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) Ludwig Egbert 3Y4 Thürheim^ Ludwig Egbert
Baron Jel laöi6, Banus von Croatien.
mit, den Gefechten bei Parndorf, Wiesel-
burg, Mo^r, Tötäny, den Schlachten be
Kapolna, Iszazeg, bei 0°Bbecse und
Hegyes beiwohnend. Für sein umsichtigem
und tapferes Benehmen in letzterer würd«
ihm mit ah. Entschließung vom 2. Sep
tember 4849 die kaiserliche Belobung
und in Folge dessen das Militär-Ver-
dienstkreuz mit der Kriegsdecoration zu
theil. Im October 1833 schiffte sich Graf
Ludwig auf einem englischen Schiffe
über Constantinopel nach der eben be-
lagerten Festung Sebastopol ein und ver>
weilte noch während der Beschießung der-
selben durch die Franzosen umd Eng-
länder in deren Hauptquartier. Im
März 1836 aber seinem Dränge, den
Orient zu besuchen, folgend, unternahm
er eine größere Reise über Dalmatien,
Montenegro, Antivari und die ionischen
Inseln nach Griechenland, wo er am
Hofe König Otto's I. freundlichste Auf-
nahme fand, und von da weiter über
Smyrna nach Ephesus, Rhodus, Egypten,
das Delta, ganz Syrien, Alevpo und
Alerandretta; auch besuchte er zweimal
Palästina und das heilige Grab zu Jeru-
salem, durchwanderte ferner das peträische
Arabien, Gaza, Elarich, Akaba, befuhr
das rothe Meer bis Moka, durchzog
Iambo, Iedda, Gamfeda, Lohen und
Hodeida, Massana, die Boghos- und
Barkaländer, den Sudan, Chartum,
Senaar, Abyssinien bis gegen den zehnten
Grad nördlicher Breite. Auf den Peter-
in an n'schen Karten von Afrika, welche
l861 in Gotha erschienen, sind Wege,
die bis dahin kein Europäer gewandelt,
mit ausdrücklicher Benennung nach seinem
Namen angegeben. I n Abyssinien weilte
er einige Zeit am Hofe Theodors, der
ihm ein Pferd mit Sattel und Zeug
schenkte, eine Auszeichnung, die den Nehmer als einen Freund des Königs in
jenen Gegenden bezeichnet und der Ver-
leihung irgend eines Großordens gleich-
gehalten wird. Ende September kehrte
Graf Ludwig nach einer Abwesenheit
von zweieinhalb Jahren nach Europa
zurück, mit vielen Iagdtrophäen reich
beladen, denn er hatte Leoparden, wilde
Büffel, Rhinocerosse, Hyänen, eine Un-
zahl wilder Affen, Wildschweine, Anti-
lopen und vielerlei Geflügel erlegt. Im
März 1862 begab er sich von Neuem auf
Reisen, abermals über Egypten nach
Sumatra, von da nach Japan, an den
Himalaya, nach Kleintibeth, Kaschmir,
weilte längere Zeit in Indien, an den
damaligen englischen Gouverneur Lord
Elg in empfohlen, und machte mit eng»
tischen Ofsicieren mehrere Tigerjagderr
mit, so bei Lahore und Bombay, wo er
einige Monate verblieb. Von da reiste
er nach Persien, daselbst längere Zeit zu
Ispahan und Teheran sich aufhaltend,
besuchte dann noch die Ruinen von Perse-
polis und kehrte im October 1864, eben-
falls nach zweieinhalbjähriger Abwesen-
heit, fast erblindet, über den Kaukasus,
das kaspische Meer, Moskau und Peters»
bürg, wieder mit zahlreicher Jagdbeute,
sowie mit Waffensammlungen aus den
durchwanderten Ländern in die Heimat
urück. Sein ungeachtet einer Operation
durch den berühmten Vi-. Gräfe vorge-
schrittenes Augenübel hinderte ihn leider,
seine Absicht, eine dritte noch größere und
'ängere Reise anzutreten, in Ausführung
zu bringen. Ueber seine afrikanischen
Jagden brachte die von Hugo redigirte
„Jagd-Zeitung" im November !8o8 einen
längeren Artikel. Andere Aufzeichnungen
über seine ausgedehnten Reisen dürfte der
Graf wohl im Pulte liegen haben. Nach
seiner Heimkehr nahm er seinen bleiben-
den Sitz auf dem Schlosse Weinberg,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Volume 44
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Terlago-Thürmer
- Volume
- 44
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 360
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon