Witwenstande am 17. August 1?31 zu Linz
im 82. Lebensjahre und wurde in der Fami-
liengruft zu Käfermarkt an der Seite ihres
Gemals beigefetzt. Mehrere Porträte von ihr
befinden sich im Schlosse Weinberg. Außer
jenen Söhnen, von denen eigene Skizzen
handeln, sind noch zu erwähnen: Franz Jo-
seph (geb. zu Linz 1694. gest. 1753). zuletzt
Domherr und Capitular des Hochstiftes Passau
und Pfarrer zu Peuerbach, und Leopold
Maximi l ian (geb. 1710. gest. 1738), Dom-
Herr und Capitular des Hochstiftes Qlmütz.
Von Christoph N i l Helms Töchtern er-
wähnen wir: Mar ia Josepha Elisab eth
(geb. 1691. gest. 1726), vermalt in erster Che
mit dem bei Francavilla 1719 gefallenen
Feldmarschall«3ieutenant Grafen Eck. sodann
mit dem kurbayrischen geheimen Rath Mar
Grafen Seinsheim; Mar ia Anna Ca»
rol ina (geb. 1695, gest. 1769). vermalt
1720 mit Johann Anton Grafen G o'6 s,
k. k. geheimen Natb, Kämmerer und Lan»
deshauptmann von Kärntbrn fsiehe dieses
Lcrikon Bd. V, S. 243 und ?4.,. Nr. :;);
F r a n c i s c a M a r i a ssiehe S. 277,
Nr. 9); Eleonore Iacobine (geb. 1698,
gest. 1767), vermalt 1731 mit dem k. k. ge«
Heimen Rath und Raitrathspräsidenten Nor«
bert Anton Oswald Grafen Salburg;
Francisca Aloisia (geb. 17U4. gest. 1772),
vermalt 1727 mit M a r G u i d o b a l d
Grafen Cavr iani , Geheimrath, Kämmerer
und Stifter der österreichischen Linie seines
Hauses. Ueber Mar imi l iana Tav. Io«
sepha s^iehe S. 282, Nr. 33). Die übrigen
Töchter starben in der Kindheit. ^Ho^n»
egg. Bd. II, ' S. 655. — Kurz. Geschichte
der oberösterreichischen Landwehr, Bd. I I ,
S. 60. — Linz. Einst und Jetzt von
Pi l lwe in . 1846. zweiter Theil, S. 42. —
Oberst - Erbland -Falken meister »Ori<
ginald ip lom ääo. Wien 24. September
<705. ^ Aufnahmsdiploni im böhmi-
schen Herrenstand ääo. Nien 1. August 1724.
— Hock (Ritter von). Der österreichische
Staatsrath (Wien 18?.. Manz, gr. 3«.),
S. 133 und 139.) — ?. Christoph Wilhelm
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon