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Korti 164 Torti
die verschiedenen Dichtungsarten', die
Novelle in Versen: ^ a /o?-?-<s ck' 6'a-
^)A«", welche in Cesare Borgia's Zeit
spielt und worin unserem Tort i des
Tommaso Grossi M . V, S. 370^
vielbewunderte ^IläoFs>nä<i" zum Vor-
bild diente. Noch folgten „Hcsttinsmo
e He>//F^6", die ^.^l's^o/a e?i, ?«o^6 Hi
stt« moZ'/ie'- und endlich die drei Episteln
5 il/iH <?<?nv6?-sl0)ls ?>i Ho)/i^", das letzte
Gedicht, das Tort i geschrieben, in
welches, so reich es an einzelnen Schön»
heiten ist, ein schreiender Mißton sich
eingeschlichen hat, ein Mißton, den der
Verfasser kaum beabsichtigt haben mag.
Gegen die in der Wärme des Affectes
und der edlen Einfachheit höchst wirk«
same Schilderung der Erscheinung Pius'
des Neunten, den er an der Seite eines
jungen Priesters, in welchem man den
in den Jahren 1848 und 1849 viel.
genannten frühverstorbenen Monsignore
(5orboli-Bussi leicht erkennt, dahin
schreiten läßt, bildet einen grellen und
fast erbitternden Contrast die Anspielung
auf die Flucht nach Gaeta und auf
Roms Belagerung und Einnahme. Dies
Gedicht wurde von der Congregation
des Inder verdammt, wozu wohl, mehr
als das Gemisch von Religion und Po»
litik, die allerdings zum mindesten selt-
same religiöse Argumentation an sich An-
laß gegeben hat. Mit diesen Werken, an
welche sich ein Kranz kleinerer, aber, wie
es scheint, nie gesammelter Gedichte an»
reiht, ist die dichterische Thätigkeit
Torti's erschöpft. Unser Poet ist ein
Schüler Parini's, wie er sich auch
selbst dazu bekennt. Zunächst erkennt
man sein Vorbild in den reimlosen
Versen — vsi-si saialti — in denen die
bedeutendsten seiner Dichtungen verfaßt
sind. Die Reform des versa zolalto aber
ging von Parini aus. Die damalige Zeit, die Zeit der Blüte der österreichi-
schen Regierung, welche vor- und nach'
her Dichterkräfte zeitigte, wie sie alle
anderen Staaten Italiens insgesammt
nicht besaßen, wir nennen beispielsweise
Ugo Foscolo sBd. IV, S. 302 ,^,-
Manzoni <M. XVI, S. 406^, Mont i
M . XX, S. 56^, Tommaso Grossi.
M . V, S. 370^, Parini sBd. XXI^
S. 209^, Cefarotti M . I I , S. 327^
Barbier! j M . I . S. 133), Alga-
rotti Md. I, S. 13^, Catl i-Rubt
M . I I , S. 281^, schildert Alfred von
Reumont: „Parini trat auf, die
Wirkung, welche er mit den ersten Theilen
seines classischen Gedichtes „II Hiorno"
hervorbrachte, war großartig. Gegenstand
desselben ist die Schilderung der Lebens-
weise des Mailändischen Adels in der
zweiten Hälfte des achtzehnten Jahr-
hunderts. Es war die Zeit, in welcher
die Lombardei reich, blühend^
friedlich, verdachtlos und glück-
lich war, wie sie nie gewesen,
die Zeit Maria Theresias, eine
Zeit, die freilich neben ihren Segnungen
alle moralischen Nachtheile der zu großen
Sicherheit, des zu sehr angehäuften
Reichthums, des zu bequemen Lebens,
der zu laren Duldung, kurz des Es-zu«
gut-habens in langem Frieden mit sich
führte, dem gegenüber die Menschen«
natur zu schwach ist; die classische Zeit
der galanten Frauen, der Cicisbeen und
Cavalierserventen, der anakreontischen
Poeten, der ungeistlichen Abbaten, der
Abenteurer a. lg. Cagliostro und Casa-
nova, der venetianischen Carnevalsintri-
guen und Goldoni'schen Komödien — die
Zeit, um's kurz zu machen, von dem,
was man sich unter dem Namen Italien
dachte, bis die Revolutionen kamen,
welche zu der Entdeckung führten, daß
Italien ein geographischer Begriff
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Volume 46
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Toffoli-Traubenburg
- Volume
- 46
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1882
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 330
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon