Page - 135 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46
Image of the Page - 135 -
Text of the Page - 135 -
Topperczer^ Eilgen 133 ) Eugen
reichischen Kaiserstaat (Wien, 4".) 1813, S. 654.
Live MLM<->ria. Iiuul>ai-s,i'um a, tribu« prnxi»
inl5 82<^<:uli8 .Vcuäeinias ^enensi n.ääl'liiitc»-
i-um (O>'nla6 1838, listli)', 8".) l». 101 snach
diesein geb. 18. August 177«).
Die Topertzer, welche ihren Namen bald mit
einem, bald mit zwei p (Topertzer, Top«
pertzer), bald mit cz, bald mit tz (To«
perczer und Topertzer) schreiben, sind eine
alte und angesehene Protestantenfamilie in der
Zips, in welcher schun um die Mitte des
sechzehnten Jahrhunderts ein Anton To«
perb er alö Pfarrer von Popr:ld lebte. An«
sanglich ein hartnäckiger Vertheidiger der päpst«
lichen Forinel, starb er 13<»7, erblindet, im
„wahren Glauben", wie die Protestanten den
ihrigen nennen. Auch Ivan Nagn in seinem
ungarischen Adelöwerke ^Ik^arors-äz; c.Lk-
Unlai ciliinbi-Llckc^ ss noin^^ki-onäi tädläk-
kal", Bd. XI , S. 243, fĂĽhrt die Topertzer
unter dem Adel Ungarns auf. ohne jedoch des
wackeren Hauptmanns Paul Topertzer von
Todtenfeldt zu gedenken, der in Wür«
digung seines tapferen Verhaltens vor dem
Feinde im Jahre 1793 geadelt wurde und
seinen vor Mannheim empfangenen Wunden
erlag. AuĂźer den bisher angefĂĽhrten Personen
des Namens Topertzer ist noch Einiger in
KĂĽrze zu gedenken: 1. Eugen Topperczer,
im Jahre 1848 Obernotar des Biharer Ccmi«
tateS und LandtagSdeputirter, 1860 Bürger«'
meister uon Großwardein. Als durch kaiser«
liches Patent vom 5. März 1860 der bis
dahin bestandene österreichische Neichsraih durch
außerordentliche Neichsräthe verstärkt und im
Monat Mai nach Wien einberufm wurde,
befand sich unter den außerordentlichen zeit«
lichen Neicbsräthen für Ungarn auch der in
Nede Stehende. Er nadm an den VerHand«
lungen regen Antheil: sprach bei der Be-
rathung der G rund buch sord nun g; stellte
sich einem von Maa ger in Bezug auf die
Veröffentlichung der Verhandlungen des ver»
stärkten Neichsrathes gemachten Antrage ent«
schieden entgegen; beanständete den Nutzen
der Gendarmerie, deren Wirksamkeit eben
in Ungarn eine zweifelhafte gewesen; entschied
siä», da nach der pragmatischen Sanction alle
Theile der Monarchie verpflichtet sind. unoer«
ändcrlich, unzertrennlich und untheilbar zu»
sammenzuhalten, für den Fall, daß ein Krön«
land, welches alle Lasten, die in den anderen
Ländern bestehen, gleichmäßig tragen soll, d'e ^ iHuelle.i nicht aufzufinden vermag, alle Aus-
gaben aus Eigenem befriedigen zu können,
dafür, daß es von anderen Ländern subven«
tionirt werden müsse; erklälte siä> anläßlich
der Verpachtung und Abfindung der Besteue»
rungen im Princip als Gegner der Absindung
und Pauschalocrpachtung. Auch erörterte er
in sachgemäßer Weise das Uebel der Haus«
zinssteuer, das sich als solches weniger in dcr
Anwendung als vielmehr in der Ver-
hängung derselben herausstelle. Die Haus«
zinssteuer werde nämlich, so wie die Gebäude«
steuer. nach dem Zinse und der Classe der
Häuser bemessen. Der Unterschied zwischen
beiden sei sehr groĂź und entspringe aus der
Natur der Tache; nur dĂĽrfe man nicht glauben,
daß alle Häuser, welche einen Zins abwerfen,
auck der Hauszinssteuer unterworfen werden,
und daĂź alle diejenigen, die keinen Zins tragen,
in die Haussteuerclasse fallen. Dem sei eben
nicht so, weil die Hauszinssteuer nicht nach
der individuellen Beschaffenheit des Hauses —
ob nämlich das Haus zinstragend sei oder
nicht — sondern nach der Beschaffenheit
mehrerer Häuser in einer Gemeinde bemessen
werde, woraus folge, daĂź in einer Gemeinde
das Einkommen und in einer anderen das Nicht«
einkommen besteuert werde. Topperczer
beleuchtet dies Steuercuriosum durch ein dra«
stischeS Beispiel; weist auf einen beherzigens«
werthen Nebelstand bei der Erhebung der
Weinsteuer in Ungarn hin; kommt bei der
Erörterung der allgemeinen Finanzlage drs
Neiches auf die Tbatsache. daß der Centralis«
mus der Staatsgewalt nicht nur die Staats«
behörde beherrsche, sondern daß er auch dir
Gemeinde mitgerissen und dadurch in nicht
geringem MaĂźe das Deficit, unter welchem
der Staat leide, verschuldet habe. In den Ver«
Handlungen über den Majoritätsantrag —
wir verweisen, um Wiederholungen zu ver-
meiden, zum Verständnisse dieser Sache auf die
Biographien von Hein ^Bd. ^ m , 2. 215)
und Maager l'bd. XVI, 2. 185) — stimmte
er mit der ungarisch.separatistischen Majorität.
In der Folge wurde Top per c,z er königlicher
Rath und Rath bei der königlichen Tafel in
Pesth. ^ ! ää i
d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und
Stammtafeln (Pesth 1860. M. 3wth. gr. 8".)
Bd. X I , S. 243 u. f. — Verhandlungen
des österreichischen verstärkten Neichsrathes
1860. Nach den stenographischen Berichten
(Wien 18<><>. Friedrich Manz, 8",) Bd. I,
back to the
book Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Volume 46"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Volume 46
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Toffoli-Traubenburg
- Volume
- 46
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 330
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon